„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Blog

Fischers Zeilen im Dezember

veröffentlicht am
26.09.2016

Da hatte ich es noch im letzten Newsletter groß und breit geschrieben……Aktivitäten im Berufsverband und in der Vollversammlung zeigen. Aber was nutzt es, wenn immer der gleiche Mahner in der Wüste ruft und am Ende doch wieder das Ergebnis Null ist.

Auf der einen Seite sind wir in Bayern bei den KV Wahlen trotz einer konzertierten Aktion gescheitert. Natürlich liegt es daran, dass man in der Strahlentherapie über wenige Köpfe verfügt, aber die wenigen sollten dann auch wählen gehen. Oder ist man zu satt und erkennt nicht die Wichtigkeit? Naja, bald sind ja wieder Wahlen zur BLÄK, da kann man dann noch einmal üben. Im Berufsverband läuft alles wie gewohnt. Die Spitze hält sich hinsichtlich der Verhandlungen beim EBM und der GOÄ bedeckt, was angesichts der vergangenen Erfolge in den Vergütungen sicher verständlich ist. Zukünftig möchte man mehr mit den Landesverbänden kommunizieren. Das ist sicher zu befürworten, da damit eine breitere Basis und Meinungsbildung geschaffen werden kann. Allerdings ist zu befürchten, dass außer von Bayern nicht mehr viel kommen wird, da die anderen Landesgruppierungen weitgehend unorganisiert sind. Trotzdem sind wir aufgefordert uns einzubringen.

„Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit vielen zur rechten Stunde vereinigt“

Auch wenn Goethe nicht die Strahlentherapeuten meinte, so ist die Botschaft doch klar. Gemeinsam statt einsam!

Die Vergütungen werden weiter verändert werden, leider war in Berlin beim Herbstsymposium aber weder zur GOÄ noch zum EBM etwas zu erfahren. Einzig die Tatsache, dass die DRG überarbeitet werden und ab 1.1.2017 eine veränderte Situation mit sich bringen, war zu vernehmen. Das Ergebnis wird wohl die Strahlentherapeuten weniger erfreuen, aber es war zu erwarten, dass man von Seiten der Normengeber weiter Möglichkeiten sucht, Ausgaben zu reduzieren. Ob die angepeilten Änderungen der Vergütungen noch vor der Wahl kommen, darf getrost bezweifelt werden. Die GOÄ wird sicher wieder in die nächste Legislaturperiode verschoben und beim EBM muss man auch damit rechnen, dass der vorher angepeilte Start im vierten Quartal nicht eingehalten werden wird.

Dagegen wird allerorten die Einführung des Strafrechts (§ 299 a und b) doch umfangreich diskutiert. Der Gesetzgeber ist objektiv gesehen, weit über das Ziel hinausgeschossen, als er hier das Gesetz nun scharf geschalten hat. Die offensichtliche Interpretationsbreite wird noch zu allerhand interessanten Ergebnissen führen. Wie ist es denn eigentlich zu beurteilen, wenn Krankenkassen Mitarbeiter zu Medizinern schicken, um Ihnen beim „codieren“ zu helfen, will heißen, den unwissenden Ärzten zu zeigen, wie man den Patienten richtig krank macht oder wenn Kassen Selektivverträge abgeschlossen haben und dabei einzelne Leistungserbringer deutlich höher bezahlen, als die breite Masse………ist das alles noch rechtskonform…….oder sind Kooperationen noch durchführbar? Eine wunderbare Spielwiese für Anwälte ist eröffnet und man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Birgit Breuel hat es treffend formuliert:

„Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen.“

Dabei würde es doch echte Probleme geben, mit denen man sich beschäftigen könnte. So wurde die Großstudie zu Prostatakrebs die seit Anfang 2013 lief nun vorzeitig abgebrochen. Wundern braucht man sich hier nicht, wurden doch nur 343 Patienten bisher gemeldet……ein klares Zeichen, dass die Urologen die Studie bewusst boykottiert hatten um letztlich den Patienten weiter im Unklaren zu lassen, was denn nun der beste Weg sei, die Radikaloperation, die perkutane RT, die Brachytherapie oder die aktive Überwachung. Klar, wer ein Zentrum hat, muss operieren, da braucht man keine Erkenntnisse, dass vielleicht eine andere Methode besser wäre. Dabei müssen die deutschen Strahlentherapeuten aber aufpassen, hier nicht am Ende Anderen den Titel des Krebsexperten zu überlassen und am Ende nur der „Freizeichner von Plänen und der Gerätearzt“ zu sein. Dabei hätten gerade die Strahlentherapeuten die Möglichkeit diese Schlüsselfunktion einzunehmen.

