„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Die Vorsorgevollmacht

Februar 2012

Rechtzeitig für klare Verhältnisse sorgen! Die Zahlen des statistischen Bundesamtes sprechen eine deutliche Sprache: die Menschen werden immer älter. Mit fortschreitendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, nicht mehr alle Angelegenheiten des täglichen Lebens selbst erledigen zu können. Deshalb spielt die Vorsorgevollmacht eine immer größere Rolle im Rechtsverkehr.

Die Vorsorgevollmacht bietet die Möglichkeit, sich durch eine oder mehrere Vertrauenspersonen vertreten zu lassen. Neben der Entlastung im Alltag kann durch eine Vorsorgevollmacht zudem eine Betreuung verhindert werden. Die Vollmacht kann sowohl persönliche als auch vermögensrechtliche Angelegenheiten umfassen. Konkret bedeutet dies, dass der Bevollmächtigte nicht nur die Einkäufe erledigen und diese mit der Bankkarte des Vollmachtgebers bezahlen kann, sondern auch die  Wohnung auflösen und das Pflegeheim aussuchen darf.

Ob eine derart weit reichende Bevollmächtigung sinnvoll ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. „Zuallererst  sollte man sich mit der Frage auseinander setzen, ob es überhaupt eine Person gibt, der man hinreichend vertraut. In einem zweiten Schritt ist zu überlegen, ob diese Person auch geeignet ist, die zukünftigen Aufgaben zu erledigen“, sagt Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht in Heidelberg und Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. (DVEV). Schließlich sollte die in Frage kommende Person nicht nur vertrauenswürdig und durchsetzungsfähig , sondern auch für den Vollmachtgeber erreichbar sein. „Es ist wenig sinnvoll, eine Person zu beauftragen, die auf Grund der räumlichen Distanz nicht eingreifen kann“, so der Experte Bittler.

Hat sich eine geeignete Person bereit erklärt, die bevorstehenden Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen, geht es an die rechtliche Ausgestaltung. Diese sollte zunächst regeln, was der Bevollmächtigte im Rechtsverkehr alles darf  (sog. Außenverhältnis). Von ebenso großer Bedeutung ist aber auch das Verhältnis zwischen dem Bevollmächtigten und dem Vollmachtgeber (sog. Innenverhältnis). Es regelt die Rechte und Pflichten von Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem.

Für das Außenverhältnis kann der Vollmachtgeber dem Bevollmächtigten umfassende Befugnisse zuweisen oder die Vollmacht auf wenige Punkte beschränken. Auf jeden Fall sollte die Vorsorgevollmacht  schriftlich erteilt werden, um dem Bevollmächtigten den Nachweis im Rechtsverkehr zu erleichtern. Soll der Bevollmächtigte auch in der Lage sein, über die Konten des Vollmachtgebers zu verfügen, ist zusätzlich zu beachten, dass selbst eine notariell beurkundete Vollmacht von vielen Banken zurückgewiesen wird. Viele Kreditinstitute akzeptieren nur die eigenen Bank- oder Kontovollmachtsformulare. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sollte daher im Vorfeld ein klärendes Gespräch mit der Bank geführt werden.

Im Gegensatz zum Außenverhältnis wird das Innenverhältnis von den Beteiligten häufig nicht geregelt. Dass dies insbesondere für den Bevollmächtigten ungünstig sein kann, zeigt folgender Fall aus der Praxis:

Der Vater hatte einem seiner Söhne, dem er besonders vertraute, eine umfassende Vollmacht erteilt. Der bevollmächtigte Sohn erledigte für seinen Vater jahrelang alle Geschäfte des täglichen Lebens. Als Belohnung für seine Mühen durfte er sich dafür eine „Prämie“ vom Konto des Vaters auszahlen.

Nach dem Tod des Vaters traten die beiden Geschwister an ihn heran und beschuldigten ihn, von den Konten des Vaters etwas für sich „abgezweigt“ zu haben. Da der bevollmächtigte Sohn kein Haushaltsbuch geführt und keine Quittungen gesammelt, sondern sich auf die Abmachung mit seinem Vater verlassen hatte, konnte er nicht beweisen, dass er nie ohne Einverständnis des Vaters handelte.

Um sicherzustellen, dass der Bevollmächtigte trotz seiner oft schwierigen und zeitintensiven Tätigkeit nicht von den Erben oder Miterben verklagt oder zumindest beschuldigt wird, sollte eine Vergütung ausdrücklich geregelt werden. Als weitere Entlastung für den Bevollmächtigten kann vereinbart werden, dass der Vollmachtgeber bei kleineren Geldbeträgen auf den Nachweis der Verwendung verzichtet. Damit ist sichergestellt, dass nicht für jedes Brötchen eine Quittung verlangt und aufgehoben werden muss.

Fazit: Die Vorsorgevollmacht ermöglicht es, sich von ausgewählten Personen vertreten zu lassen und die Anordnung einer Betreuung zu vermeiden. Es wird dringend empfohlen,  sowohl den Umfang der Vollmacht als auch das Verhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem genau zu regeln, um spätere Streitigkeiten zu verhindern. Jeder Fall ist anders. Fachkundiger Rat hilft, die individuelle Situation des Vollmachtgebers zu würdigen.

 

Rechtsanwalt Felix Dommermühl
Kanzlei Rudolf & Kollegen, Angelbachtal