„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Blog

Fischers Zeilen im März

veröffentlicht am
08.03.2013

Zuerst war der Beschluss vom GBA am 6.9.2012.und es war Geschichte, dass sich die Strahlentherapeuten neben einigen anderen Exoten frei niederlassen konnten.manche wussten schon eher davon, und konnten für sich dadurch den einen oder anderen Vorteil verschaffen. Dass diese internen Informationen – gerade von Universitätskliniken aus dem süddeutschen Raum – genutzt werden konnten, lässt doch am Ende auf eine gute Vernetzung zwischen den Elfenbeintürmen der Forschung und den Niederungen der Praxis vermuten. Der eine oder andere Informierte dachte da wohl an Matthias Claudius:

Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.

Jeder beratend tätige Unternehmer – ob Arzt oder anderer Freiberufler – versucht das Infotainment für sich zu nutzen, denn der spezifische und eklatante Wissensvorsprung in unabänderlichen Dingen – seien diese honorarpolitisch oder KV rechtlich – ist bares Geld wert. Während wir darin unsere tägliche Arbeit sehen ist dies für andere eben eine konsequente Erweiterung ihres eigenen Sprengels, ja dient am Ende der eigenen Ausweitung des Machtbereiches. Wie auch immer, dem „freundlichen Beschluss“ folgte dann kurz vor Weihnachten das Präsent, das aber – aufgrund der Sperrigkeit und dem Inhalt der zuweilen eine gewisse Grundaggressivität auslösen kann – keinen Platz unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat.

Auch wenn wir unterstellen dürfen, dass sich die Kollegen des GBA wirklich Mühe gemacht haben.so bleibt am Ende doch die Feststellung, dass eine Verhältniszahl von 1 Arzt auf 173.000 Einwohner nicht die bundesdeutsche Wirklichkeit trifft. Zudem haben wir seit dem Jahr 2011 noch die Freundlichkeit zu ertragen, die unter dem Stichwort „Strahlenschutzrichtlinie“ für einen Beschleuniger grundsätzlich – wenn man diesen wirtschaftlich betreiben will – zwei Fachärzte vorsieht. Nicht, dass wir das jemals in Frage gestellt hätten, aber durch die Bedarfsplanung wird dies sicher in einigen Fällen dann unmöglich werden. Ob es dann wie angemahnt eine Zulassung über Sonderbedarf gibt, die Richtlinie Strahlenschutz höher einzuschätzen ist als die Bedarfsplanung oder ob man noch am Ende Nachbesserungen sehen wird.keiner weiß so recht Bescheid. Eines darf man aber festhalten, die Situation wird sich grundlegend ändern. Dies ist auch gut so!!! Hier wiederhole ich zwar unsere Aussage vom Juni 2012 aber es war nicht zu übersehen, dass eine ganze Reihe an Niederlassungen völlig sinnbefreit von Radiologen oder Krankenhäusern angeschoben wurde, die dann für 20 oder mehr (!!!) Patienten pro Jahr eine deutliche Erleichterung darstellten. Gut, bei den Radiologen hatte dies noch den Charme einer Quersubventionierung, bei Krankenhäusern bzw. den Trägern muss man dennoch den Rückfall in die Siebziger konstatieren, als jeder Landrat sein Krankenhaus brauchte (die meisten würden das heute gerne vergessen) um vom Volk wieder auf den geliebten Posten gehoben zu werden. Bei so vielen „Normalos“, die solch tolle Ideen haben kommt mir George Bernhard Shaw in den Sinn:

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Seht Euch an, was uns die normalen gebracht haben.

