Fischer’s Zeilen im Juli

Kurz vor dem Urlaub muss ich mich jetzt doch nochmal melden. Einerseits natürlich in der
Nachbetrachtung der DEGRO und andererseits kann man das politische Berlin nur noch als
Comedy verstehen. Aber von Beginn an.

Während die Ampel Regierung zumindest drei Jahre gebraucht hat, um am Ende
anzukommen, hat das die „kleinste“ große Koalition aller Zeiten doch deutlich schneller
hinbekommen. Ob das „die Zeitenwende“, „der Innovationsbooster“ oder welches neu
ausgedachte Wort auch immer sein mag – gute Politik ist es nicht.

Wenn nun langsam die Corona Politik aufgearbeitet wird und der so gescholtene Jens Spahn
schon nach dem Ende seiner Regierungszeit als Gesundheitsminister für 83 Mio. Einwohner
6.000.000.000 zum Teil nutzlose Masken gekauft hat, man die Hälfte davon weggeschmissen
hat oder diese auch noch für 4,50 Euro oder 5,20 Euro erstanden hatte (pro Stück versteht
sich) – spielt heutzutage keine Rolle mehr. Das waren noch Zeiten als ein Rudolf Scharping
wegen ein paar geschenkten Anzügen, dem planschen im Pool mit seiner Gräfin und der
Diskussion um Honorarverträgen zurücktreten musste. Heute sitzt man selbst verbrannte
Milliarden (!!!) mal locker aus und präsentiert sich als die neue konservative Hoffnung
Deutschlands. Das Wahlergebnis, das die Sozen dann ihrem lieben Genossen Jens K. gemacht
haben, war nicht eine klatschende Ohrfeige, sondern ein Exempel! Über das ein oder andere
Vorgehen vom neuen Finanzminister kann man zwar geteilter Meinung sein, aber wie man als
Partei von 15 Prozent dann auch im Selbstverständnis immer wieder den Führungsanspruch
kapriziert und die eigenen Leute fertig macht….hat schon System. Von der angestoßenen
Diskussion um „echte Friedenspolitik“ aus den linken Kreisen der SPD will ich hier nicht
weiterreden. Faktisch ist das Verhalten derer, die Herrn Putin auch nur ansatzweise mit
Schmeicheleien einschläfern wollen, zum Scheitern verurteilt. Aber vielleicht hatte der letzte
konservative sozialdemokratische Kanzler 1978 schon richtig damit gelegen als er sagte:

„Es gibt Zeiten, da ist die Bewahrung des Erreichten das
Maximum des Erreichbaren.“
(Helmut Schmidt)

    Machen wir uns nichts vor. Der Irrweg hat vor langer Zeit begonnen und ist noch nicht zu Ende.
    Es wäre Handlungsbedarf in allen Sozialsystemen – passiert ist aber nichts. Warum? Weil man
    dazu den Mut braucht, eine Veränderung anzugehen und die Kreativität, diese erst einmal zu
    erkennen. Aber wir sind eher der Bewahrer des miserablen Istzustands als der kreative Denker
    für eine neue Sache. Der gerade vorhandene Kollateralschaden bei der Wahl der
    Verfassungsrichter ist da so ein gutes Beispiel. Die SPD schlägt jemand vor, der umstritten ist.
    – Das ist der erste Fehler und die Union schafft es nicht, über den eigenen Schatten zu springen.
    – Aus konservativem Kalkül.
    Das Ergebnis? Wieder offene unbearbeitete Themen, die später nochmal auf den Tisch kommen.

      Damit hat Herr Merz neben seiner Wahl als Bundeskanzler nochmals eine historische
      „Leistung“ erzeugt. Wenn er dann dereinst als Kanzler der gebrochenen Versprechen, als
      Kanzler der zweiten Wahl oder als Kanzler der verbrannten Verfassungsrichter ins
      Geschichtsbuch eingehen wird….ist das natürlich, anders als von ihm gedacht, nicht die große
      Leistung, sondern das genaue Gegenteil. Da drängt sich mir ein Zitat eines wunderbaren zum
      Teil zynischen, aber hoch präzisen Kritikers des Politbetriebs auf:

