„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Blog

Fischers Zeilen im Dezember

veröffentlicht am
26.09.2016

Da hatte ich es noch im letzten Newsletter groß und breit geschrieben……Aktivitäten im Berufsverband und in der Vollversammlung zeigen. Aber was nutzt es, wenn immer der gleiche Mahner in der Wüste ruft und am Ende doch wieder das Ergebnis Null ist.

Auf der einen Seite sind wir in Bayern bei den KV Wahlen trotz einer konzertierten Aktion gescheitert. Natürlich liegt es daran, dass man in der Strahlentherapie über wenige Köpfe verfügt, aber die wenigen sollten dann auch wählen gehen. Oder ist man zu satt und erkennt nicht die Wichtigkeit? Naja, bald sind ja wieder Wahlen zur BLÄK, da kann man dann noch einmal üben. Im Berufsverband läuft alles wie gewohnt. Die Spitze hält sich hinsichtlich der Verhandlungen beim EBM und der GOÄ bedeckt, was angesichts der vergangenen Erfolge in den Vergütungen sicher verständlich ist. Zukünftig möchte man mehr mit den Landesverbänden kommunizieren. Das ist sicher zu befürworten, da damit eine breitere Basis und Meinungsbildung geschaffen werden kann. Allerdings ist zu befürchten, dass außer von Bayern nicht mehr viel kommen wird, da die anderen Landesgruppierungen weitgehend unorganisiert sind. Trotzdem sind wir aufgefordert uns einzubringen.

„Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit vielen zur rechten Stunde vereinigt“

Auch wenn Goethe nicht die Strahlentherapeuten meinte, so ist die Botschaft doch klar. Gemeinsam statt einsam!

Die Vergütungen werden weiter verändert werden, leider war in Berlin beim Herbstsymposium aber weder zur GOÄ noch zum EBM etwas zu erfahren. Einzig die Tatsache, dass die DRG überarbeitet werden und ab 1.1.2017 eine veränderte Situation mit sich bringen, war zu vernehmen. Das Ergebnis wird wohl die Strahlentherapeuten weniger erfreuen, aber es war zu erwarten, dass man von Seiten der Normengeber weiter Möglichkeiten sucht, Ausgaben zu reduzieren. Ob die angepeilten Änderungen der Vergütungen noch vor der Wahl kommen, darf getrost bezweifelt werden. Die GOÄ wird sicher wieder in die nächste Legislaturperiode verschoben und beim EBM muss man auch damit rechnen, dass der vorher angepeilte Start im vierten Quartal nicht eingehalten werden wird.

Dagegen wird allerorten die Einführung des Strafrechts (§ 299 a und b) doch umfangreich diskutiert. Der Gesetzgeber ist objektiv gesehen, weit über das Ziel hinausgeschossen, als er hier das Gesetz nun scharf geschalten hat. Die offensichtliche Interpretationsbreite wird noch zu allerhand interessanten Ergebnissen führen. Wie ist es denn eigentlich zu beurteilen, wenn Krankenkassen Mitarbeiter zu Medizinern schicken, um Ihnen beim „codieren“ zu helfen, will heißen, den unwissenden Ärzten zu zeigen, wie man den Patienten richtig krank macht oder wenn Kassen Selektivverträge abgeschlossen haben und dabei einzelne Leistungserbringer deutlich höher bezahlen, als die breite Masse………ist das alles noch rechtskonform…….oder sind Kooperationen noch durchführbar? Eine wunderbare Spielwiese für Anwälte ist eröffnet und man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Birgit Breuel hat es treffend formuliert:

„Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen.“

Dabei würde es doch echte Probleme geben, mit denen man sich beschäftigen könnte. So wurde die Großstudie zu Prostatakrebs die seit Anfang 2013 lief nun vorzeitig abgebrochen. Wundern braucht man sich hier nicht, wurden doch nur 343 Patienten bisher gemeldet……ein klares Zeichen, dass die Urologen die Studie bewusst boykottiert hatten um letztlich den Patienten weiter im Unklaren zu lassen, was denn nun der beste Weg sei, die Radikaloperation, die perkutane RT, die Brachytherapie oder die aktive Überwachung. Klar, wer ein Zentrum hat, muss operieren, da braucht man keine Erkenntnisse, dass vielleicht eine andere Methode besser wäre. Dabei müssen die deutschen Strahlentherapeuten aber aufpassen, hier nicht am Ende Anderen den Titel des Krebsexperten zu überlassen und am Ende nur der „Freizeichner von Plänen und der Gerätearzt“ zu sein. Dabei hätten gerade die Strahlentherapeuten die Möglichkeit diese Schlüsselfunktion einzunehmen.