Welchen Sinn sollen sonst Niederlassungen in jedem Kuhkaff machen? Naja, abgerechnet wird mal wieder am Schluss. Besonders interessant ist dabei natürlich, dass derzeit nach der Arbeit der Staatsanwaltschaften bei etlichen Abrechnungskünstlern vor allem aus Preußen sich bei den KVen und den Kassen der Eindruck verstärkt hat, dass es den Strahlentherapeuten doch viel zu gut geht und man da gerne mal mit dem Rasenmäher 30 % runterschneiden möchte. Verständlich möchte man sagen, da nach den immer wieder auftauchenden Überschriften in großen Zeitungen zum Thema Abrechnung – Apotheker, Kardiologen und Radiologen nun die Strahlentherapeuten oder betreibende MVZ´s von den ansonsten unterbeschäftigen Sonderkommissionengenau unter die Beamtenlupe genommen werden – die Bezahler und Geldverteiler im System langsam die Nase voll haben.

Was bedeutet das aber für die Strahlentherapeuten. Während die Bedarfsplanung endlich die Sicherheit im Sperrbezirk bringt und man keine großen Schweißperlen mehr auf der Stirn bekommen wird, wenn das Nachbarkrankenhaus oder in der Nachbargemeinde plötzlich die große Rolle in der Onkologie entdeckt wird, werden andererseits die Neuen die Zeche zahlen müssen. Es wird wie vormals bei der Großgeräteplanung kommen, die nur den Altvorderen genutzt hat. Die Praxen werden am Ende noch einmal richtig vergoldet, während das sozialpolitische Umfeld schlechter wird und die Bezahler im System für sinkende Vergütungen sorgen werden. Wie das gelaufen ist, kann man noch heute in der Radiologie ansehen.viele hatten sich in den Neunzigern verkalkuliert und sind entweder untergegangen, knabbern noch heute daran oder aber wurden von großen Dienstleistungsstaubsaugern vom Markt geschluckt. Es ist bedauerlich, dass diese Entwicklung nun ebenso die Strahlentherapie treffen wird.

Wer den täglichen Wahnsinn in der Politik verfolgt, darf sich über die kleinen Überraschungen im Gesundheitswesen aber nicht mehr aufregen. Wenn in Italien ein Clown zum Politiker oder ein selbsternannter Politiker zum Clown wird, wenn man mit Wahlversprechen wie dort Wahlen gewinnen kann, dann darf man in Deutschland doch froh sein nur solche Probleme zu haben.

Das Ergebnis dieser sicher lange durchdachten Bedarfsplanung..eine Sperrung fast über das gesamte Bundesgebietund daher bleibt mir nur zu sagen, jeder der heute eine Praxis hat ist zu beglückwünschen und den Frischlingen wünsche ich dann einen langen Atem. Ich will damit sagen, es macht keinen Sinn voll Wehmut zurück zu schauen, sondern Ärmel hochkrempeln und die neuen Herausforderungen annehmen. Um es mit Albert Einstein zu sagen:

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Fischers Zeilen im Juni

veröffentlicht am
19.06.2012

Finanzkrise und kein EndeGriechenlandwahl ohne echtes Ergebnis.was nutzt es, wenn die alten Eliten weiter große Versprechungen machen und am Ende auch nicht bereit sind die Gelder, die die EU Ihnen gegeben hat, wie jeder normale Schuldner zurück zu zahlen. Spanien wackelt und braucht für seine maroden Banken frisches Geld, damit man dort die über Jahre gehegte und gepflegte Immobilienblase weiter aufrecht erhalten und die Bauunternehmer weiter große Fußballclubs großzügig unterstützen können. Die Börsen auf Talfahrt, keiner glaubt so wirklich an eine Sicherheit und der Börsengang von Facebook war dann so etwas wie ein Déjà-vu an die wunderbaren Börsengänge der New economydie am Ende alle in einem Fiasko endeten.

Wenn man da seine Einkommenssteuervorauszahlung am 10.6. geleistet hat, da fragt man sich tatsächlich als deutscher Steuerzahler.wen man noch alles unterstützen soll. Am Ende sollen wir dann auch noch den Zockern von der Börse die erlittenen Verluste ausgleichen, weil man sonst ein Systemrisiko produzieren könnte..fürchterlich!!!

