„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Blog

Schmerzgrenze bald überschritten

veröffentlicht am
26.06.2010

Der Stimmenwirrwarr in der Regierung könnte man fast mit den Tönen der Vuvuzelas vergleichen.ein dauerhafter Summton im hohen Dezibelbereich, der die Schmerzgrenze schon wieder zu überschreiten droht.

Immer öfter treten die Spitzen der Koalition zusammen, um in immer kürzeren Abständen die Treueschwüre zu brechen. Es ist fast schon nebensächlich an welchem Thema sich die Gemüter erhitzen, es scheint vielmehr eine Frage der Lust an der eigenen Selbstdemontage zu seinanders ist ein solches Erscheinungsbild nicht zu erklären. Klar, natürlich hat die jetzige Bundesregierung nicht selbst die Finanzmarktkrise ausgelöst und die vielen Millionen Arbeitslosen gab es auch schon vorher, genauso wie die überbordende Staatsverschuldung..aber was wir, die Menschen, Bürger und Wähler in Deutschland erwartet hatten war doch eine Neuausrichtung, eine mutige Politik die Wahrheit, Klarheit und Nachhaltigkeit als Prinzipien entdeckt hat.

Die Enttäuschung – auch meine persönliche – rührt somit daher, dass nichts von alledem zu erkennen ist. Da werden noch schnell einige Steuergeschenke – im Ohr bleibt nur die Steuererleichterung für Hoteliers – verabschiedet, um kaum wenige Wochen später an die Opferbereitschaft der Bürger zu appellieren. Politik aus einem Guss schaut anders aus, da wird nicht mit der Rasenmähermethode versucht überall ein bisschen zu kürzen um am Ende eine vernünftige Summe stehen zu haben sondern es werden klare Ziele formuliert die nicht das Ergebnis eines Kompromisses sind sondern Umsetzungen in Reinkultur. Da muss sich eine Koalition einfach damit auch bescheiden, wenn nicht jede Partei in jedem Thema mitreden kann, sondern die eine Partei das Thema Gesundheit bespielt während die andere Partei ihren Schwerpunkt im Bereich Verteidigung oder Steuern hat. Aber von solchen Idealvorstellungen wie „Durchregieren“ sind wir Lichtjahre entfernt.

Nachdem Deutschland nun den Grandprix de Eurovision gewonnen hat und im „Lena-Fieber“ ist und zwischenzeitlich die Weltmeisterschaft begonnen hat, wäre doch wieder der Zeitpunkt – wie bei der letzten WM – schnell die harten Themen durchzusetzen, da diese medial dann im Fußballtaumel untergehen würden. Es ist doch verwunderlich, dass zehntausende Menschen auf den Straßen beim gemeinsamen Fernsehen eher zu Emotionen neigen als ein Aufruf der linken Parteien und Gewerkschaften um gegen die Sparbeschlüsse der Regierung zu demonstrieren. Das ist Deutschland und die Politiker im Jahr 2010, kein Mumm in den Knochen und nur halbseidene Kompromisse, die am Ende jegliche klare Politiklinie unerkennbar verunstalten. Ist es das was wir wollen?

Wir werden es anlässlich der Diskussion um die Kopfpauschale sehenwas wird am Ende kommen? Jeder betont, man müsse das so erfolgreiche System der Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik erhalten, nur wie das am Ende gehen soll unter dem Damoklesschwert der Staatsverschuldung, auf dem Treibsand der negativen Demographischen Entwicklung mit der Überalterung der Gesellschaft und dem Flächenbrand der Beitragsstabilität im Hinblick auf die Ausgabenbegrenzung der Lohnzusatzkosten, das sagt uns keiner.weil es hier keine „schmerzfreie Lösung“ geben wird. Irgendeinen Tod müssen wir sterben.das ist sicher. Sozial verträglich bzw. gut für die Krankenversicherung wäre ein schnelles Ableben – aber bitte zuhause!!!

Im letzten Newsletter hatte ich die Frage nach der Finanzierung eben dieses Gesundheitswesens beantwortet. Dabei hatten wir nur den Punkt „Einnahmensteigerung innerhalb der GKV Logik“ bearbeitet. Heute wollen wir uns der dem Bereich außerhalb der GKV Logik einmal ansehen:

Einnahmesteigerungen außerhalb der GKV Logik

Was haben wir, was hat der Staat für Möglichkeiten Geld für die Krankenversorgung außerhalb der bisherigen GKV Logik zu akquirieren?

