„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Interview mit Uwe Furkert

Dezember 2018

Viele von Ihnen treibt die Frage: "Wie soll ich mein Vermögen derzeit anlegen?" oder „Macht es überhaupt noch Sinn, in den Aktien- oder Rentenmarkt einzusteigen?“   Diese und weitere Fragen haben wir gesammelt und dem Fondsmanager und Mitgründer der Vermögensverwaltung Furkert & Schneider Private Asset Management KG - Herrn Uwe Furkert – gestellt.

Herr Furkert, ein fortgeschrittener Konjunkturzyklus samt in den letzten Jahren gestiegenen Aktienpreisen, die vollzogene Zinswende in den USA bei weiterer Nullzinspolitik in Europa und geopolitische Querelen lassen derzeit viele Fragen aufkommen. Wie ist in aller Kürze Ihre Sicht der Dinge?
 
Seit dem Frühjahr 2009 sehen wir einen intakten Trend steigender Aktienpreise. Währenddessen sind aber auch die Unternehmensgewinne in Bezug auf den Gesamtmarkt gestiegen. Global gibt es unterschiedliche Bewertungsniveaus, aber noch keine Überhitzung und definitiv weiteres Potenzial mit der richtigen Aktienauswahl in den kommenden Jahren. Im Rentenmarkt sehen wir ein unterschiedliches Bild. Während wir in Europa, politisch motiviert, weiterhin in einem absoluten Niedrigzinsniveau verharren, haben die Amerikaner die Zinswende bereits vollzogen. Mehrere Zinsanhebungen ließen die Rendite 10-jähriger Treasuries (Staatsanleihen) auf teilweise schon über 3% p.a. steigen. Die Zinsstrukturkurve in den USA ist von den kürzesten bis zu den längsten Zeiträumen durchweg im positiven Bereich. Das macht den Dollar attraktiv. Bezüglich der politischen Geschehen sind wir sehr wachsam, sehen jedoch bislang insgesamt robuste Kapitalmärkte, die eher temporär dieses Geschehen mit überschaubaren Schwankungen kommentiert haben. 
 
Welche Erwartungen haben Sie für die kommenden Jahre?
 
Das ist sehr komplex. Wir erwarten tendenziell ein weiteres Anhalten des Anlagedrucks. Die Null-Zins-Politik in Europa, hohe Immobilienpreise, schlechte Erfahrungen der Anleger mit alternativen Anlagen werden, auch durch die Vertriebsaktivitäten der Banken, die Anleger unverändert in aktienpreisbasierte Produkte treiben. Wir sehen eine weiter anhaltende Nachfrage nach soliden Qualitätsaktien mit nachhaltigen Dividendenerträgen und unterbewerteten Titeln. Dies sollte in Phasen des Rückschlages die Aktienmärkte unterstützen. Wir erwarten aber auch höhere Schwankungen für hoch bewertete Titel mit niedrigen Gewinnwachstumsraten. Der laufende Wechsel von Renten in Aktien wird sich mit steigenden Zinsen beruhigen. Durch die sich aktuell vergrößernde Zinsdifferenz zwischen Euro und US-Dollar sollte dieser gegenüber dem Euro an Stärke gewinnen. Auch der Ölpreis sollte tendenziell weiter steigen.

Sie sehen also weiteres Potenzial in Aktien. Ist es denn in Anbetracht des fortgeschrittenen Konjunkturzyklus und der gestiegenen  Aktienpreise nicht zu spät?

Furkert&Schneider versteht sich als Value-Investor. So stellen wir uns nicht die Frage, wann man in Aktien einsteigen oder aussteigen sollte. Wir recherchieren, zu welchem Preis wir in ein entsprechend bewertetes Unternehmen investieren wollen. Erfolgreicher Aktieninvestor kann man sein, wenn man solide Unternehmen findet, das Geschäftsmodell wirklich versteht, es einer fundierten Bewertung unterzieht und seinen Preis festlegt, zu welchem man die Aktien dieses Unternehmens kaufen möchte. Da muss man teilweise lang und geduldig warten. Aber die kommenden Monate könnten interessante Einstiegschancen bieten. Zum einen sprechen die langfristigen Marktzyklen für eine höhere Volatilität. Zum anderen könnten steigende Zinsen und externe Einflüsse für temporäre Konsolidierungen sorgen. Wir sehen als Langfristinvestor Volatilität nicht als Risiko. Im Gegenteil. Schwankende Aktienmärkte, welche häufig, aber nicht immer effizient sind, bescheren uns bei geduldigem und diszipliniertem Agieren immer wieder attraktive Kaufgelegenheiten. Schwierigkeiten bereiten ein zu hoher Einstiegspreis und ein permanenter Kapitalverlust in den investierten Unternehmen.

Also bieten fundiert ausgewählte Aktien auch einen gewissen Vermögensschutz?