So schlimm war dann die DEGRO 2012 nicht, auch wenn es durchaus ungewohnt war nur noch mit zwei großen Herstellern auf der Messe zu verkehren. Der Rückzug von Siemens, die Vereinbarung von Siemens mit Varian („Bad News for Elekta“ hieß es in der Presseerklärung) und die beginnende Fußball EM waren dann doch die bestimmenden Themen. Halt!!! Natürlich war auch die bevorstehende Beplanung der Strahlentherapie und die daraus folgende Niederlassungssperre ein Thema auf der DEGRO in diesem Jahr, auch wenn nicht wirklich konkrete oder erhellende Klarstellungen erfolgten. Faktisch kennt jetzt jeder die Deadline, dass ab dem 1.1.2013 bundesweit eine Bedarfsplanung gelten soll. Dazu soll der GBA die Daten und Fakten im Juni 2012 erarbeiten und dann an die örtlichen KVen weiterreichen. Diese sollen dann ab dem 1.1.2013 diese umsetzen.

Selbst wenn der GBA das nun schaffen sollte (was derzeit nicht 100 % sicher ist) hängt es immer noch von den einzelnen KVen ab wie schnell dies dann vor Ort umgesetzt wird. Zudem darf man gespannt sein, wie man mit Projekten umgehen wird, die zwar bereits begonnen wurden aber aufgrund der langen Vorlaufphase in der Strahlentherapie entweder baulich oder von der Gerätetechnik her noch nicht in fertig sind. Wird man dann in Ballungszentren wie München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin dann einfach den Hammer fallen lassen (mit der Konsequenz von vielen Pleiten) oder versucht man dann den mit Sicherheit anstehenden Klagen aus dem Weg zu gehen. Wenn wir uns an die Situation von 1992 zurück erinnern, dann hatten die KVen tatsächlich die Stichtagsbetrachtung glashart umgesetzt. Man wird abwarten müssen. Wahrscheinlich handeln die KVen aber wie Fidel Castro, der anlässlich der Cubanischen Revolution meinte:

Respekt vor fremdem Eigentum ist langweilig und hält nur unnötig auf.

Völlig egal wie es am Ende ausgehen wird, für die bisherigen Einrichtungen wird diese Bedarfsplanung ein Segen sein. Ich  kann nicht leugnen, dass es wirklich an der Zeit ist etwas zu ändern. Alleine die reihenweise überflüssigen Einrichtungen in Ostbayern sind ein beredtes Bespiel welche nachteiligen Entwicklungen möglich werden, wenn allerorts Neugründungen möglich sind. Als Geschäftsführer der bayerischen Radioonkologen habe ich seit Jahren Zurückhaltung gepredigt und wurde von der KVB und den Kassen regelmäßig für die xte Einrichtung in München oder aber für sinnbefreite Umsetzungen im Speckgürtel der Zentren ans Kreuz genagelt. Daher ist aus meiner Sicht eine Bremse für die enorme Expansion durchaus gerechtfertigt und sinnvoll. Wir werden aber mit großer Wahrscheinlichkeit keine sinnvollen Vorgaben bei den KVen erfahren, das würde allem was ich in den letzten 20 Jahren in der Gesundheitspolitik gelernt habe, widersprechen.

Gerade jetzt, wenn wir auf der einen Seite seit November eine neue Richtlinie im Strahlenschutz haben, die deutlich mehr Ärzte und Physiker fordert (diese hatten wir mehrfach offen kritisiert und auch am Ministerium hat man die Lage, in die man die Einrichtungen ohne Not bringen wird nicht erkennen wollen) und dann durch die Bedarfsplanung im neuen Jahr eine Niederlassungssperre erhalten bin ich gespannt, wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann. Abgesehen davon hat mir auch noch kein Politiker erklären können, wie die Einrichtungen in Deutschland den so berechneten Mehrbedarf an Personal decken sollen.denn es gibt diese Leute ja nicht und wenn man heute ausbildet, dann hat man das Problem vielleicht (nicht sicher) in ein paar Jahren gelöst. Aber was ist dazwischen?

Sie merken schon, es bleibt wie immer spannend und wir werden uns nicht langweilen müssen. Vielleicht hatte Karl Valentin doch Recht als er meinte:

Früher war die Zukunft auch besser.

