„Der Gewinner ist immer ein Teil der Antwort.
Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.“
„Der Gewinner hat immer einen Plan.
Der Verlierer immer eine Entschuldigung.“
„Der Gewinner sagt: ‚Lass mich das für Dich machen.‘
Der Verlierer sagt: ‚Das ist nicht meine Aufgabe.‘“
„Der Gewinner sieht für jedes Problem eine Lösung.
Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.“
„Der Gewinner vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.“
„Der Gewinner sagt: ‚Es ist schwierig, aber es ist möglich.‘
Der Verlierer sagt: ‚Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.‘“
„Der Gewinner weiß, dass professioneller Rat deutlich mehr Ertrag bringt als er kostet.
Der Verlierer glaubt, alles selbst zu können und macht dabei kostspielige Erfahrungen.“

Blog

Fischers Zeilen im Mai

veröffentlicht am
30.05.2017

Wir haben es gefühlt doch schon immer gewusst………Deutschland erzielt in der Abgabenlast für die Steuerzahler den zweiten Platz weltweit. Gut, auf diese Silbermedaille der OECD hätte man gerne verzichtet, aber man darf sich nicht wundern. Soziale Wohltaten, die wir uns über viele Jahre erarbeitet haben und auf die wir (zum Teil) auch stolz sein dürfen, kosten eben Geld. Überflügelt werden wir dabei nur noch von den Belgiern, die mit 54 % noch deutlich vor uns (49,4 %) liegen. Der Durchschnitt liegt im Übrigen bei 36 % und die Amerikaner, die ja dank des neuen Präsidenten demnächst deutliche Senkungen zu erwarten haben, liegen vor den Senkungen gar nur bei 31,7 %.

Trotzdem dürfen wir uns damit trösten, dass wir ja nicht in einem solchen „hire and fire“ System wie in den USA leben wollen. Nun ja, es gibt Nachrichten die uns nicht wirklich überraschen. Insoweit war dies daher nur eine Bestätigung unseres latenten Gefühls einer Benachteiligung durch den Staat, der den Arbeitsnehmern so fast die Hälfte der Einkünfte abgreift.

Da darf ich aber an den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt erinnern, der meinte:

„Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, der hat auch das Recht, Steuern zu sparen“

Wir hatten hierzu eine Veranstaltung für unsere Kunden Ende März durchgeführt, um ein bisschen Basisarbeit zu leisten. Bei den Bamberger Geldgesprächen ging es letztlich natürlich um die Frage, wie man aus Steuern eigenes Vermögen machen kann und welche Wege aus der Zinsfalle bzw. der staatlich gesteuerten Niedrigzinspolitik herausführen können. Die eine oder andere Antwort konnten die erschienen Gäste dann mit nach Hause nehmen. Apropos Minizinsen….ja das BGH Urteil vom letzten Dienstag macht weiter Druck auf die Finanzinstitute, die letztlich ihre Kosten mit allen Mitteln auf die Kunden abwälzen wollen. So wurde mit dem BGH Urteil bei den Bausparkassen nun die Kontoführungsgebühr in der Darlehensphase gekippt, was aus unserer Sicht auch klar ist. Wirbt man doch mit Niedrigzinsen und holt sich dann auf der anderen Seite über Gebühren und Umlagen wieder zusätzliche Beträge, die nicht im Ansatz gerechtfertigt sind. Das X tausend Mal monatlich umgesetzt lässt dann den Banker wieder strahlen.

Zurück zur Politik. Wie groß war noch die Schockstarre der Union als der „Schulzinator“ plötzlich in den Umfragen mit der SPD immer weiter an Boden gewann und zeitweise sogar vor der Kanzlerin in der Kanzlerfrage lag. Ja, diese kurze Phase der Glückseligkeit ist für die SPD schon wieder vorbei, die beiden Wahlen im Saarland und zuletzt in Schleswig Holstein waren wohl richtige Backpfeifen. Vor allem in Kiel war die Stimmung der Herren Stegner und Albig – freundlich formuliert – schockgefrostet. Nicht dass man mir jetzt eine Schadenfreude unterstellen würde, bitte nicht! Nun noch das politische Erdbeben in NRW, trotz der Tatsache dass die CDU einen Spitzenkandidaten ohne Profiltiefe hatte. Kraft(los) wirkte dann der Auftritt nach dem Debakel, sowohl von Schulz als auch von Hannelore Kraft. Am Ende werden wir im Herbst wieder eine große Koalition haben……mit den gleichen handelnden Personen wie heute. Darauf dürfen wir uns alle schon freuen.