Wenn wir am Ende noch die Türmchen für uns höher bauen, den Weg gehen nach mehr Ärzten und Physikern zu rufen, wie es die Schweizer tun, kann der Schuss schon nach hinten losgehen. Wie man der aktuellen Arbeit zur Infrastruktur und Personalausstattung der Strahlentherapie in der Schweiz entnehmen kann, geht man dort davon aus, bis 2020 weitere sieben Strahlentherapien zu brauchen und in der Summe inkl. der bisherigen „Unterversorgung“ beim Personal dann einen Bedarf von weiteren 72 Ärzten, 22 Physikern und 66 MTRA zu haben. Jetzt wissen wir natürlich, dass im Alpenland die Einheiten deutlich weniger Patienten haben als in Deutschland; geht natürlich, weil man viel höhere Vergütungen bekommt. Aber……wen interessiert das am Ende? Wenn nur blanke Zahlen verglichen werden, geht es wieder nur um die Erhöhungen der Mitarbeiterköpfe und die werden im Zweifel von Kollegen festgelegt und mitbefördert, die entweder in der Universität tätig oder aber schon länger in Rente sind und somit keine wirtschaftliche Verantwortung für ihr Tun tragen. Willi Millowitsch hat es hier sehr hintersinnig ausgedrückt, aber es trifft den Kern.

„Auf die Pauke hauen will jeder, aber tragen will sie keiner“

Wo geht die Reise denn hin im nächsten Jahr? Eine gute Frage, aber wie immer wird vorweihnachtlich von der einen Seite klar formuliert, dass man Steuersenkungen machen möchte………aber dann wenn man gewählt ist, „vergisst“ man wieder die große Reform. Die andere Seite kündigt an, Großverdiener endlich zur Kasse zu bitten. Diese billigen Reflexe, diesen Komödienstadel zu glauben, sollten wir endlich aufgeben. Es wird nächstes Jahr sicher eine andere Republik nach der Wahl sein. Populisten sind europaweit auf dem Vormarsch und diesen kann man nur durch gute Realpolitik begegnen, Aber wir erleben dauernd das Gegenteil davon und spülen so viele Argumente auf die Wasserräder dieser Leute. Wenn Stromerzeuger einen offenen Brief an die Kanzlerin verfassen und darauf hinweisen, dass Strom kein Luxusgut werden darf, sind wir tief gesunken. Während die energieintensiven Industrien von den Folgen der Energiewende befreit sind und letztlich nur der kleine Verbraucher die Zeche zahlt (alleine die EEG Umlage stieg von 2012 bis heute um mehr als 91 % auf 6,88 Cent/kWh), wenn nun den großen Stromkonzernen doch noch Ausgleichzahlungen in Milliardenhöhe vor Gericht zugesprochen werden, dann verzweifelt man. Die Mieten in den Städten explodieren und die Mitpreisbremse ist eher eine lockere Spaßbremse für die Vermieter. Die Zunahmen an Billiglohnbeschäftigungen und den Fakt, dass Menschen zwei oder drei Beschäftigen brauchen, um über die Runden zu kommen bedeutet eine offensichtliche Fehlentwicklung.

Man darf bezweifeln, dass die Politiker mit platten Aussagen wie „wir schaffen das“ noch über die Runden kommen werden. Wenn in den USA eine Person wie Donald Trump gewählt werden kann, in Österreich nur ein Zusammenwirken aller Basisdemokraten einen FPÖ Präsidenten verhindert hat, dann ist die mögliche Umwälzung in 2017 sehr ernst zu nehmen. Die Endphase in der Kanzlerschaft von Helmut Kohl war ähnlich geprägt-

„Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch. Doch, wo am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht.“

Unverkennbar ein Spruch von Wilhelm Busch. Am Ende wird es den herrschenden Politikern wehtun, diese Erfahrungen zu machen. Hoffen wir nur, dass wir dann wieder zu mehr echter Politik und weniger Lobbyisten Vertretung kommen. Es wäre noch ein bisschen Zeit, wieder die Menschen in unserem schönen Land ernst zu nehmen. Noch ist es nicht zu spät!

Auch wenn wir in 2017 vor schwierigen Zeiten stehen, möchte ich Ihnen und Ihren Familien ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr wünschen.

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Hier berichte ich über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.