  1. Abschaffung der Familienversicherung; wenn der Staat diese Familienpolitik will, sollte er es über die Steuer finanzieren und nicht über Beiträge. Ich denke da an die Gutverdiener, die alleine arbeiten und dann zuhause 4 Kinder und den Ehegatten haben und sich in der GKV pudelwohl fühlen, da sie hier einen billigen Versicherungsschutz genießen. Die Abschaffung ist umsetzbar!!!
  2. Risikoabhängiger Beitrag; wer Extremsport betreibt oder ansonsten an der Kante lebt, kann nicht immer die Allgemeinheit damit belasten, dann muss er eben auch mehr bezahlen. Die Einbindung von Risikoprämien ist problemlos umsetzbar!!!
  3. Reine Steuerfinanzierung; das mündet automatisch in einen nationalen Gesundheitsdienst und das dies nicht funktioniert, wissen wir seit dem Ende der DDR und sehe das auch in Großbritannienaußer wir sind mit einer deutlichen Verschlechterung der Versorgung einverstanden.eher nicht, daher nicht umsetzbar!!!
  4. Zweckgebundene Sondersteuern; die „Rauchersteuer“ würde nicht nur einen Bevölkerungsteil diskriminieren (ich bin im Übrigen Nichtraucher) sondern sollte dann nicht zur Stopfung von anderen Haushaltslöchern verwendet werden; da dies – wie wir wissen sehr unwahrscheinlich ist – ist eine solche Sondersteuer schwer umsetzbar!!! Es wäre dann auch die Frage, welche menschliche Schwäche eine weitere Sondersteuer auslösen würde.Übergewicht, Kurzsichtigkeit, .
  5. Zusätzliche Kapitaldeckung wie bei Riester; das stößt aber nicht auf Gegenliebe, da damit das verfügbare Kapital der Bevölkerung wieder minimiert wird; daher wäre dies kaum umsetzbar!!!

Wie man sieht, ist dieser Bereich doch recht überschaubar. Im nächsten Newsletter werden wir uns mit dem Thema Kostenreduktion beschäftigen. Die Politikverdrossenheit kommt ja nicht von ungefähr.

Das Volk interessiert sich für die Politik, wenn sich die Politik für das Volk interessiert.

— Marie Segolene Royal

Hilflosigkeit in der Politik

veröffentlicht am
26.04.2010

Kaum hat man sich gefreut, dass der unpassende EMB 2000plus Geschichte war, kam der EBM 2008 und gleich darauf der leicht nivellierte EBM 2009. Gut, für die Strahlentherapeuten hat sich nicht wirklich viel geändert. Aber Zeit zum Verschnaufen ist wieder nicht vorhanden, denn jetzt kommt ja die neue Lösung durch den Beschluss des Bewertungsausschusses vom 26.3.2010.

Um es kurz zu machen: Sinn der Neuregelung der Regelleistungsvolumen (RLV) ist die seit Einführung der RLV festzustellende Verschiebung der Freien Leistungen zuungunsten der RLV Vergütungen zu beenden und stabile RLV´s zu produzieren und dafür die Freien Leistungen zu begrenzen. Zu dem Begriff „Freie Leistungen“ passt allerdings keine Begrenzung, daher der neu eingeführte Begriff der Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen. Im o.g. Beschluss ist keine Verringerung der Leistungen nach Kapitel 40 – für die Insider ist das klar, für die anderen: dahinter verbergen sich die Sachkosten (MLC Erstattungen) – ersichtlich, sondern diese werden zu Lasten des gesamten RLV Topfes beglichen. Insoweit wieder einmal Entwarnung an der Vergütungsfront, da die MLC Vergütungen doch einen wesentlichen Teil des Gesamthonorars der Strahlentherapeuten ausmachen.