Wenn wir am Ende noch die Türmchen für uns höher bauen, den Weg gehen nach mehr Ärzten und Physikern zu rufen, wie es die Schweizer tun, kann der Schuss schon nach hinten losgehen. Wie man der aktuellen Arbeit zur Infrastruktur und Personalausstattung der Strahlentherapie in der Schweiz entnehmen kann, geht man dort davon aus, bis 2020 weitere sieben Strahlentherapien zu brauchen und in der Summe inkl. der bisherigen „Unterversorgung“ beim Personal dann einen Bedarf von weiteren 72 Ärzten, 22 Physikern und 66 MTRA zu haben. Jetzt wissen wir natürlich, dass im Alpenland die Einheiten deutlich weniger Patienten haben als in Deutschland; geht natürlich, weil man viel höhere Vergütungen bekommt. Aber……wen interessiert das am Ende? Wenn nur blanke Zahlen verglichen werden, geht es wieder nur um die Erhöhungen der Mitarbeiterköpfe und die werden im Zweifel von Kollegen festgelegt und mitbefördert, die entweder in der Universität tätig oder aber schon länger in Rente sind und somit keine wirtschaftliche Verantwortung für ihr Tun tragen. Willi Millowitsch hat es hier sehr hintersinnig ausgedrückt, aber es trifft den Kern.

„Auf die Pauke hauen will jeder, aber tragen will sie keiner“

Wo geht die Reise denn hin im nächsten Jahr? Eine gute Frage, aber wie immer wird vorweihnachtlich von der einen Seite klar formuliert, dass man Steuersenkungen machen möchte………aber dann wenn man gewählt ist, „vergisst“ man wieder die große Reform. Die andere Seite kündigt an, Großverdiener endlich zur Kasse zu bitten. Diese billigen Reflexe, diesen Komödienstadel zu glauben, sollten wir endlich aufgeben. Es wird nächstes Jahr sicher eine andere Republik nach der Wahl sein. Populisten sind europaweit auf dem Vormarsch und diesen kann man nur durch gute Realpolitik begegnen, Aber wir erleben dauernd das Gegenteil davon und spülen so viele Argumente auf die Wasserräder dieser Leute. Wenn Stromerzeuger einen offenen Brief an die Kanzlerin verfassen und darauf hinweisen, dass Strom kein Luxusgut werden darf, sind wir tief gesunken. Während die energieintensiven Industrien von den Folgen der Energiewende befreit sind und letztlich nur der kleine Verbraucher die Zeche zahlt (alleine die EEG Umlage stieg von 2012 bis heute um mehr als 91 % auf 6,88 Cent/kWh), wenn nun den großen Stromkonzernen doch noch Ausgleichzahlungen in Milliardenhöhe vor Gericht zugesprochen werden, dann verzweifelt man. Die Mieten in den Städten explodieren und die Mitpreisbremse ist eher eine lockere Spaßbremse für die Vermieter. Die Zunahmen an Billiglohnbeschäftigungen und den Fakt, dass Menschen zwei oder drei Beschäftigen brauchen, um über die Runden zu kommen bedeutet eine offensichtliche Fehlentwicklung.

Man darf bezweifeln, dass die Politiker mit platten Aussagen wie „wir schaffen das“ noch über die Runden kommen werden. Wenn in den USA eine Person wie Donald Trump gewählt werden kann, in Österreich nur ein Zusammenwirken aller Basisdemokraten einen FPÖ Präsidenten verhindert hat, dann ist die mögliche Umwälzung in 2017 sehr ernst zu nehmen. Die Endphase in der Kanzlerschaft von Helmut Kohl war ähnlich geprägt-

„Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch. Doch, wo am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht.“

Unverkennbar ein Spruch von Wilhelm Busch. Am Ende wird es den herrschenden Politikern wehtun, diese Erfahrungen zu machen. Hoffen wir nur, dass wir dann wieder zu mehr echter Politik und weniger Lobbyisten Vertretung kommen. Es wäre noch ein bisschen Zeit, wieder die Menschen in unserem schönen Land ernst zu nehmen. Noch ist es nicht zu spät!

Auch wenn wir in 2017 vor schwierigen Zeiten stehen, möchte ich Ihnen und Ihren Familien ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr wünschen.

Fischers Zeilen im September

veröffentlicht am
26.09.2016

Alles läuft in gewohnten Bahnen,………….oder doch nicht? Das letzte Jahr hat mit der Aussage der Kanzlerin – „wir schaffen das“ – und dem massenhaften Zustrom an Flüchtlingen die Republik enorm durcheinander geschüttelt. Die Auswirkungen dürfen wir gerade bei den aktuellen Wahlen in Mecklenburg Vorpommern oder Berlin bewundern. Da gelingt es einer – freundlich formuliert – extrem konservativ bzw. völkisch agierenden Partei zweistellige Wahlergebnisse einzufahren und dennoch hat man als Außenstehender das Gefühl, dass die politischen Eliten die wirklichen Probleme noch immer nicht verstanden haben. Natürlich lösen die Bilder aus Bautzen oder anderen Orten nur Kopfschütteln aus, aber beginnen wir nicht mit unterschiedlichen Maßstäben zu messen, wie einst die Weimarer Republik, die jede Aktivität der linken Parteien und Gruppierungen hart bestraft hat und rechte Volksanhänger unter anderem auch Adolf Hitler weitgehend gewähren ließ? Oder wie ist es zu erklären, dass 20 jugendliche Asylanten von 80 aufgebrachten „Wutbürgern“ aufgemischt werden und dann die Asylanten mit Verboten und Strafen belegt werden?