Ob dies dann der große Wurf ist, darf bezweifelt werden. Es wird dann eben im Schneckentempo weitergehen und alles bleibt wie gehabt. Den vollmundigen Ankündigungen der milliardenschweren Entlastungen für die Bürger werden nur wieder Belastungen folgen. Aber auch hier darf mit Konrad Adenauer ein ehemaliger Bundeskanzler zitiert werden:

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“

Jetzt werden sie einwerfen……..der sieht das zu negativ. Natürlich haben Sie das Recht dazu meine Haltung zu kritisieren, aber wäre es nicht wirklich an der Zeit – wenn man schon solche Phasen der Großen Koalition hat und durchregieren kann – endlich mal was greifbares umzusetzen wie eine Steuerreform, die den Namen verdient hat? Man könnte auch endlich etwas für die Infrastruktur wie die Straßen und die Bahn tun oder ein Asylrecht schaffen, dass Probleme löst und nicht neue schafft. War da nicht die Meldung, dass nach Deutschland mehr Asylsuchende einwandern als nach Europa? Wie geht das? Klar, von außen und von innen, d.h. in Europa werden die Hilfesuchenden dann nach Deutschland durchgereicht. Trotz der Sperrung der Balkanroute kommen doch monatlich noch 15 bis 20.000 Menschen zu uns. Und das Problem der Integration ist ja keinesfalls gelöst. Viele Aufgaben aber keine Lösungen in Sicht, weil es eben keiner anpacken möchte.

Wir dürfen aber nicht den gleichen Fehler wie unsere Nachbarn in Frankreich machen. Wenn wir uns zu lange wegducken und immer nur die Globalisierung und die EU vorschieben und den Bürgern keine Lösungen anbieten, werden die Rechtsaußen weiter zulegen. In Frankreich wurde der absolute Rechtsruck bei der Präsidentenwahl gerade noch verhindert, was aber trotzdem die hohe Anzahl an Wählern für Le Pen nicht erträglicher macht. Faktisch wurde in Frankreich nur Zeit gekauft und wenn der smarte ehemalige Wirtschaftsminister Macron nicht liefert, wird der Front National bei den nächsten Wahlen weiter zulegen……und was am Ende steht ist klar.

„Wir können nicht alles tun, aber wir müssen tun, was wir können“

Das Zitat stammt von Bill Clinton und dem Satz kann man nur zustimmen. Jeder ist aufgerufen sich einzubringen und Veränderungen herbei zu führen. Tatenloses Zusehen ist keine Option mehr.

Da sind wir wieder beim Thema Gesundheit. Häufig werden mir Fragen gestellt, warum läuft das in der KV so und nicht anders, warum werden Verhandlungen so geführt und nicht nach dem Interesse des Fragenden. Dann antworte ich immer gleich uns sage: „Bringen Sie sich doch selbst ein und vertreten Sie Ihre Interessen doch ehrenamtlich“. Aber wenn man dann beispielsweise die letzten Wahlen bei der KVB betrachtet, kann man es nicht mehr glauben. Statt langfristig vorher zu planen was man tut, wird über einen Schnellschuss noch eine Kandidatenliste erstellt und am Ende stellt man fest, dass die eigenen Fachkollegen noch auf einer anderen Liste standen. Abstimmung untereinander natürlich Fehlanzeige

Ähnlich läuft es wieder mit der extrem hitzig diskutierten neuen S3 Leitlinie beim Mammakarzinom, die auf der Basis der AGO Empfehlungen umgesetzt werden wird. Das Ergebnis wird eine deutliche Reduzierung der Vergütung beim Strahlentherapeuten sein. Natürlich ist das ärgerlich, da man am Ende die Befürchtung haben muss, dass eine Hypofraktionierung bei anderen Erkrankungen folgen wird. Da wir aber eine Abrechnungsstruktur haben, die lange Serien mit vielen Fraktionen erfordert und wir zudem von der Kostenpauschale, die in der neuen Gebührenordnung gestrichen werden soll in der Strahlentherapie leben, wird die Zukunft nicht mehr ganz so rosig sein wie zuvor.