Vielleicht gibt es aber eine Aufklärung zur Niederlassungssperre an der anstehenden Zukunftstagung im Oktober.das Thema wird behandelt werden und bis dahin könnten die örtlichen KVen durchaus erste Umsetzungen erkennen lassen, kommen Sie vorbei und lassen sich informieren.

Fischers Zeilen im Februar

veröffentlicht am
23.02.2012

Ich hatte es schon oft in den Seminaren und Tagungen ausgesprochen seit 1977 erfolg- und hirnlose Kostendämpfungspolitik mit immer dem gleichen Ergebnis:

  • Höhere Zuzahlungen für die Versicherten
  • Abschmelzung der Leistungsansprüche
  • Geringere Einnahmen für die Leistungserbringer
  • Steigerung der Verwaltungsausgaben

Wo bleibt da der Sinn? Sehr gute Frage leider kann ich Ihnen nach knapp 20 Jahren in beratender Funktion im Gesundheitswesen diese Frage auch nicht beantworten. Aber jetzt haben wir zum Ende des letzten Jahres doch mal was ganz Neues bekommen. Ein GKV Versorgungsstrukturgesetz (VStG) da hat man sich doch gleich wieder auf die Auswirkungen gefreut. Das Gesetz soll der neue Heilsbringer werden!

Es bringen uns nicht die Dinge um, deren Gefahr wir erkannt haben, sondern das, was wir für sicher gehalten haben!
– Mark Twain

Erhaltung der flächendeckenden Versorgung, Behebung des Ärztemangels, frühere Einführung von innovativen Leistungen (mit Bezahlung!!!), Neuregelung des Honorars, Einführung der spezialärztlichen Versorgung, Veränderungen im Zulassungsrecht, die Korruptionsbekämpfung und schließlich auch die Neuordnung der Bedarfsplanung. Was ist dabei in den einzelnen Bereichen zu erwarten?

  • Neuregelung Honorare

Es soll nur noch einen Orientierungspunktwert geben; man will mit Zuschlägen arbeiten um unterversorgte Gebiete oder förderwürdige Leistungen über das Geld attraktiver zu machen; zudem soll mit der Rolle rückwärts wieder mehr vor Ort die Vergütung verhandelt werden und weniger zentral..die Überschrift: Stärkung der Regionalstrukturen

  • Honorarverteilung

Wie immer die eierlegende Wollmilchsau; zuerst wird man die RLV und QZV wieder einstampfen (hatten uns gerade daran gewöhnt), dafür kommt wieder die alte Regelung des HVM; gleichzeitig soll eine Kalkulationssicherheit herrschen, dies jedoch mit einer Beschränkung der Leistungsausweitung; keine Beschränkungen in unterversorgten Gebieten, Förderung der Telemedizin (klar, wenn man keinen Arzt vor Ort findet, dann eben per Videoschaltung); weitere Sprachblase gefällig: „Honorierung kooperativer Behandlungsformen“; auch hier sollte die berechtigte Frage nach dem Ursprung dieser neuen sprudelnden Geldquelle kommen

  • Spezialärztliche Versorgung

Klare Nachfolgeregelung für den § 116 b; allerdings bietet sich hier eine Subspezialisierung für Ärzte und Krankenhäuser an; hier könnte die Vergütung aber direkt von den Kassen kommen auf der Grundlage einer neuen Gebührenordnungviel Spaß kann ich da nur sagen; wer verhandelt denn das im Vorfeld? Die Berufsverbände, die Kassen, die KVen oder die Krankenhäuser?! Es soll zudem zu einer pauschalierten Vergütung kommen; diese Entwicklung war klar, die Einzelleistungsvergütung war den Kassen ein Dorn im Auge; so kann man selbst den komplexesten Fall zu einer einheitlichen Billigwährung abrufenbravo!!!