„Der Radikale steht mit beiden Beinen fest in der Luft“

Das wusste schon Franklin D. Roosevelt, der gegen jede Tradition dann viermal statt wie alle anderen Präsidenten zweimal das Amt begleitete. Hier beschreibt er die fundamentalen Aussagen der Populisten überaus treffend. Klar hat die Kanzlerin, sagen wir es vorsichtig, Probleme eingeräumt. Trotzdem bleibt sie aber weiter auf Kurs und will von einer grundsätzlichen Änderung nichts wissen. Auf der anderen Seite betätigt sich ein SPD Vorsitzender als Fürsprecher für ein mehr als fragwürdiges Handelsabkommen mit Canada, statt die Vorbehalte der Basis wirklich aufzunehmen und zu reagieren. Dann erklärt man sich in den vorgenannten Bundesländern trotz mieser Ergebnisse zum Wahlsieger. Es wird deutlich, dass man sich politisch so nicht weiter durchwursteln können wird, sondern ein grandioses Scheitern bevorsteht. Wenn aber nun politisch nichts mehr normal läuft, wie sieht es denn dann im Gesundheitswesen aus?

Ist denn im „Garten Eden“ der Lobbyisten zumindest alles gleich geblieben? Meine Vorhersagen, wonach die Anzahl der gesetzlichen Kassen sich weiter dramatisch verringern werden, haben sich bewahrheitet. Hatten wir 1992 noch 1223 Kassen, waren es 1996 nur 642, 2002 dann das Absinken auf 355, 2008 auf 221 und 2014 auf 132 Kassen. Heute im Jahr 2016 haben wir nur noch 118 und die Prognose des Dachverbands geht von einem einer kurzfristigen Zahl von deutlich unter 100 aus. Das ist verständlich, bieten doch alle die gleiche Leistung an. Zudem bietet das System des Gesundheitsfonds und der Finanzierung der gesetzlichen Versicherer doch genügend kreativen Spielraum. Wer viele chronisch Kranke hat, bekommt deutlich mehr Geld; da schickt man gerne Berater zur Codierungshilfe für die armen ahnungslosen Ärzte aus.

Da nimmt einem das Ende der jahrelangen Verhandlungen und Bemühungen um eine Reform der GOÖ – die ja mittlerweile 20 Jahre alt ist – nur noch am Rande mit. Man denkt schon, wenn man wie ich nun 24 Jahre in und mit dem System gearbeitet hat, dass man alles kennt……da kann man sich aber massiv täuschen. Statt einer Neuregelung im Mai war nun das Ende der Verhandlungen im März letztlich das Hauptthema. Was ist nun seit den bitteren Tagen im März passiert………man ahnt es, nichts!!! Vielleicht hatte Niccolo Machiavelli Recht als er meinte:

„Es ist nicht weise, das zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss“

Ich hoffe natürlich nicht, dass er damit die Zweiteilung des Gesundheitswesens gemeint hat. Aber wenn die einzigen Verteidiger der PKV am Ende die FDP sein soll, wird es bald die doch so attraktive Einheitskasse geben. Anders kann man aber die Zeichen nicht deuten; der Staat hat doch kein Interesse für die Beamten in Zukunft mehr zu bezahlen, als für die Angestellten. Die dauerhafte Null Zinslandschaft birgt zusätzlich die Gefahr, dass sich die Rücklagen der privaten Versicherer in Luft auflösen und das wiederrum führt zu schnellen teuren Beitragsanpassungen mit der Folge von weniger Neumitgliedern und einer entsprechenden Abwärtsspirale in den Mitgliedszahlen.

Es bleibt daher auch an dieser Stelle wieder spannend. Ähnlich interessant dürfte natürlich auch die Neuregelung im EBM sein. Nachdem wir im Gegensatz zur GOÄ da aber schon etliche Veränderungen über uns ergehen lassen durften, schreckt einen das zuerst einmal nicht. Wenn man aber wie die Strahlentherapeuten primär ja einen Großteil der Honorare für die Sachkostenerstattung – die MLC Vergütung – bekommt, dann hört man schon genauer hin. Erst wurde in den Verhandlungen geäußert, dass die 140.- € zu viel seien gerade auch wenn man bedenkt, dass es in der GOÄ weniger Geld geben würde. Dann wurde die Steigerung der MLC Abrechnungen thematisiert; das ist zwar absolut gesehen korrekt, dennoch übersieht man das die Therapie moderner und aufwendiger wurde. Niemand mit Fachkenntnis würde eine Zunahme an Feldern in Frage stellen, wenn man eine vier Felder Boxtechnik mit einem IMRT Ansatz vergleicht. Die Kassen tun das!!! Dann war die Rede von Pauschalen pro Patient was am Ende natürlich denjenigen schaden wird, die aufwendige und komplexe Therapien bei den Patienten anwenden und hier keine einfachen Techniken anwenden. Was am Ende herauskommen wird, liegt in dem Verhandlungsgeschick des Berufsverbands und der dort handelenden Personen. Hoffen wir, dass die modernen Verfahren im neuen EBM abgebildet werden, denn auch hier ist die Leistungslegende letztlich noch aus dem Jahre 1996 und muss dringend erneuert werden, da die Patienten mit Recht die Anwendung der aktuellen Möglichkeiten erwarten. Hoffen wir gemeinsam, dass es im angekündigten Änderungsquartal 4/2017 keine hässlichen negativen Überraschungen gibt.

