„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Anlage KAP trotz abgeführter Abgeltungssteuer

Juni 2010

Pauschale Steuersätze mit Abgeltungswirkung werden von der Politik ab und an als Steuervereinfachung und Bürokratieabbau gepriesen. Die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge ist jedoch ein Beispiel, dass diese Wirkungen nicht zwingend sind. Zwar kann die abgeltende Abzugssteuer die Angabe der Erträge in der Einkommensteuererklärung (Anlage KAP) überflüssig machen. Leider gibt es aber zahlreiche Ausnahmen, wie unsere Beispiele zeigen.

Anlage KAP trotz abgeführter Abgeltungssteuer

Antragsveranlagung:

Mit der Abgeltungssteuer wurde zum 1. Januar 2009 ein einheitlicher Steuersatz von 26,375 Prozent (Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag) eingeführt, der durch die Kreditinstitute an der „Quelle“ einbehalten wird. Besteht Kirchensteuerpflicht steigt der Steuersatz auf 28,375 bzw. 28,625 Prozent. Anleger, deren persönlicher Steuersatz unterhalb des Pauschalsatzes liegt, können auch weiterhin eine Anlage KAP beim Finanzamt einreichen. Dieses veranlagt die Kapitalerträge nach einer Günstigerprüfung unter Anrechnung der Abzugssteuer sodann zum niedrigeren Steuersatz. Zusammen veranlagte Eheleute können diesen Antrag jedoch nur gemeinsam stellen.

Teilveranlagung:

Des Weiteren können mit Kapitalerträgen steuermindernde Tatsachen in Zusammenhang stehen, die der Bank nicht bekannt sind. Hier kann es sich zum Beispiel um einen Verlust aus einem Wertpapierverkauf handeln, der mit Erträgen aus weiteren Wertpapierverkäufen zu verrechnen ist (denkbar zum Beispiel, wenn Wertpapiere bei unterschiedlichen Banken gehalten werden). Auch wird von den Banken bei Rentnern der Altersentlastungsbetrag nicht berücksichtigt, der 40 Prozent der Kapitalerträge, maximal 1.900 Euro, steuerfrei stellt¹. Auch dies kann durch die Anlage KAP vermieden werden, wobei eine Besteuerung jedoch weiterhin zum Abgeltungssteuersatz vorgenommen wird.

Keine Abzugssteuer an der Quelle

Der Steuerabzug an der „Quelle“ ist mit umfangreichen Meldeformalien verbunden, die nur den Kreditinstituten auferlegt werden sollten. Wird etwa ein Privatdarlehen unter fremden Dritten gewährt, muss der Darlehensnehmer bei Zahlung seiner Zinsen also keine Abgeltungssteuer einbehalten. Der Darlehensgeber hat in diesem Fall die Erträge in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben, worauf eine Besteuerung zum pauschalen Steuersatz erfolgt.

Auch Kapitalerträge bei ausländischen Banken und Investmentfonds sowie solche aus der Veräußerung von GmbH-Beteiligungen (< 1%) werden über die Erklärung zum Abgeltungssteuersatz versteuert.

Kapitalerträge ohne Abgeltungswirkung

Des Weiteren sind bestimmte Kapitalerträge auch weiterhin zum individuellen Steuersatz zu versteuern und in der Anlage KAP zu erfassen. Betroffen hiervon sind insbesondere

  • Zinsen aus Privatdarlehen zwischen nahestehenden Personen (z.B. verwandtschaftliches, eheliches, eheähnliches oder gesellschaftsrechtliches Verhältnis.
  • vom Finanzamt gezahlte Steuerguthabenszinsen
  • Erträge aus begünstigten Kapitallebensversicherungen (Versicherungsabschluss nach dem 31.12.2004)

Besonderheit Kirchensteuer

Auf die Abgeltungssteuer fällt zusätzlich Kirchensteuer an. Diese kann grundsätzlich ebenso durch die Banken einbehalten werden. Erforderlich ist aber, dass diesen die Konfession mitgeteilt wurde. Ist diese Mitteilung unterblieben, müssen sämtliche Zinserträge durch Abgabe der Anlage KAP nur für die Kirchensteuerfestsetzung erklärt werden.

Freistellungsauftrag und Bescheinigung zur Nichtveranlagung

Der Freistellungsauftrag für Kapitalerträge hat, soweit diese insgesamt 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei Zusammenveranlagung nicht überschreiten, weiterhin Bestand. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Freistellungsvolumen bei den Banken optimal verteilt wurde. Des Weiteren kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt eingeholt und den Banken vorgelegt werden, wenn feststeht, dass aufgrund eines geringen Einkommens keine Einkommensteuer zu zahlen ist (Grundfreibetrag 2010: 8.004 Euro, Zusammenveranlagung 16.008 Euro). In diesen Fällen unterbleibt der pauschale Steuerabzug und eine Anlage KAP ist nicht einzureichen. Wurde jedoch Abgeltungssteuer von den Banken einbehalten, weil man keinen Freistellungsauftrag erteilt bzw. den Freibetrag ungünstig verteilt hatte und er daher teilweise ungenutzt blieb, kann eine Erstattung nur im Rahmen der Einkommensteuererklärung mittels einer Steuerbescheinigung der Bank erfolgen.

 

¹ Bei Rentnern, die 2005 das 64. Lebensjahr vollendet haben. 2006 oder später das 64. Lebensjahr erreicht: Prozentsatz und Betrag etwas geringer.

 

Liane Zenk
Steuerberaterin
Hußlein & Zenk Steuerberatungsgesellschaft mbH
Bamberg