  • KV Recht, Praxisabgabe und sonstiges

Ein Vorkaufsrecht für die KV; natürlich mit Geld von den Mitgliedern!!! Zulassungen in Planungsbereichen mit einem Versorgungsgrad über 100 % können befristet werden, Abschaffung der Residenzpflicht, leichtere Genehmigung von Filialen, Anstellungs KV Sitze können wieder rückgewandelt werden

  • Korruptionsbekämpfung

Der Arzt ist im Zentrum der Veranlassung von Leistungen; daher wird er von allen Seiten mit ökonomischen Anreizen oder eben auch durch eigene wirtschaftliche Zwänge beeinflusst; hier wird es eine Verschärfung des Strafgesetzbuches geben; diese führt dann zum Tatbestand der Bestechlichkeit mit all den rechtlichen Folgen für die Mediziner

  • Neuregelung der Bedarfsplanung

Alles was man hier sagen kann ist, dass bisher auch unbeplante Fächer wie die Nuklearmedizin oder die Strahlentherapie hier neu geregelt werden; während es bei den bisher beplanten Fachrichtungen um eine präzisere Planung geht zur Förderung der flächendeckenden haus- und fachärztlichen Versorgung geht es in den bisher unbeplanten Fächern um die Einführung einer Niederlassungssperre


Da wir bundesweit aktiv sind, sind uns die Entwicklungen in den verschiedenen Bundesländern bekannt. Man muss daher derzeit davon ausgehen, dass spätestens zum Ende des Jahres 2012 Neuregelungen von Bundesebene vorliegen, die dann im Verlauf des Jahres 2013 auf Landesebene umgesetzt werden. Aus den Ländern Bremen, Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Westfalen Lippe, Mecklenburg Vorpommern, Schleswig Holstein sowie Bayern sind die Zeichen klar; hier stehen Niederlassungssperren für Strahlentherapeuten an. Wer sich daher noch mit dem Gedanken trägt, einen Standort umzusetzen sollte dies in den nächsten Monaten tun; im Jahr 2013 halten wir weitere Standorte bundesweit für unwahrscheinlich oder unmöglich. Ansonsten kann man konstatieren, dass das Gesetz wie immer mehr Nachteile als Vorteile bringt und wieder eine neue Sau (die spezialärztliche Versorgung) durch das Dorf getrieben wird. Für die vorhandenen Bestandseinrichtungen bringt die Neuregelung zumindest die Sicherheit, endlich nicht permanent mit einer Bedrohung einer Neueinrichtung die Hälfte des Einzugsgebietes zu verlieren und die Unwirtschaftlichkeit zu riskieren.

Unsere Hauptaufgabe ist es nicht, zu erkennen, was unklar in weiter Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt.
– Thomas Carlyle

Fischers Zeilen zum November

veröffentlicht am
28.10.2011

Geht es Ihnen derzeit auch so.ein neuer Rettungsschirm ersetzt den alten und bei jedem Krisentreffen (früher waren das Gipfeltreffen) wird der Schirm größerhalt, Stopp; jetzt gehen wir doch von der so plastisch formulierten Situation weg und sprechen es einfach aus:

„Diese selbstverliebten Versager auf Regierungsstühlen verschleudern das Geld von Generationen, ohne dass man sich rechtzeitig Gedanken über Lösungen macht.“

So, jetzt geht es mir wieder ein bisschen besser, auch wenn ich natürlich weiß, dass ein kleiner Wutanfall nichts an der permanenten Vergrößerung des Schuldenpaktes und der parallel dazu ausufernden Hilflosigkeit der Politiker ändern wird. Seit 2008 wird in immer kürzer werdenden Abschnitten gerettet was das Zeug hält und eine Versprechung: „..eine weitere Erweiterung des Rettungsschirmes ist mit uns nicht zu machen.“ hat mittlerweile die Halbwertszeit von Tagen..das ist auch für die ansonsten mit einem Gummizug als Wirbelsäule versehenden Politiker eine neue Dimension (das Wort Rückgrat möchte ich hier gar nicht mehr verwenden..da geht man ja von Knochen aus) des Lügens, Täuschens und leere Worthülsen verschleudern.