      „Die Politik ist ein Versuch der Politiker, zusammen mit dem
      Volk mit den Problemen fertig zu werden, die das Volk ohne
      die Politiker niemals gehabt hätte.“
      (Dieter Hildebrandt)

      Wie von mir vermutet, wird der neue US Präsident darauf spekulieren, den Friedensnobelpreis
      zu bekommen – eigentlich sehr lustig, wenn es nicht ernsthaft so gedacht wäre. Putin führt
      dem Mann die Realität vor Augen – da wird gebombt was das Zeug hält und die Arsenale so
      hergegeben und Trump bremst erstmal die Lieferungen, um sich dann wieder als Dealmaker –
      wir liefern und die Europäer zahlen – dabei nicht mal schäbig zu fühlen. Vielleicht sollte man
      ihm mal das Konnexitätsprinzip erklären – das wäre mal ein Ansatz. Aber dazu hat in Europa
      wohl keiner den Mumm, weil ansonsten die Zoll Keule zuschlagen könnte. Erst wird erzählt,
      man sucht den Frieden und die Gesprächslösung, während parallel dann die Bomber in den
      Iran geschickt werden – bitte nicht falsch verstehen. Man kann immer der Meinung sein, dass
      die Mullahs keine Atombombe brauchen, dennoch ist es ein Angriff ohne rechtliche Basis.
      Diesen Spiegel müssen wir uns immer vorhalten lassen….auch von den Terroristen dieser
      Welt.

      Verlassen wir die graue trübe Welt der Politik und wenden uns dem Gesundheitswesen zu.
      Leider müssen wir auch an dieser Stelle über Politik reden. Während am Ärztetag der positive
      Beschluss zur GOÄneu gefasst wurde, obwohl über 40 Fachverbände dagegen Sturm gelaufen
      sind…….hat eine Qualität. Dass derzeit noch keine Lösung in Sicht ist, stellt effektiv kein
      Ergebnis dar. Selbst wenn man es sich hin und her rechnet, es bleibt bei einer üblichen
      Patientenmischung eine Abwertung von 18-20 % bei den Radiologen….bei den Kardiologen
      wird es richtig weh tun……..da drohen bis zu 60 % Abwertung. Gut, das ist kein Trostpflaster,
      da die Quersubventionierung der schwachen GKV Vergütung dann nicht mehr funktioniert.
      Aber wie sagte erst gestern ein Anwalt zu mir: „….man muss die Frage stellen, warum ein Arzt
      regelhaft immer mehr als TEUR 300 verdienen kann…..“. Ja, vielleicht müssen wir Abschied
      nehmen, von den Porsche Zentren, den Ferraristi oder den schönen Ferienhäusern in Mallorca
      und Ibiza. Ich persönlich neide keinem Arzt – Radiologe, Strahlentherapeut oder andere
      Fachrichtung – den Gewinn oder das Einkommen. Die Ausbildung dauert lange, man hat eine
      sehr hohe persönliche Verantwortung und noch dazu häufig ungünstige Arbeitszeiten…….aber
      ich bin eben nur einer und die Breite der Gesellschaft goutiert das nicht mehr. Um auf den
      Punkt zu kommen: Wir müssen davon ausgehen, dass diese GOÄneu kommt……..spätestens
      1.1.2027 in Kraft tritt….und wahrscheinlich nur mit geringsten Änderungen. Was parallel bei
      den Krankenhäusern abläuft, will ich nicht weiter diskutieren. Die Zeitpläne dort laufen
      eindeutig auf eine kalte Bereinigung der Landschaft hinaus. Um überall richtig aufgestellt zu
      sein, müsste man in allen Bundesländern die neue Versorgungslandschaft geplant
      haben……Sie ahnen was kommt……..das ist eben nur in NRW gewesen, die haben dort einen
      Vorsprung von 2-3 Jahren. Anders ausgedrückt………die fehlende Brückenfinanzierung wird
      daher bis zum 1.1.2027 jede Menge Krankenhäuser verschwinden lassen. Als die Geheimwaffe
      der SPD – der Herr Professor sagte:

      „Wir werden alle Krankenhäuser retten, die wir benötigen.“
      (Karl Lauterbach)

      war damit der Weg klar. Es geht klar in diese Richtung und zwar unabhängig davon, wer gerade
      das Amt hat.