„Immer wenn man glaubt, mit der Schule des Lebens fertig zu sein, wird einem irgendein Sonderkurs offeriert“

Ich weiß, dass Heinz Rühmann damit nicht die weitreichenden Veränderungen die das BSG Urteil vom Mai dieses Jahres für die Ärzteschaft mit sich gebracht haben gemeint hat, dennoch ist es in der Tat so, dass nun wieder einmal alles auf den Kopf gestellt wurde. Die schnelle Integration von Praxen, Verbünden oder Vertragsarztsitzen wird es so nicht mehr geben. Das wird die Expansion bei den technischen Fächern sicher verlangsamen und die Flächenversorgung bei Hausarztpraxen weiter verschlechtern.

Das permanente Bestreben der Zulassungsausschüsse zur Reduzierung von Vertragsarztsitzen – gerade auch in der Radiologie und Strahlentherapie – ist ungebremst. Wer nicht schnell genug auf dem Baum ist, muss mit der Einziehung rechnen, gerade dann, wenn der Sitz nicht oder nur unzureichend mit Patienten bedient wurde. Hier wird trotz der Verpflichtung aus der Strahlenschutzrichtlinie nach ganz anderen Denkmustern entschieden. Wie in meinen letzten Veröffentlichungen ausgeführt, werden die Projekte immer komplexer. Die Option, Gesellschafter zu werden muss als extreme Ausnahme bezeichnet werden und die Preisfindung gleicht manchmal auch einem Wunschkonzert des Verkäufers. Erst soll man 20 % kaufen können, dann nur noch 10 %, dann 5 % und das Beste daran ist, dass der Preis dann zufällig noch nicht ganz fixiert ist. Klingt irgendwie seltsam, ist aber derzeit gelebte Praxis. Es ist für die jungen Fachärzte schwierig auf der gleichen Ebene wie der Abgeber zu agieren. Die Altinhaber sollten die Situation nicht über Gebühr ausnutzen, denn wenn zu hohe Preise im Raum stehen, das Risiko überwiegt besteht die Gefahr, dass der qualifizierte und motivierte Einsteiger darauf verzichtet und einen Chefarztposten wählt oder in einem MVZ als gutverdienender Angestellter landet während man selbst dann nur die B Kandidaten erntet die aber die Praxis weder fachlich noch strategisch weiter nach vorne bringen und zukunftssicher machen. Schließen möchte ich heute mit einem Zitat von Tolstoi:

„Denke immer daran, dass es nur eine wichtige Zeit gibt: Hier. Jetzt“.

Ihre Aufgabe besteht darin sich weiter gut zu positionieren, aktiv im Berufsverband einzubringen und für ihre Vertretung in den Gremien und in der Vollversammlung ihrer KV zu sorgen. Wenn Sie es nicht tun, werden es andere machen……und die handeln im Zweifel immer im eigenen Interesse. Bleiben Sie aktiv und nutzen Sie die Gunst der Stunde, denn Chancen sind häufiger vorhanden als man denkt und erinnern sie sich bei Gelegenheit an ihre Anfangszeit, dort sind sie auch Risiken eingegangen und zwar wesentlich größere als heute.

Fischers Zeilen im März

veröffentlicht am
10.03.2015

Der Nebel lichtet sich langsam aber sicher……….und es treten wieder interessante Neuigkeiten in das Rampenlicht des deutschen Gesundheitsmarktes.

 

So werden die KVen nun aufgefordert, deutlich strenger und limitierender Nachbesetzungen zu prüfen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Da war es doch normal, dass eine Nachbesetzung beim Zulassungsausschuss eingeläutet wurde und am Ende eine Fortführung der Praxis oder eine Verschiebung des KV Sitzes in ein größeres Konstrukt umgesetzt wurde. Heute, ja heute wird erst einmal überprüft, ob denn der KV Sitz überhaupt noch einmal ausgeschrieben wird………aber selbst das geht den selbst ernannten Politprofis noch zu langsam………jetzt „soll“ – noch nicht „muss“ – die  Überversorgung abgebaut werden. Was bedeutet das im Einzelnen? In der Vergangenheit wollte oder konnte der Zulassungsausschuss die Überversorgung nicht abbauen……….nun soll durch eine strengere Prüfung der Bedarfsnotwendigkeit die Lücke gefunden werden um endlich KV Sitze und damit Lizenzen vom Markt zu nehmen, getreu dem Motto „wenig Lizenzen, wenig Ausgaben“.