Wahrscheinlich hat Georg Friedrich Hegel da unsere Führungsspitze gemeint:

Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts.

Da kann man nicht mehr an sich halten. Schon gar nicht, wenn man in Ergänzung dass still und leise vor sich hinköchelnde „Versorgungsgesetz“ vorgesetzt bekommt. Da werden auch wieder Worthülsen produziert und gigantische Felder zum beackern aufgezeigt; die Realität wird es wieder zeigen, es wird wahrscheinlich ein Umstechen des 20 qm Vorgartens herauskommen.

In der Übersetzung: Wir werden die Präsenzpflicht aufweichen; ok, das macht auch Sinn; lieber ein Arzt der zur Arbeit in entlegene Regionen fährt als überhaupt keinen Arzt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen; auch schön, aber es ist doch klar, dass wir die vielen Frauen die Kinder erziehen und Ihre Eltern pflegen integrieren müssen, bevor wir wieder die Ärzte aus Polen, der Ukraine, Rußland oder gar China holen. Längst überfällig, höre ich meine Kunden da sagen.richtig, kann ich nur antworten. Natürlich wollen wir weiterhin auch die „bösen Kapitalanleger“ daran hindern, den Gesundheitsmarkt zu entern (denkt man gleich an die Piratenpartei.), gerade darum ermöglichen wir weiterhin großen (privaten) Klinikketten MVZ Gründungen und Erweiterungen hemmungslos voran zu treiben. Die Politiker haben eben immer die richtigen Lösungen parat.

Genau darum suchen wir dann auch nach einer neuen Möglichkeit, den § 116 SGB V wieder über das Hintertürchen einzuführen; dieser hatte ja zu massiven Protesten geführt; jetzt nennen wir die „Sau die durch das Dorf getrieben wird“ eben spezialärztliche Versorgung. Wer dabei in der Niederlassung denkt, es könnte zu einer Verschiebung der Chancengleichheit zwischen dem ambulanten und stationären Sektor kommen, fühlt sich gleich im Anschluss bestätigt. Wer mit öffentlichen Geld in den ambulanten Bereich drängt muss nur einen Investitionsabschlag von 5 % hinnehmen; mehr muss doch der ambulante Anbieter auch nicht finanzieren. Ihre Augen weiten sichSie blättern in Ihren Bilanzen nach und sehen, dass das nicht ganz der Wahrheit entspricht. Spielt alles keine Rolle, die Kollegen im Bundestag und in den Landtagen dann über den Bundesrat werden das schon richtig machen. Ich darf Ihnen liebe Leser aber mit auf den Weg geben, dass ich Sie enttäuschen muss. Anlässlich der Podiumsdiskussion zum Versorgungsgesetz bei der letzten Zukunftstagung Mitte Oktober  in Burgellern wurde allen anwesenden Medizinern klar, dass die sogenannten Volksvertreter über Dinge abstimmen werden, die eben nicht in ihrer Tiefe und Tragweite intellektuell verstanden werden.

Wenn man den gesamten Unsinn ertragen muss, dann kann man nicht die Fassung bewahren. Da kann man eben nicht den spröden aber doch irgendwie weltläufigen Hanseaten oder den hemdsärmeligen Rheinländer mimen oder den verschmitzten Sachsen nacheifern und schon überhaupt nicht den lockeren und barock lebensfrohen Oberbayern (der eine Ministerpräsident reicht da völlig) geben; nein, wenn man kein Franke ist, wird man zu einem gemacht. Charaktereigenschaften: bärbeißig, kleinbürgerlich, cholerisch, zumeist unterschätzt aber immer aufgrund des Dialektes für leicht dümmlich gehalten und in der Moderne noch nicht ganz angekommen.

Ich rate Ihnen dringend, beschäftigen Sie sich mit dem Versorgungsgesetz. Auch wenn es wahrscheinlich nur zu Teilen ab dem 1.1.2012 umgesetzt wird, werden einige Bereiche die Märkte völlig neu sortieren und ob dann noch Platz für Sie oder Ihr Vorhaben ist, dass kann Ihnen heute keiner beantworten.

