Wollen wir nicht drum herumreden. Isch over, wie Herr Schäuble einst sagte. Was soll man
noch denken angesichts der Hilflosigkeit und des herrschenden Dilettantismus auf der
politischen Bühne. Da fördert die Finanzkommission 66 Vorschläge für die GKV zutage, die just
nach den Landtagswahlen und kurz vor Ostern ins Nest gelegt werden. Offensichtlich glaubt
die politische Elite wirklich, dass der Deutsche Michel so dumm ist, dass er sich nicht bis zur
nächsten Wahl erinnern kann, wer ihm diese genialen Vorschläge untergeschoben hat.
Ich möchte gar nicht auf die einzelnen Punkte eingehen, da reichen nicht 10 Newsletter um
sich inhaltlich mit den vorgelegten 483 Seiten (wovon immerhin 36 Seiten Fußnoten waren)
tiefer zu beschäftigen. Wir schauen nur auf die beiden besonders netten Aussagen zur
Beendigung der extrabudgetären Situation (6.3.8 Reformempfehlung Nr. 9: Begrenzung in der
EGV) und die Absenkung der technischen Fächer um 20-30 % (6.3.18 Reformempfehlung Nr.
19: Absenkung der Bewertung des technischen Leistungsanteils im EBM). Die Kombination
dieser beiden Punkte – in Kombination mit der Absenkung der GOÄneu für technische Fächer
wie die Radiologen muss erhebliche und berechtigte Zweifel am Zielbild der handelnden
Personen haben, weiterhin niedergelassene Praxen zu akzeptieren. Vielmehr geht es nun
stringent in Richtung Staatsmedizin, weil der Staat – wir sehen es tagtäglich – alles besser und
effizienter machen kann. Wie sagte Erskine Caldwell:
„Eine gute Regierung ist wie eine geregelte Verdauung;
solange sie funktioniert, merkt man von ihr kaum etwas.“
Dass dem nicht so ist, dürfen wir jeden Tag aufs Neue erleben. Wenn wir die oben
dargestellten Beispiele inhaltlich anschauen, passiert doch folgendes. Zuerst werden die
Honorare der Strahlentherapeuten, wie alle anderen auch, gedeckelt. Das bedeutet nichts
anderes wie eine Rationierung. Wie erklärt man dann dem Tumorpatienten, dass er sich jetzt
leider gedulden muss, weil das Budget zu Ende ist? Darauf darf man gespannt sein. Aber
getreu dem Motto – schlechtes tun und andere dafür den Kopf hinhalten lassen – muss dann
der Mediziner vor Ort dem schwer kranken Patienten oder seinen Angehörigen Rede und
Antwort stehen und nicht der versagende Staat oder die Kassenvertreter. Ebenso ist die
Berechnung im Fall einer Absenkung doch recht simpel. Schauen wir auf den Radiologen:
Bisher Einnahmen 100 Geldeinheiten
Diese 100 Geldeinheiten teilen sich in 80 Geldeinheiten GKV und 20 Geldeinheiten PKV auf.
Jetzt nehmen die die durchschnittlichen Kosten weg – das wären 70 Geldeinheiten, verbleiben
immerhin 30 Geldeinheiten. Wenn ich jetzt von den GKV-Einnahmen 30 % abziehe, fallen 24
Geldeinheiten unter den Tisch und die neue GOÄ werden nochmals mit 30 % Absenkung bei
den Schnittbildern zuschlagen. Das bedeutet eine Abstufung von 6 Geldeinheiten. Kommen
wir zum Ergebnis: 100 – 70 – 24 – 6 = „0“. Ja, man erwartet, dass der niedergelassene
Radiologe nicht nur für 0.- € arbeitet, nein er darf zur Belohnung auch noch einen
millionenschweren Kredit aufnehmen und kann wahrscheinlich schon nach 60
Wochenstunden nach Hause gehen. Finde den Fehler?!
„Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die
ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er
anvertraut ist.“
(Marcus Tullius Cicero)
Diese Haltungsgrundlage ist völlig verloren gegangen. Herzhaft gelacht habe ich dann noch,
als der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten (ja, das hätte sich Herrn Merz so nicht träumen
lassen; vorher Schulden ausgeschlossen, dann das größte Schuldenpaket mit der alten
Regierung verabschiedet, im ersten Wahlgang gescheitert und nun der Verkünder der größten
Krisen der Sozialversicherungen und des schlechtesten Wirtschaftswachstums der
Bundesrepublik Deutschland) uns noch erzählt, dass die Regierung den Arbeitgebern
vorschlägt, den Arbeitnehmern eine steuer- und abgabefreie Zulage zu zahlen. Die Regierung
nimmt permanent mehr Geld, handelt nicht, wenn es angesagt wäre (Benzinpreise) und
schlägt dann noch vor, dass die ohnehin kriselnde Wirtschaft mal eben jedem Mitarbeiter
1000.- € zusätzlich auszahlt. Früher galt noch der Konnexitätsgrundsatz – also wer bestellt,
muss auch bezahlen. Aber mittlerweile schert das keinen einzigen Politiker mehr. Die eigene
Versorgung ist gesichert, das ist das, was zählt. Wenn da draußen Menschen als Angestellte
oder noch dümmer – als Selbstständige arbeiten – hat man nur ein Ziel. Diesen Leuten das
Leben schwer zu machen und bloß nicht den erzieherischen Effekt aufgeben. Denn wer sich
kein Benzin mehr leisten kann, steigt ggf. eher auf das Elektroauto um. Das wäre eine billige
Unterstellung? Eher doch die harten Fakten auf den Punkt gebracht. Wer nicht hört, muss
eben fühlen. Zu dem größten Friedensstifter aller Zeiten (GRÖFAZ) – ja dem Dealmaker aus
den USA – kann man nicht mehr viel sagen. Täglich grüßt das Murmeltier und die Welt um ihn
herum denkt schon, er zeigt Anzeichen des Alters. Da wartet man ab, bis im Iran
wahrscheinlich bis zu 50.000 Menschen auf offener Straße umgebracht werden, weil zu dem
Zeitpunkt der „böse Diktator“ Maduro noch schnell vom „Keramikthron“ abgeholt werden
musste, um mit möglichst großer medialer Darstellung im Jogginganzug in die USA geflogen
zu werden. Hat sich danach etwas für die Menschen in Venezuela geändert – wohl eher nicht.