Ja, und zwar in großer Wirksamkeit langfristig. Aktien sind ja Substanzwerte. Wenn man die eben genannten Risiken eines zu hoch bezahlten Preises und des dauerhaften Kapitalverlustes des Unternehmens ausschließt, hat man neben den Wachstums- und Ertragschancen auch einen gewissen inneren Wert. Genau aus diesem Grund gehen wir beim Aktienkauf sogar noch einen Schritt weiter. Wir versuchen die Aktien mit einem Abschlag auf den fairen Preis zu erwerben. Das schafft einen zusätzlichen Sicherheitspuffer für etwaige Marktschwankungen.

Aktien mit einem derartigen Abschlag zu erhalten sollte aber schwierig sein.

Das stimmt. Nach dem Platzen der Tech-Blase 2002/2003, in der Finanzkrise 2008/2009, der beginnenden Staatsfinanzkrise 2011 oder letztens 2016, als Petro-Dollar-Staaten durch den signifikant gesunkenen Ölpreis Vermögenswerte wie Aktien unabhängig von Preis und Wert verkaufen mussten, boten sich immer wieder hervorragende Chancen. In Phasen wie jetzt muss man eben etwas genauer hinschauen. Neben Schwankungen des Gesamtmarktes gibt es aber immer wieder Unternehmen und Branchen, welche temporär in Ungnade fallen oder unter Druck geraten: Automobile, Energieversorger, Banken - um nur einige aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen. Diese erscheinen beim Kauf nicht unbedingt sexy, sind auch nicht umsonst unter Druck. Aber sie können nach Bewältigung der Krise zu ihrem inneren Wert zusätzlich enorme Chancen bieten. Zusammenfassend kann man sagen, dass es nicht täglich, aber immer und immer wieder gute Kaufgelegenheiten gibt.

Von anderen Marktteilnehmern wird häufig auch Gold zur Anlage empfohlen. Wie sehen Sie das?

Das ist jetzt eine Frage der Gesamtstrategie und damit der Struktur aller Anlagen von Anlegern. Dies ist immer individuell zu betrachten. Und Gold hat da einen durchaus berechtigten Platz, aber Gold ist unproduktiv, wirft keine Zinsen oder Dividenden ab und verursacht Lagerkosten. Gold entfaltet seine Wirkung in Phasen steigender Inflation, sinkenden Wirtschaftswachstums oder allgemeinen Verunsicherungen bzgl. des Finanzsystems oder auch geopolitischer Unruhen.
Wir empfehlen eine eher begrenzte Gewichtung von 5 bis 10% der Assets. Dann dämpft dieser Anteil bei steigenden Aktienmärkten nicht so stark die Rendite, ist jedoch auch wirkungsvoll genug, um durch dann anziehende Goldpreise die Entwicklung des Gesamtdepots zu glätten.
Im Übrigen gilt das Gleiche auch für Rohstoffe und teilweise rohstoffnahe Aktien. Beide Ergänzungen sind wichtig, um das Depot gegen unerwartete Einflüsse robuster zu machen und am Ende ruhiger zu schlafen.

Sie sprachen die Risiken des Finanzsystems an. Sollte man denn überhaupt in Cash oder festverzinste Wertpapiere investieren?

Man wird nicht komplett umhin kommen. Es gibt den geflügelten Spruch: „Ist das Finanzsystem überschuldet, sei kein Gläubiger.“ Und in der jetzigen Zeit fühlen wir uns mit Besitz, zu dem auch Immobilien zählen, wesentlich wohler. Und am besten sollte der Besitz regelmäßig Cash-Flow abwerfen. Das ist bei Immobilien und Aktien so, wobei wir über den Gesamtmarkt betrachtet die Immobilienpreise als im Wesentlichen ausgereizt betrachten und bei Aktien auf Sicht von 5-8 Jahren noch Potenzial sehen.
Aber mit Geld werden nun mal Rechnungen bezahlt und Anleger haben gewisse Finanzpläne umzusetzen. Insofern muss eine gewisse Cash-Quote vorhanden sein. Auch Renten schließen wir da nicht aus, obwohl diese in Euro derzeit keinen Ertrag bringen. Aber sie glätten die Entwicklung eines Depots. Nicht jeder Anleger hält Schwankungen des Aktienmarktes eins zu eins aus. Nicht jeder Anleger hat 10 oder mehr Jahre Zeit zu investieren. Und das Thema Staatsanleihen betrachten wir noch aus einem anderen Winkel.  Diese wurden in den meisten Fällen pünktlich und mit Zinsen gezahlt. Kein Staat will sich die Blöße geben und als schlechter Schuldner dastehen. Und wenn wir ehrlich sind, holt sich der Staat diese Gelder auch. Wir stehen ja quasi als Gesamtheit der Steuerzahler dafür gerade. Beachten sollte man aktuell jedoch, nur kürzere Laufzeiten zu kaufen, da man bei längeren Laufzeiten sich nicht nur lange das aktuell niedrige Zinsniveau einkauft, sondern bei steigenden Zinsen auch die Gefahr fallender Kurse trägt. Aber bei Zinsen von 3, 4, 5 oder mehr Prozent pro Jahr werden auch wir wieder beherzter zugreifen.
 
Herr Furkert wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen.

 

 

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