 

Dabei vergessen wir natürlich die Überalterung der Gesellschaft und der Drang nach immer mehr Gesundheitsdienstleistungen durch die Bevölkerung. Das bedeutet letztlich eine weitere Arbeitsverdichtung verbunden mit weniger Einnahmen, da am Ende ja keineswegs die Leistungen alle bezahlt werden, die der arme Kassenarzt alle erbringen muss und dann soll noch eine Lenkungsstelle dafür sorgen, dass die Patienten, die so lange auf einen Facharzttermin warten, diesen endlich im Krankenhaus bekommen. Was hatten wir da unlängst bei der Grippewelle mit biblischen Ausmaßen von den Krankenhäusern gehört……….“man wolle mehr Geld, da die Notfallambulanzen überfüllt seien und die 32.- € Fallwert die Kosten von über 100.- € nicht decken würden“. Da sind wir doch gespannt, für welches Geld und mit welchem Personal die Krankenhäuser dann den Ansturm von vertrösteten Facharztpatienten bewältigen wollen. Es wäre doch schön gewesen, wenn den Politikern der „Linksaußen“ Lafontaine wieder eingefallen wäre:

 

Wenn wir kein Geld haben, dann brauchen wir wenigstens gute Ideen.


Aber, das hat er ja gesagt, als er noch Finanzminister war……….und nicht in der Fundamentalopposition. Gute Ideen sind – gerade was das Gesundheitswesen angeht doch Fehlanzeige.

 

Ach du schöne heile Welt………….100.-€ Fallwert, davon träumen fast alle niedergelassenen Fachärzte doch längst, selbst der Radiologe muss froh sein, wenn er immerhin noch 100.- € für eine Kernspinleistung bekommt. Alle anderen Fachärzte liegen da deutlich drunter…….nur wenige – die Strahlentherapeuten gehören auch dazu – bekommen tatsächlich alles bezahlt, was erbracht wird.

 

Ob das so bleibt……….auch eine berechtigte Frage. Es sieht ja nach einer EBM Änderung aus……die aber trotz vieler Spekulationen wahrscheinlich erst zu Beginn 2016 kommen wird. Darin werden sicher einschneidende Änderungen vorkommen, wie etwa die Reduzierung der MLC Pauschale was die Strahlentherapeuten deutlich tangieren dürfte, aber es wird auch wieder „Licht am Ende des Tunnels“ geben, durch die Berücksichtigung der überfälligen Ziffern bei der IMRT und IGRT.

 

In meiner täglichen Arbeit bin ich auch regelmäßig vom Wahnsinn bedroht. Da gibt es Krankenhäuser, die über 5 Mio. € über die Station durch die strahlentherapeutischen DRG´s einfahren, wenn es dann aber um die Verteilung geht, so lange herum rechnen, bis die Abteilung ein Defizit von einer Million produziert um dann aber gleich wieder darauf zu bestehen, dass man die Strahlentherapie unbedingt bräuchte (offensichtlich als Verlustbringer)……..und die KV Sitze natürlich kostenfrei erhält. Oder wenn an anderer Stelle, der ambulante Anteil nur desaströs ist, man selbst keinen nachhaltigen Ruf in der Teletherapie hat aber trotzdem im persönlichen Gespräch von der Wichtigkeit im europäischen Rang spricht oder wenn Krankenhäuser schlicht die Ratschläge, die man gibt nicht umsetzen und letztlich dann eine Einrichtung mit großer Tradition profanen Überlegungen von Mehrheiten opfert…………ja, da ist man schon kurz vor der Verzweiflung. Oder wenn junge Strahlentherapeuten – frisch aus der Uniklinik, die bekanntlich nicht wirklich gut zahlt – plötzlich dann von 170.000.- € Gehalt träumen, obwohl man gerade erst Facharzt geworden ist und von der Entwicklung einer Abteilung oder Praxis nicht wirklich eine Ahnung hat, dabei aber dann die Chancen  nicht erkennt, wenn man eine Perle vor sich liegen hat. Oder ein Facharzt, der in einem Bundesland für einen KV Sitz – ohne Praxis tatsächlich einen Preis von 1,05 Mio. € bezahlt hat, obwohl viele größere Einheiten vorher dankbar abgelehnt hatten………natürlich hätte man dann von der ansässigen Standesbank erwarten können, dass man vor solcherlei Geschäfte warnt……….weit gefehlt……Hauptsache man finanziert……….ob das jemals rückzahlbar ist, steht auf einem anderen Blatt.  Eigentlich könnte es uns egal sein, aber so sind mein Team und ich nicht gestrickt………daher leiden wir im deutschen Gesundheitswesen. Daher rate ich meinen Kunden so wie Alan Kay, weiterhin das Heft des Handelns selbst in der Hand zu haben:

 

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.


