„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Neues zur Bedarfsplanung

Juni 2012

Mit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes zum 01.01.2012 sind die Änderungen der Bedarfsplanung eingeleitet.

Nach den gesetzlichen Vorhaben hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bis 31.12.2012 den Auftrag, eine neue Bedarfsplanung zu entwerfen, die eine flächendeckende Versorgungsbedarf sicherstellen soll. Die Vorgabe, dass die Planbereiche den Stadt- und Landkreisen zu entsprechen haben, entfällt und der GBA erhält bei der Neugestaltung erheblichen Spielraum; so kann er bei der Größe der Planungsbereiche nach Arztgruppen differenzieren und regionale Besonderheiten können besser einbezogen werden.

Infolgedessen liegt ein Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor, der folgenden Tenor hat: je höher der Spezialisierungsgrad, desto größer ist auch der Planungsbereich. Neu ist, dass alle Fachgruppen (!) in die Planung einbezogen werden, auch Laborärzte, Nuklearmediziner und Strahlentherapeuten. Damit entstehen 21 statt bisher 14 Planungsgruppen. Eine Feinplanung spezialisierter Fachgruppen soll regional auf Landesebene erfolgen.

Nach Vorstellung der KBV sollen die Planungsbereiche für die verschiedenen Fachgruppen unterschiedlich groß sein:

  1. Hausärztliche Versorgung: kleinräumige Beplanung, um die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Statt 395 soll es zukünftig 4.000 Planbereiche geben.
  1. Wohnortnahe fachärztliche Versorgung: größere Beplanung unter Berücksichtigung der Mitversorgungsaspekte in Städten; d.h. Orientierung an den stadtregionalen Zonen/Pendlerregionen. Zu diesen Fachgruppen zählen z.B. Gynäkologen, Augenärzte, Orthopäden.
  1. Sonderbereiche I und II der fachärztlichen Versorgung: stark spezialisierte Fachärzte wie Nuklearmediziner (und wohl auch Strahlentherapeuten), die nur von einem geringen Anteil der Bevölkerung beansprucht werden, werden entsprechend ihrem Einzugsgebiet großräumig geplant. Hierbei soll es zwei Sonderbereiche geben: für den Sonderbereich I (wie Radiologen, Fachinternisten) werden 96, für den Sonderbereich II (Nuklearmediziner, Laborärzte und wohl auch Strahlentherapeuten) werden 17 Planungsbereiche festgelegt.

Zudem erfolgt eine Neufestsetzung der Verhältniszahlen, welche das Einwohner-Arzt-Verhältnis abbilden und bundesweit einheitlich sein sollen. Für die 21 Arztgruppen sind 7 Verhältniszahlen vorgesehen: 1 für hausärztliche Versorgung, 4 für wohnortnahe fachärztliche Versorgung nach Fachgebieten und je eine für die fachärztliche Versorgung in den Sonderbereichen I und II.

Wenn der GBA den Vorschlägen der KBV folgt, dann sind die Möglichkeiten der Neugründungen strahlentherapeutischer Einrichtung endlich. Es empfiehlt sich daher, die Neuzulassungen noch in diesem Jahr einzuleiten.

Ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV)

Ebenfalls neu ist (§ 101 Abs. 1 Nr. 2a) +b) SGB V), dass die Bedarfsplanungsrichtlinie bei der Berechnung des Versorgungsgrades zukünftig sowohl die ermächtigten Ärzte als auch die von Ärzten erbrachten spezialfachärztlichen Leistungen (!) zu berücksichtigen hat, um den tatsächlichen Versorgungsbedarf vollständig zu ermitteln.

Unvorhersehbar ist derzeit, wie die ASV ausgestaltet wird. Bislang steht fest, dass der Leistungskatalog der ambulanten spezialärztlichen Versorgung im wesentlichen dem §116 b SGB V a.F. entspricht und es zukünftig nur ein Anzeigeverfahren zur Teilnahme an der ASV bedarf (die Leistungen nach § 116b SGB V mussten genehmigt werden). Die übrigen Konkretisierungen erfolgen bis 31.12.2012 durch den GBA, der die qualitativen und quantitativen Voraussetzungen definieren muss; hierzu zählen insb. ein zwingender Überweisungsvorbehalt durch Vertragsärzte sowie im Bereich der onkologischen Versorgung eine verpflichtende Kooperation zwischen ambulantem und stationärem Sektor. Die Vergütung erfolgt dann unmittelbar durch die Krankenkasse, ohne Budgetierung.

Der GBA muss hier ebenfalls erst seine Hausaufgaben erledigen und solange beleiben alle  Fragen unbeantwortet. Aber egal wie die gesetzliche Regelung schließlich aussehen wird, es schadet den Strahlentherapeuten nicht, Kooperation mit den ortansässigen Krankenhäusern zu pflegen und weiter auszubauen.

 

 

 

RAin Laura Berthmann

Friebe & partner