Ach ja, fast hätte ich es ja vergessen oder verdrängt. Die neue Richtlinie zum Strahlenschutz in der Medizin liegt vor. Und natürlich geben wir damit heute den Regierungspräsidien oder Landesämter ein Werkzeug an die Hand wodurch die Eröffnung oder Inbetriebnahme von Strahlentherapien deutlich beeinflusst werden kann. Die Anforderungen an die personelle Ausstattung sind weder in Deutschland oder Europa zu beschaffen. Wir werden daher gespannt auf die neue Runde der Personalabwerbungen achten die über Deutschland rollen wird. Ich hoffe es trifft Sie dabei nicht so hart, denn die Genehmigungsbehörden haben jetzt einen nachvollziehbaren Plan was man von den Einrichtungen fordern kann.

Ob dass die Kollegen, die das mitgetragen haben wirklich bis zum Ende hin durchdacht haben, darf bezweifelt werden.

Manche meinen, sie seinen liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.

meinte Wieslaw Brudzinski. Denken Sie daran, der freie Arzt wird derzeit von niemand vertreten in Deutschland, das müssen Sie Sie selbst tun.

Fischers Zeilen im Mai

veröffentlicht am
20.05.2011

Selten war ein Land so im Umbruch wie heute. Allerorten sind Veränderungen im Gange, die man sich vor wenigen Wochen niemals hätte vorstellen können.

Da übertreffen sich die Union – allen voran unser Politiker mit Grundwerten, Horst Seehofer – und die FDP in den Forderungen nach einer Beschleunigung des Ausstiegs aus dem Atomzeitalter.alles vorher harte Befürworter eben des Gegenteils und Freunde der Verlängerung der Nutzungszeiten uralter Anlagen.

Da fällt ein konservatives Stammland – Baden Württemberg – dem erklärten Autogegner wie den Grünen vor die Füße, dann wird da noch zur absoluten Überraschung ein Grüner als Ministerpräsident – auch mit den Stimmen der Gegner – gewählt..was kommt denn da noch?

Ja klar, die Erklärung vom (Ex-) Bundeswirtschaftsminister Brüderle zur besten Sendezeit, dass es bei den Gläubigern der Griechen wohl zu einem „haircut“ kommen muss, zu einem Forderungsverzicht um das Land, das ein Fass ohne Boden zu sein scheint, endlich wieder Bodenfühlung zukommen zu lassen. Wenn dann gleich mal so von 50 % gesprochen wird, dann wissen wir doch wieder wer das bezahlt..ja die Deutschen, hier in der Person der Banken und Landesbanken, die natürlich da ganz gewaltig in die ach so sicheren Griechischen Staatsanleihen investiert hatten. Bei den öffentlichen und den Landesbanken geht dass dann auf das Konto.Sie ahnen es..ja, der Steuerzahler darf dann mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen.

Und ebenso unterhaltsam wie befremdlich war dann noch der Urknall in der FDP.der dazu führte, dass der Lenker des Guidomobils, unser Spaßpolitiker himself Herr Westerwelle von der Führung zurückgetreten wurde. Gleich danach durfte der „liebe Herr Rößler“, der offensichtlich dem Amt des Gesundheitsministers überdrüssig war, das wesentlich minenfreiere Feld des Wirtschaftsministers übernehmen und dem eigentlichen Gesundheitspolitiker Daniel Bahr das Feld überlassen. Der durfte gleich die bösen gesetzlichen Kassen maßregeln, die sich doch tatsächlich hinstellen und den Mitgliedern der anderen insolventen Kassen (hier BKK City) oder der in Schwierigkeiten geratenen BKK Heilberufe den Zugang zur Aufnahme verwehrten. Vor allem die AOK, Barmer und GEK sahen sich nicht in der Lage den Mitgliedern schnell und kompetent zu helfen. Stattdessen versuchte man diese abzuwimmeln oder durch stundenlanges Warten auf der Straße mürbe zu machen.  Man könnte ein solches Vorgehen „asozial“ nennen, grob rechtswidrig ist es allemal.

