„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

MVZ aus steuerlicher Sicht

Juli 2017

Im Rahmen von Nachfolge- bzw. Erweiterungsplanungen stellt die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) eine oft diskutierte Alternative dar. Im nachfolgenden Artikel werden die wesentlichen Vorteile eines MVZ genannt und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt.

Im Rahmen von Nachfolge- bzw. Erweiterungsplanungen stellt die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) eine oft diskutierte Alternative dar. Bei der Gründung sind neben rein medizin- und gesellschaftsrechtlichen Aspekten auch steuerliche Fragen relevant. So kann bei Vorliegen bestimmter Kriterien die Übertragung auf ein personenidentisches MVZ mit steuerlichen Vorteilen verbunden sein, doch hierzu später.

Vorteile eines MVZ

Zunächst zu den allgemeinen Vorteilen einer MVZ-Gründung in Form einer GmbH:

  • Vermeidung von Haftungsrisiken
  • erweiterte und flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten
  • Vergrößerungspotential der Praxis
  • Beständigkeit im Außenauftritt
  • Erhalt der Zulassung im MVZ
  • flexiblere Möglichkeiten der Nachfolgeplanung

Die größten Vorteile hängen mit der Rechtsform der GmbH zusammen. Die GmbH kann als juristische Person Träger von Rechten und Pflichten sein. Dies bedeutet im Rahmen eines MVZ, dass die Zulassung nicht mehr an die Person des Arztes, sondern an das MVZ gebunden ist. Auch die Finanzierung erfolgt im Rahmen der GmbH und nicht über die persönliche Ebene der handelnden Ärzte. Letztlich erfolgt eine Entkopplung der Tätigkeit des Arztes von den zulassungsrechtlichen Bestimmungen und in gewissem Maße auch von der Eigenschaft des Gesellschafters. Hierdurch sind wesentlich flexiblere Übergabe-, Erweiterungs- und Nachfolgeregelungen möglich.

Steuerliche Fragen bei der Gründung eines MVZ

Bei bestimmten Konstellationen kann sich auch ein weiterer Vorteil aus steuerlicher Perspektive ergeben. Dies betrifft insbesondere Ärzte, die Ihre bisherige Praxis mittels Verkauf in ein MVZ übertragen wollen und sich anschließend auch an diesem beteiligen wollen. Vereinfachend gesprochen kann hier die steuerliche Berücksichtigung der Abschreibung des erworbenen Praxiswertes in der GmbH zu 100% erfolgen, während die Besteuerung des Veräußerungserfolges nur knapp zur Hälfte (genau gesagt 56% des durchschnittlichen Steuersatzes) erfolgen kann. Die Veräußerung der GmbH-Anteile kann später ebenfalls zu einem begünstigten Steuersatz erfolgen.

Die wesentlichen Voraussetzungen für diese steuerliche Regelung sind im Einzelnen:

  • Antrag beim Finanzamt
  • Vollendung des 55. Lebensjahres oder im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernde Berufsunfähigkeit
  • Veräußerungsgewinn übersteigt nicht 5 Millionen Euro

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Höhe des anzusetzenden Veräußerungspreises. Unabhängig vom Bewertungsverfahren ist die Frage der Personenidentität der behandelnden Ärzte vor und nach der Transaktion der entscheidende Faktor für die Ermittlung des Praxiswertes. Hierbei ist insbesondere auch die steuerliche Angemessenheit zu berücksichtigen, da bei unrealistischen Werten steuerliche Nachteile drohen. Die Finanzverwaltung  akzeptiert grundsätzlich sowohl die Bundesärztekammermethode als auch das modifizierte Ertragswertverfahren. Gerade das modifizierte Ertragswertverfahren bietet aber aufgrund der längeren Diskontierungszeiträume die Möglichkeit die bestehende Personenidentität der behandelnden Ärzte wertsteigernd zu berücksichtigen.

Besteuerung des MVZ

Die Besteuerung des MVZ unterscheidet sich von der Besteuerung einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis. Während hier der jeweils tätige Arzt das Steuersubjekt darstellt, ist bei einem MVZ die GmbH selbst das Besteuerungssubjekt. Die Tätigkeit des Arztes erfolgt im Rahmen einen Anstellungsvertrags, das Gehalt unterliegt der Besteuerung beim tätigen Arzt. Im MVZ verbleibende Gewinne können an die Gesellschafter ausgeschüttet werden und unterliegen dann nicht der regulären Einkommensteuer sondern entweder dem Abgeltungssteuersatz oder dem Teileinkünfteverfahren. Selbiges gilt für die Veräußerung der GmbH-Anteile. Beide Methoden liegen unter dem regulären Steuersatz.

Bezüglich der Durchführung ist es auf jeden Fall ratsam, einen Steuerberater zu kontaktieren, der den gesamten Sachverhalt steuerlich beurteilt. Auch die Wertermittlung sollte durch Experten in diesem Bereich erfolgen. Nur so sind nachteilige Gestaltungen bei der Überführung in ein MVZ zu vermeiden. Gerne können Sie mich hierzu auch direkt per Email (w.feulner(at)steuer-rechts-kanzlei.de) kontaktieren.

 

 

Wolfgang Feulner

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der FTG GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Bayreuth

w.feulner(at)steuer-rechts-kanzlei.de

0921/789440