Eines wird aber ganz klar immer deutlicher. Der Markt hat sich gedreht, sowohl für die Medizintechnik als auch für die Strahlentherapien. Der Verkauf stockt denn Projekte sind rar und Reinvestitionen werden geschoben. Mal so in eine Praxis einsteigen………..unmöglich; regelhaft werden Probezeiten von 1-3 Jahren vereinbart, die Preise steigen und die Fehlinvestitionen nehmen zu. Ganz besonders sinnlos ist zumeist, wenn man in einem großen Konstrukt mit Radiologen, Nuklearmedizinern oder anderen Fachärzten einsteigt um am Ende festzustellen, dass man mit dem zugesprochenen Gewinnanteil gerade mal den Einstieg finanzieren kann. 

 

Natürlich ist das alles ein „Jammern auf hohem Niveau“, aber die möglichen Fehlentwicklungen gelten dann immer gleich für mehrere Jahre und werden nicht mehr schnell beseitigt. So konnte und kann niemand die Verhältniszahlen der KBV bei den Strahlentherapeuten nachvollziehen…….ist egal, diese gelten noch. Natürlich haben wir uns bei den Bayrischen Strahlentherapeuten eingebracht und wollten der KVB bei der Planung und Verteilung der KV Sitze helfen……..wurden aber schlicht ignoriert. Ob dadurch das Ergebnis besser geworden ist, darf zumindest bezweifelt werden, da die dort handelnden Personen sicher deutlich weniger vom Markt verstehen als wir. So ist es in allen Bereichen………..die Projekte werden immer schwieriger, komplexer und eigentlich unlösbar; aber Wunder werden immer wieder erwartet. Daher mein klarer Rat: Tun Sie das, was Sie für richtig halten………….warten Sie nicht, die Zeit wird Ihnen später fehlen. Um es mit Molière zu sagen:

 

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.


Insoweit bleiben Sie am „Ball“ und lassen Sie nicht die Chancen aus, die sich Ihnen bieten werden. Die Neuregelung beim MVZ (eine Fachrichtung) wird Ihnen Chancen eröffnen, die Sie als Strahlentherapeut dann ohne Ihr Profil zu verwaschen, nutzen sollten.

Fischers Zeilen im Mai

veröffentlicht am
20.05.2014

Viele hatten die Vermutung, dass nach der durchgesetzten Niederlassungssperre keine Bewegung mehr im Markt wäre. Das war aber weit gefehlt. Diejenigen, die bereits gut vertreten sind, wachsen weiter und das nicht immer nur in der angestammten Region.


So wurden neue Einrichtungen von Universitätskliniken als MVZ Ableger in Betrieb genommen wie zum Beispiel in Weinheim durch die Uni Heidelberg, in Reutlingen, Stuttgart Diakonie von der Uniklinik Tübingen und in Mannheim von der dortigen Klinik, in Lörrach von Basel aus eine neue Einheit aufgebaut.


Weitere Einrichtungen der Kliniken sind in Planung oder Bau wie z.B. in Horb (UKT) oder am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart (Marienhospital Stuttgart).


Die Niedergelassenen dagegen haben da eher mit der Kassensitzproblematik zu kämpfen. Dennoch gab es auch dort noch Bewegunghier wurden z.B. in Landau Pfalz oder in Neckarsulm noch  Einrichtungen eröffnet, die Praxis in Hamm wurde von Kollegen übernommen oder die Praxis in Baden Baden auch von einem größeren Konstrukt eingebunden und auch eine Praxis in Duisburg von einem Krankenhaus gekauft. Alles getreu dem Motto von Gerhard Zinser:


Einer muss anfangen, dann gerät der Markt in Bewegung


Was sagt uns das?


Ganz offensichtlich gibt es noch Möglichkeiten Projekte umzusetzen.manche Kliniken haben in den MVZ´s Kassensitze gebunkert um für diese Fragestellungen gerüstet zu sein. Bei den Praxen geht der Trend eher in Richtung Übernahmen. Hin und wieder stehen dann auch Abteilungen zum Kauf an, dies wird sich aber noch deutlich erweitern, wenn die ersten schwierigen wirtschaftlichen Zeiten anbrechen, da die Vielzahl an stationären Einrichtungen eben nicht so wirtschaftlich arbeitet wie die Praxen. Dann könnte es für die moderne Siedlungspolitik der Uniklinken doch noch einmal eng werden..aber hier zahlt ja trotzdem der Steuerzahler die Expansion..auch wenn es am Ende vielleicht nicht gut läuft.


Nur so sind dann ja auch einige Engagements zu erklären, die derzeit noch in der finalen Phase sind.Geld und Wirtschaftlichkeit spielt keine Rolle.pure Größe dagegen schon.


Seitdem ich in der Strahlentherapie tätig bin versuchen wir ausschließlich tragfähige Einrichtungen umzusetzen, da jede Einheit sich selbst rechnen muss. Den Leitspruch würde man sich hin und wieder bei den Kliniken wünschen.


Die Entwicklung ist daher mehrteilig. Da steigen die Preise für Vertragsarztsitze von 0,0 € auf 250.000.- € oder dann auf 600.000.-€ getreu dem Motto.jetzt ist Zahltag und das ist unsere Eintrittskarte in den GKV Bereich. Da Praxiseinstiege dann aber aufgrund der Altersstruktur der Betreiber relativ selten sind – die große Welle der Niederlassungen kam erst ab dem Jahr 2000 – bedeutet das..geringes Angebot..hoher Preis. Das gilt natürlich nicht für jeden Landstrich und jede Einrichtung, aber die Tendenz ist eindeutig.