Genau diese verschiedenen Erscheinungen konnten wir uns vor wenigen Wochen noch überhaupt nicht vorstellen, daher wird es wirklich extrem interessant sein zu sehen, was der Neue im Gesundheitsministerium mit den bisherigen Entwürfen zum Versorgungsgesetz macht. Nicht dass es am Ende wie beim Verteidigungsministerium heißt.“einzige Baustelle“ oder „unaufgeräumter Sauhaufen“. Es gibt genügend Problemfelder für unsere Demokratieverteter, alleine es wird Zeit, dass diese erkennen das es auf eine Leistung und nicht auf das „Absitzen des Mandats“ ankommt.

Wie sagte Bettina von Arnim treffend:

Wer wagt selbst zu denken, der wird auch selber handeln."

Das ist aber genau das Problem, wer denken kann auf der Abgeordneten- oder Ministerbank wäre schon einmal im Vorteil.

In unserer Serie, wie man das Thema der sinnvollen Finanzierung unseres Gesundheitswesens näher kommen könnte, wollen wir hier weiter Stellung nehmen und würden uns wie immer freuen von Ihnen unseren Lesern auch konstruktive Äußerungen zu erhalten. Zuletzt hatten wir über die Leistungsmengenverringerung gesprochen und wollen mit den Strukturen und Prozessen abschließen:

1.) Kontrahierungsfreiheit der Kassen; eine immer wieder angeführte Forderung, diese ist jedoch für die Leistungsanbieter gefährlich, da die Kassen über eine erhebliche Marktmacht verfügen. Dennoch sollte dies für einen überschaubaren Umfang durchgängig eingeführt werden. Nicht jeder Anbieter erfüllt die Mindestvorgaben, die man sich als Patient oder Kasse heute wünschen würde.

2.) Neue Versorgungsformen; dabei muss den Interessierten „Playern“ aber die Möglichkeit gegeben werden, das tatsächlich umzusetzen. Eine Veranstaltung im Konsens mit allen Beteiligten und Nicht-beteiligten ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt (Beispiel: die so hoch gelobte integrierte Ver-sorgung bekam 0,1 % der Gesamtvergütung!!!). 

3.) Pauschalierung und Erfolgsorientierung der Honorare; und glauben Sie mir, man kann Erfolg tatsächlich messen; die angesprochene Pauschalierung muss aber anders laufen als die jetzt be-kannten Regelleistungsvolumen (RLV).

4.) Evidenzbasierte Medizin, Qualitätssicherung und Leitlinien; Qualität ist im Gesundheitswesen trotz gegenteiliger Beteuerungen immer noch Mangelware. Die immer wieder auftretenden Skandale sind nur eine Spitze des Eisberges. Wenn in allen Fächern so durchgängig nach Qualitätsleitlinien wie beispielsweise in der Strahlentherapie gearbeitet werden würde, gäbe es wesentlich bessere Ergebnisse, für die Patienten, die Versicherungen und für die Anbieter.

5.) Abschaffung von Arzneimittelvertriebsprivilegien; was heute schon durch Internetapotheken zum Teil unterlaufen wird, kann sich nicht auf Dauer halten.

6.) Fusionen von Kassen, Krankenhäusern, Ärzteverbänden; hier werden heute noch allzu häufig Posten und überflüssige Zweit- und Drittstrukturen erhalten, oft wider besseren Wissens. Während die Fusionen der Krankenkassen sich sicher noch beschleunigen werden, ist eine schnelle Änderung der Krankenhauslandschaft mit der Rückführung auf das was das Land braucht lange nicht in Sicht.

Wie immer geht es aber darum eine Vision zu haben und nicht ein Brett vor dem Kopf zu haben. Auch hier ein kleiner Hinweis von Thomas von Aquin:

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“

Frage an Heinz-Peter Fischer

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Fischers Zeilen

Hier berichte ich über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.