Der Amerikaner ist eben jemand, der gerne Staub aufwirbelt aber nie etwas richtig zu Ende
bringt. Daher sind die Freunde aus Übersee auch derart auf der ganzen Welt beliebt. Dass man
nun seit Ende Februar zwar pausenlos Einrichtungen bombardiert und der böse Iraner dann
auch noch zurückschießt (hat Trump das wirklich so falsch eingeschätzt) und sich dann noch
erdreistet, die Straße von Hormuszu sperren, hat mich offen gestanden nicht überrascht; aber
ich bin auch kein amerikanischer Präsident (der Beste!!!) oder aus seinem Beraterstab.
Interessant finde ich nur, dass das Privatvermögen der Informierten – nennen wir es an der
Stelle neutral – immer weiter ansteigt. Weit über ein faires Maß hinaus.
„Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.“
(Friedrich Schiller)
Vermutlich wird der Dealmaker dem Iran folgenden Vorschlag machen.
a.) Der Iran muss auf Atomwaffen verzichten
b.) Die Verwertung des Öls aus dem Iran wird geteilt; 65 % die USA, 35 % der Iran
c.) Den Wiederaufbau im Iran zahlt die EU
Ein echtes Win/Win/Win Geschäft. Warten wir ab, ob ich Recht behalte. Faktisch kann Herr
Putin weiterhin die Ukraine intensiv angreifen, dort fehlen mittlerweile Soldaten und dazu
kann er aufgrund desIrankriegs auch noch sein Öl wieder zu erhöhten Konditionen verkaufen.
Offensichtlich hatte der amerikanische Präsident einen umfangreichen Plan, wie er als
GRÖFAZ schnell wieder Kriege beenden kann, die er selbst angefangen hat.
Gibt es noch Lichtblicke? Ja, man kann es nicht glauben. Ungarn hat es geschafft und sich von
seiner „Familiy and Friends“ Truppe getrennt. Viktor Orban ist Geschichte und damit ist
einerseits das troyanische Pferd Russlands in der EU endlich nicht mehr am Ruder,
andererseits sieht man, dass Besuche von JD Vance doch nicht immer zum gewünschten Erfolg
führen.
„Manchmal trifft Dich das Leben wie ein Ziegelstein. Verliere
dann nicht Deine Zuversicht.“
(Steve Jobs)
Wie in jedem Newsletter habe ich wieder einige sehr interessante Beiträge für Sie
zusammenstellen können. Besonders interessant finde ich MEDVS. Nein, es ist hier nicht die
Xte Factoringgesellschaft, die PKV-Honorare gegen Entgelt für Sie ankauft. Diese
Verrechnungsstelle kauft GKV-Honorare an. Dass das möglich war und ist, war mir völlig neu
und das, obwohl ich schon seit 34 Jahren in dem Segment arbeite. Das Produkt MEDVS gibt es
auch erst seit Beginn des Jahres und wirklich jeder, der sich einmal mit dem Beginn einer
Einrichtung und den verzögerten Auszahlungen der KV beschäftigt hat, wird so eine
Möglichkeit sehr schätzen. Das ergänzt sich wunderbar mit dem Produkt MEDIPULSE, dass den
Ärzten als eine Art Copilot zur Verfügung steht und Ihnen weit bevor der Steuerberater eine
Auswertung erzeugt, einen klaren Überblick über Ihre finanzielle Situation bietet. Da die
Entwickler hier noch viel vorhaben, darf man gespannt sein, wie sich das Produkt
weiterentwickelt. Schön ist es, wieder technische Themen im Newsletter zu haben. Neben
Effigos, die dem Personal digital die richtige Lagerungs- und Aufnahmetechnik mit dem
anatomischen Lernen verknüpfen und so die nächste Generation des radiologischen Personals
auszubilden helfen, zeigt uns Ulrich medical wie mit einer optimalen Kontrastierung und
einem reibungslosen Ablauf verlässliche Diagnostik mit dem CT umzusetzen ist. Mit CT motion
Spicy und dem Contrast Booster hat man zwei Lösungen zur Hand, die sich optimal ergänzen.
Auch Siemens Healthineers hat uns mit der Vorstellung der neuen Produkte sehr glücklich
gemacht. Der neue 6 D Tisch für das Halcyon – ich durfte diesen im Werk anlässlich des
Innovation Circle ansehen – die Hypersight Funktionalität und das SGRT System Identify sind
am Ende konsequente Weiterentwicklungen einer ohnehin sehr guten Technik.
Lesen Sie und bei Bedarf kontaktieren Sie die Kooperationspartner gerne direkt – Sie können
nur profitieren! Sollten Sie unsere Informationen nicht mehr lesen wollten, darf ich Sie bitten, sich
unkompliziert auszutragen.
Ihr
Heinz Peter Fischer