      Die DEGRO an sich war zumindest in einer sehr schönen Stadt. Dresden hat uns sehr viel mehr
      überzeugt als Kassel. Natürlich sehen wir auch dieses Jahr eine offensichtliche Verkleinerung
      der Industrieausstellung, die Medizintechnik ist zwar vorhanden, aber die Pharma Stände
      werden immer größer und in der Summe hat man einen schrumpfenden Eindruck.
      Organisatorisch wäre es schön gewesen, wenn man dort in der Nähe ein paar Restaurants
      oder einige Räume für Gespräche gehabt hätte. So musste man solche Gespräche am Stand
      oder in der Pausenzone führen. Sicherlich ein ernstgemeinter Verbesserungsvorschlag von
      uns. Ansonsten sah man von der RON/Ergea Gruppe einen großen Stand…..der aber nicht der
      Idee zur Vorstellung des neuen Zweiges „Clinical solutions“, also einem Miet-/Pachtmodell der
      Medizintechnik und Dienstleistungen galt, sondern dem Haupttreiber – dem Personalmangel.
      Die Kollegen des Strahlenzentrums Hamburg waren da auch unterwegs- wenngleich deren
      Stand natürlich deutlich kleiner war. Ansonsten gab es nicht viele Neuerungen aus unserer
      Sicht. Varian/Siemens hat noch keinen echten Knaller präsentiert und ELEKTA holt sich jetzt
      Aufträge mit dem Formel 1 Beschleuniger, dem EVO.

      Wie immer haben wir noch Beiträge von Kooperationspartner. Hier darf ich auf drei
      interessante Themen hinweisen. Während der von mir sehr geschätzte Herr Kaufhold –
      Inhaber der Firma Conmedica GmbH – über eine bunkerfreie Lösung mit dem sehr innovativen
      radiochirurgischen Ansatz, dem neuen ZAP X, spricht – hier stehen drei Systeme in
      Deutschland, führt Herr Flederer von der Firma Opasca mit einem kurzen Rückblick auf die
      DEGRO einmal querbeet durch die Angebotspalette. Opasca sollte von jeder größeren Einheit
      angesehen werden, da man einen deutlich besseren Workflow erzeugen kann und gerade in
      Zeiten mit Personalengpässen mit digitalen Lösungen weiterhin den Draht zum Patienten hält.
      Herr Preißler von der Kanzlei Preißler Ohlmann & Partner informiert uns über die endgültige
      Entscheidung des OLG München bezüglich der Unterlassungsklage hinsichtlich des FOCUSÄrztesiegels.
      Unklar war, ob das verbreitete Siegel wettbewerbswidrig ist oder Ärzte damit für
      sich werben dürfen. Bitte beachten Sie auch den Stellenmarkt. Für gute Radiologen und
      Strahlentherapeuten sowie MPE´s und MTRA´s haben wir immer schöne Stellen.

      Dann darf ich noch erwähnen, dass meine Firma Pro Concept nun seit 30 Jahren (!!!) am Markt
      ist und die deutsche Strahlentherapie sicher verändert hat. Ich selbst arbeite seit 33 Jahren in
      diesem Segment…….alles hat seine Zeit. Ich werde hier noch ausgewählte Kunden zu meinem
      Jubiläum einladen…….Ende September/Anfang Oktober möchte mich aber bereits hier an
      dieser Stelle für die langjährige Treue bedanken. Bitte beachten Sie auch meinen Youtube
      Kanal – voll verstrahlt…….immer mit einem Lächeln im Gesicht.

      „Dankbarkeit ist der Anfang aller Größe.“
      (Seneca)

      Bleiben Sie uns treu, fragen Sie gerne nach – wir sind Dienstleister und stehen Ihnen gerne immer mit
      Rat und Tat zur Verfügung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören. Sollten Sie unsere Informationen nicht
      mehr lesen wollten, darf ich Sie bitten, sich unkompliziert auszutragen.
      Ihr
      Heinz Peter Fischer

      Empfohlene Beiträge