Klar, die Gynäkologen orientieren sich an den Ergebnissen, die die Basis der AGO und S3 Empfehlungen bzw. Leitlinie darstellen. Nur entstehen diese doch in der Zusammenarbeit mit Strahlentherapeuten. Leider sind diese aber häufig nur an Unikliniken angestellt und müssen sich daher um eine Reinvestition der gekauften Anlagen keine Gedanken machen. So wirkt dann auch die Herangehensweise auf einen Dritten. Offensichtlich nimmt man billigend eine deutliche Reduzierung der Vergütungen in Kauf……….mit welchem Ziel auch immer. Egal, man wird die Auswirkungen dann in den nächsten Jahren zu spüren bekommen. So oder so ähnlich müssen sich wohl die Kollegen in der Schweiz vorkommen; dort wird seit einigen Jahren die Honorarschraube gerade auch bei den Strahlentherapeuten nach unten gedreht. Die Folgen sind klar, weniger Personal, geringere Bezahlung und am Ende natürlich kaum mehr Investitionen.

Aus Österreich dagegen erreichen uns wöchentlich Nachrichten, dass dort noch ein massiver Bedarf an Einrichtungen bestehen würde. Derzeit verfügt die Alpenrepublik über 42 Linearbeschleuniger und eigentlich hat man den Bedarf auf derzeit 64 (!!!) definiert. Nun werden derzeit weitere Kapazitäten aufgebaut, aber das dauert. Bis 2020 sollen es zumindest 48 LINAC sein; aber man geht parallel von steigenden Patientenzahlen aus – man spricht von einem Plus von 20 %. Was lernen wir daraus? Der Markt ist in Bewegung und wir müssen auch im Hinblick auf die Bedarfsplanung und der Richtlinie von 173.000 Einwohnern pro Strahlentherapeut darüber nachdenken, ob diese Verhältniszahl stimmen kann. In der gesamten Bundesrepublik existieren derzeit keine freien Kassenarztsitze. An dieser Stelle hätte uns schon immer die Frage interessiert, ob die Bedarfsplanung mit der Folge der Einschränkung der Berufsfreiheit überhaupt rechtskonform ist, ist doch nach Artikel 12 des Grundgesetzes klar geregelt, dass alle Deutschen das Recht haben, Beruf und Arbeitsplatz frei zu wählen. Ich denke, dass wäre doch einmal wert, dass sich ein findiger Jurist mit der Frage beschäftigt. Sollte Johann Gottried Seume richtig liegen?

„Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit“

Wir brauchen nicht über die Gerechtigkeit nachdenken, die wird es nie geben. Aber für die Freiheit seinen Beruf an dem Ort und in der Form ausüben zu können die man für richtig hält, sollte man kämpfen.

Am Ende möchte ich Ihre bis hier gepeinigte Aufmerksamkeit auf eine zunehmend interessante Finanzierungsform richten. „Crowdinvesting“ ist das Stichwort. Viele kleine Investoren geben Geld – typisch geringe Geldbeträge – zumeist über das Internet an junge Unternehmen (Start Ups) und erhalten dafür eine Entschädigung. Ob das für einen etablierten Radiologen oder Strahlentherapeuten interessant sein kann……..ich denke man sollte sich mit der Thematik weiter beschäftigen. Führt es doch am Ende zu einer anderen Kapitalstruktur und zur Ablösung von den Banken. Denken Sie mal darüber nach, wieviel Papier Sie für die Kollegen von der anzugtragenden Zunft produzieren müssen und das Sei mehr Rendite abwerfen als die satte „0“ auf dem Anlagenkonto ist sicher unbestreitbar. 

Zurück

Frage an Heinz-Peter Fischer

Sie haben eine Frage, die Sie hier diskutiert haben möchten?
Dann schreiben Sie mir eine E-Mail!

Fischers Zeilen

Hier berichte ich über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.