Aber Achtung: Niemand sollte glauben, dass wir durch die derzeitige angespannte Lage bei den Kassen und der Verwirrung und Hilflosigkeit in der Politik generell ein verschnaufen empfehlen würden. Wenn man die permanente (berechtigte) Diskussion um die Kostenexplosion bei den Arzneimitteln – hier besonders auch die gigantischen Aufwendungen für die onkologische Patienten im Rahmen der Chemotherapie – betrachtet wird klar, dass der onkologische Patient den Kassen zwar wichtig ist, die Pharmaindustrie hier aber gerade dabei ist den Bogen deutlich zu überspannen. Spüren werden das zuerst die Onkologen, deren Vergütungen mit o.g. Beschluss gerade wieder etwas gesenkt wurden als wenn die Senkung der Leistung beim Arzt die Auswüchse bei der Pharmaindustrie kompensieren könnte!!! Wenn dann noch die (fast unerfüllbaren) Vorgaben der Onkologievereinbarung eingehalten werden sollen, spürt man doch ein Gefühl des Zweifels in sich aufsteigen. Werden solche Vereinbarungen zum Wohle des Patienten gemacht oder doch nur um den Kassen eine werbewirksame Basis zu verschaffen (für die diese gar nichts bezahlen müssen, weil es ja keiner erfüllen kann), die am Ende des Tages – wenn man es wagt die Ziffern abzurechnen einem potentiell im Raum stehenden Abrechnungsbetrug aussetzt – als Bumerang zu einem zurück kommen? In den Gesprächen mit den Kassen und den KVen kann ich mich nicht dieses Eindruckes erwehren , eher wird dieser weiter bestätigt.

In unserm letzten Newsletter hatte ich angekündigt, das Gesundheitswesen etwas näher zu betrachten. Die Frage nach dem Standpunkt des Gesundheitswesens hatten wir beantwortet und dies verknüpft mit der Aufforderung, die vorhandenen verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Heute daher die Frage:

Wie sollte das deutsche Gesundheitswesen nun finanziert werden?

Als Grundlage bräuchte man auch weiterhin ein gemischtes System im deutschen Gesundheitswesen; das besteht aus Beiträgen, Steuern und pocket money (Selbstbeteiligungen der Versicherten).

Nachdem wir aber keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen haben, sondern vielmehr ein Einnahmeproblem ist auch darauf der Fokus zu richten. Wie kommt man zu mehr und stabileren Einnahmen? Um dies zu beantworten haben wir folgende Ansätze formuliert:

a) Einnahmesteigerungen innerhalb der GKV Logik
b) Einnahmesteigerungen außerhalb der GKV Logik
c) Kostenreduktion bzw. Kostenverlagerung
d) Leistungsmengenverringerung (Rationierung)
e) Rationalisierung der Strukturen und Prozesse (Leitlinien, DMP, Netze)

Für heute wollen wir nur den ersten Punkt weiter durchgehen:

a.) Einnahmesteigerungen innerhalb der GKV Logik

Was bedeutet das und welche Möglichkeiten gibt es innerhalb der GKV Logik?

1.) Erhöhung des Beitragssatzes (ist unpopulär, und wäre angesichts von 15,5 % auch nicht nötig) >> nicht umsetzbar

2.) Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze (führt zu einer Abschaffung der PKV und das wäre der reale Todesstoß für die niedergelassenen Fachärzte) >> nicht umsetzbar

3.) Abschaffung von Sondersystemen (Beihilfen für Beamte; siehe Abschaffung PKV), geht nicht >> nicht umsetzbar

4.) Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze >> wäre sicherlich zu überlegen, da dann mehr Geld ins System kommt und das trifft erst einmal diejenigen, die genug davon haben; hier sollte man durchaus deutlich erhöhen (Ziel 150.000.- €) >> umsetzbar

5.) Erweiterung der Bemessungsgrundlage >> bringt Geld ins System; denken Sie an die vielen Rentner, die eine geringe GKV Rente haben, weil Sie immer selbständig waren und dort nie eingezahlt haben; die wurden häufig noch schnell wieder in das GKV System gespült und sind die Gewinner, da diese z.B. erhebliches Immobilienvermögen haben; daher wäre es richtig, alle Einnahmen ob Zinsen, Mieteinnahmen, Renten, usw. zu berücksichtigen >> umsetzbar

Warum nicht einmal neue Wege gehen und Veränderungen angehen, die weiter reichen als bis zur nächsten Landtags- oder Kommunalwahl?

Fehler zu machen ist ein Privileg des Tatkräftigen.

— Ingvar Kamprad

Wer Herrn Kamprad nicht kennt: er ist der Gründer von IKEA.