Sicher darf bezweifelt werden, dass Karl Lagerfeld die Anteilspreise bei den deutschen Strahlentherapien meinte:


Der Höhepunkt des Luxus ist es, nicht nach dem Preis zu gucken.


Das können sich die Einsteiger oder Übernehmer leider nicht erlauben, denn mit Barmitteln hat das in der Regel noch keiner bezahlt. Da steht dann die Bank hinter einem und möchte die zugesagten Rückflüsse haben.


Neben der Preisentwicklung von Kassenarztsitzen oder Praxisanteilen gibt es aber immer die gleichen Unwägbarkeiten.Neuerungen in der Abrechnung, Begehrlichkeiten der lieben umliegenden Nachbarn oder die Versuche von anderen Einrichtungen Sonderbedarfszulassungen umzusetzen. Bisher sicher ein wenig erfolgversprechender Weg, da alle im KV Bezirk (Bundesland) zugelassenen Kollegen gefragt werden..und die erkennen aus durchaus nachvollziehbaren Gründen sicher niemals eine Notwendigkeit für weitere Sitze an.


Jammern hilft da nicht. Jeder von Ihnen ist gefordert mit offenen Augen durch den Markt zu laufen und sich seine eigenen Gedanken zu machen.


Manch einer Ihrer Kollegen wartet wie die Schlange auf den Hasen um im richtigen Augenblick zuzuschlagen, andere wiederum nutzen die Verschnaufpause um strukturell in der Einrichtung etwas zu verändern, wieder andere wachsen in die Fachärzteschaft der angrenzenden Fächer (Urologie, Gynäkologie, Onkologie) hinein. Jeder der Wege hat seine Berechtigung und kann zum Ziel führen, die eigene Präsenz besser auszubauen.


Dabei muss man natürlich selbst ebenso aufpassen, denn die anstehenden Änderungen zur ASV (ambulante spezialärztliche Versorgung) führen immer mehr zu einer interdisziplinären Lösung. Es wird nicht nur darum gehen, die alten § 116 Fälle in ein neues Kleid zu stecken, sondern eher darum in der Zukunft weiter an der Versorgung teilnehmen zu können. Leider wird damit der aktuelle Status der unbudgetierten Abrechnung ebenso gefährdet wie die Einzelabrechnung von Leistungen. Interdisziplinäres Vorgehen bedeutet am Ende eben auch gemeinsame Abrechnungund dann ist da wieder die Frage, wie groß das Kuchenstück der Strahlentherapie sein wird. Mehr wird es automatisch nie, auch wenn man sich das immer wünscht. Aber hier würde der Blick zu den anderen Fachrichtungen aufzeigen, dass wir im Gegensatz zu fast allen anderen Leistungserbringern fast alles bezahlt bekommen was erbracht wird. Bei anderen ist da die Quote schon nur noch bei unter 50 %.


Wilhelm Busch hat uns ja schon gewarnt:


Und wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe


Ich darf Sie in diesem Sinn ermutigen weiter aktiv die Rolle der deutschen Strahlentherapie im Konzert der Fachärzte und in der Versorgung der onkologischen Patienten mit zu gestalten, nicht das wir am Ende nur noch reine Gerätebediener werden und die echten Probleme und Strukturen ohne uns gelöst werden.

Fischers Zeilen im März

veröffentlicht am
08.03.2013

Zuerst war der Beschluss vom GBA am 6.9.2012.und es war Geschichte, dass sich die Strahlentherapeuten neben einigen anderen Exoten frei niederlassen konnten.manche wussten schon eher davon, und konnten für sich dadurch den einen oder anderen Vorteil verschaffen. Dass diese internen Informationen – gerade von Universitätskliniken aus dem süddeutschen Raum – genutzt werden konnten, lässt doch am Ende auf eine gute Vernetzung zwischen den Elfenbeintürmen der Forschung und den Niederungen der Praxis vermuten. Der eine oder andere Informierte dachte da wohl an Matthias Claudius:

Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.

Jeder beratend tätige Unternehmer – ob Arzt oder anderer Freiberufler – versucht das Infotainment für sich zu nutzen, denn der spezifische und eklatante Wissensvorsprung in unabänderlichen Dingen – seien diese honorarpolitisch oder KV rechtlich – ist bares Geld wert. Während wir darin unsere tägliche Arbeit sehen ist dies für andere eben eine konsequente Erweiterung ihres eigenen Sprengels, ja dient am Ende der eigenen Ausweitung des Machtbereiches. Wie auch immer, dem „freundlichen Beschluss“ folgte dann kurz vor Weihnachten das Präsent, das aber – aufgrund der Sperrigkeit und dem Inhalt der zuweilen eine gewisse Grundaggressivität auslösen kann – keinen Platz unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat.

Auch wenn wir unterstellen dürfen, dass sich die Kollegen des GBA wirklich Mühe gemacht haben.so bleibt am Ende doch die Feststellung, dass eine Verhältniszahl von 1 Arzt auf 173.000 Einwohner nicht die bundesdeutsche Wirklichkeit trifft. Zudem haben wir seit dem Jahr 2011 noch die Freundlichkeit zu ertragen, die unter dem Stichwort „Strahlenschutzrichtlinie“ für einen Beschleuniger grundsätzlich – wenn man diesen wirtschaftlich betreiben will – zwei Fachärzte vorsieht. Nicht, dass wir das jemals in Frage gestellt hätten, aber durch die Bedarfsplanung wird dies sicher in einigen Fällen dann unmöglich werden. Ob es dann wie angemahnt eine Zulassung über Sonderbedarf gibt, die Richtlinie Strahlenschutz höher einzuschätzen ist als die Bedarfsplanung oder ob man noch am Ende Nachbesserungen sehen wird.keiner weiß so recht Bescheid. Eines darf man aber festhalten, die Situation wird sich grundlegend ändern. Dies ist auch gut so!!! Hier wiederhole ich zwar unsere Aussage vom Juni 2012 aber es war nicht zu übersehen, dass eine ganze Reihe an Niederlassungen völlig sinnbefreit von Radiologen oder Krankenhäusern angeschoben wurde, die dann für 20 oder mehr (!!!) Patienten pro Jahr eine deutliche Erleichterung darstellten. Gut, bei den Radiologen hatte dies noch den Charme einer Quersubventionierung, bei Krankenhäusern bzw. den Trägern muss man dennoch den Rückfall in die Siebziger konstatieren, als jeder Landrat sein Krankenhaus brauchte (die meisten würden das heute gerne vergessen) um vom Volk wieder auf den geliebten Posten gehoben zu werden. Bei so vielen „Normalos“, die solch tolle Ideen haben kommt mir George Bernhard Shaw in den Sinn:

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Seht Euch an, was uns die normalen gebracht haben.

Welchen Sinn sollen sonst Niederlassungen in jedem Kuhkaff machen? Naja, abgerechnet wird mal wieder am Schluss. Besonders interessant ist dabei natürlich, dass derzeit nach der Arbeit der Staatsanwaltschaften bei etlichen Abrechnungskünstlern vor allem aus Preußen sich bei den KVen und den Kassen der Eindruck verstärkt hat, dass es den Strahlentherapeuten doch viel zu gut geht und man da gerne mal mit dem Rasenmäher 30 % runterschneiden möchte. Verständlich möchte man sagen, da nach den immer wieder auftauchenden Überschriften in großen Zeitungen zum Thema Abrechnung – Apotheker, Kardiologen und Radiologen nun die Strahlentherapeuten oder betreibende MVZ´s von den ansonsten unterbeschäftigen Sonderkommissionengenau unter die Beamtenlupe genommen werden – die Bezahler und Geldverteiler im System langsam die Nase voll haben.

Was bedeutet das aber für die Strahlentherapeuten. Während die Bedarfsplanung endlich die Sicherheit im Sperrbezirk bringt und man keine großen Schweißperlen mehr auf der Stirn bekommen wird, wenn das Nachbarkrankenhaus oder in der Nachbargemeinde plötzlich die große Rolle in der Onkologie entdeckt wird, werden andererseits die Neuen die Zeche zahlen müssen. Es wird wie vormals bei der Großgeräteplanung kommen, die nur den Altvorderen genutzt hat. Die Praxen werden am Ende noch einmal richtig vergoldet, während das sozialpolitische Umfeld schlechter wird und die Bezahler im System für sinkende Vergütungen sorgen werden. Wie das gelaufen ist, kann man noch heute in der Radiologie ansehen.viele hatten sich in den Neunzigern verkalkuliert und sind entweder untergegangen, knabbern noch heute daran oder aber wurden von großen Dienstleistungsstaubsaugern vom Markt geschluckt. Es ist bedauerlich, dass diese Entwicklung nun ebenso die Strahlentherapie treffen wird.

Wer den täglichen Wahnsinn in der Politik verfolgt, darf sich über die kleinen Überraschungen im Gesundheitswesen aber nicht mehr aufregen. Wenn in Italien ein Clown zum Politiker oder ein selbsternannter Politiker zum Clown wird, wenn man mit Wahlversprechen wie dort Wahlen gewinnen kann, dann darf man in Deutschland doch froh sein nur solche Probleme zu haben.

Das Ergebnis dieser sicher lange durchdachten Bedarfsplanung..eine Sperrung fast über das gesamte Bundesgebietund daher bleibt mir nur zu sagen, jeder der heute eine Praxis hat ist zu beglückwünschen und den Frischlingen wünsche ich dann einen langen Atem. Ich will damit sagen, es macht keinen Sinn voll Wehmut zurück zu schauen, sondern Ärmel hochkrempeln und die neuen Herausforderungen annehmen. Um es mit Albert Einstein zu sagen:

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Frage an Heinz-Peter Fischer

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Fischers Zeilen

Hier berichte ich über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.