Das Gesundheitssystem am Ende

veröffentlicht am
09.03.2010

Hat der neue Bundesgesundheitsminister schon verspielt, ist es Absicht das System der „Großen Koalition“ an die Wand fahren zu lassen oder sind das alles nur Pannen die da einem tagtäglich im Gesundheitswesen präsentiert werden?

Sicher ist es ungeschickt wenn man als gerade angetretener Minister das eigene Schicksal mit der Frage nach einer Kopfpauschale verbindeteine Steilvorlage für den aus München sich dauernd äußernden – im Bereich Gesundheitswesen so hoch qualifizierten – Minister Söder. Der würde doch gerne Herrn Rößler die Entscheidung abnehmen, wer den Hebel bei der Guillotine umlegt.Kopf ab für die Kopfpauschale, anders ist die Äußerung aus München am Tag der Einsetzung der an sich überflüssigen Regierungskommission – überflüssig, da die Berechnungen alle schon vorliegen – nicht zu bewerten, denn laut Herrn Söder kann die Kommission nur zum Ergebnis kommen, daß die Kopfpauschale nicht funktionieren kann.

Alles eine Frage der Betrachtungsweise mag man da fast sagen. Auch Fachleute wie der Münchner Gesundheitsökonom Günter Neubauer machen sich für eine Pauschale stark. Ist es so, daß Hunderte oder gar Tausende von Ökonomen wirtschaftliche Geisterfahrer sind, während allwissend die Politik alleine vom Baum der Erkenntnis gegessen hat? Der Kritikpunkt, daß eine Pauschale mit dem sozialen Ausgleich Kosten zwischen 10 und 30 Milliarden zusätzlich auslösen würde, greift nicht. Einerseits kommt man sich bei dieser Spanne vor wie bei einem öffentlichen Bauvorhaben, welches am Ende aufgrund unabwendbarer Ereignisse doppelt so viel gekostet hat wie vorher angenommen und andererseits dienen Zahlen an dieser Stelle einer offensichtlichen Abschreckung.

Die Tatsache, daß die GKV aber schon immer Zuschüsse erhalten hat – aktuell eine Frischzellenkur von 3,9 Milliarden, damit der Beitragsanstieg durch die Konstruktion des Gesundheitsfonds nicht weiter fortschreitet – wird da bewusst verschwiegen.

Stattdessen werden nun von Horst Seehofer die Pharmaindustrie und die Ärzte als Sündenböcke ausgemacht. Die Steigerung der Honorare um 10 % sei schuldnicht die schönste Nacht seines Lebens, wie er nach der Einigung mit Ulla Schmidt zum besten gab..klar, den an den Misthaufen von der letzten Regierung möchte man getrost verschweigen.treu dem Motto des Rosenkanzlers Adenauer .“was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“aber da wird keine Lösung daraus erwachsen.

Da heißt es wachsam sein und die Äußerungen der Interessenvertreter genau analysieren. Nicht daß man am nächsten Wahltag – und das ist in Deutschland aufgrund der föderalen Struktur so ziemlich jedes Jahr – an der falschen Stelle ein Kreuz macht. Daher ganz konkret:

Wo steht unser Gesundheitswesen eigentlich heute?

Als Ausgangslage besteht ein gigantisches System einer Umverteilung:

  • von Gesunden zu Kranken
  • von Jungen zu Alten
  • von Arbeitgebern zu Arbeitnehmern
  • von besser Verdienenden zu weniger Verdienenden abhängig Beschäftigen
  • von Arbeitnehmern zu Arbeitslosen oder Nichtbeschäftigen
  • von Ledigen zu Familien
  • von Steuerzahlern mit hohen Steuern zu solchen mit geringen Steuern
  • zwischen den Sozialversicherungen (GRV, GKV, GUV)

Das muss aufgebrochen werden.  Wir werden nun in einer nachfolgenden Reihe der Newsletter die einzelnen Punkte aus unserer Sicht – aus der Ebene eines Betroffenen aus dem System – berichten und Lösungswege aufzeigen. Dies immer dem Leitspruch folgend:

Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer was du sagst.

— Matthias Claudius

Leider beherzigen unsere Volksvertreter nur den ersten Teil des Satzes.

Frage an Heinz-Peter Fischer

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Dann schreiben Sie mir eine E-Mail!

Fischers Zeilen

Hier berichte ich über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.