Jetzt wollte ich eigentlich im September einen Newsletter für Sie auf den Weg bringen, aber
einerseits gab es nur die dauerhaften politischen Krisen und andererseits war ich, um es
freundlich auszudrücken, deutlich überarbeitet – also sozusagen mit dem Kopf unter Wasser.
Mittlerweile habe ich mich ein Stück weit freigeschwommen – auch dank meines Teams – und
kann nun wieder in die Tasten greifen.
Es freut mich außerordentlich, dass ich derzeit wieder mehrere junge Kollegen – Radiologen
und Strahlentherapeuten – beim Weg in die Selbstständigkeit begleiten darf. Dass ich das im
fast erreichten Rentenalter noch erleben darf, war und ist doch der positive Aspekt des Jahres
2025 für mich! War das Jahr negativ?
Ja – und zwar außerordentlich! Auf der einen Seite war es geschäftlich eine Offenbarung, denn
Anfang des Jahres hat mich ein sogenannter „Geschäftspartner“, mit dem ich einen klaren
schriftlichen Vertrag hatte, um einen mittleren sechsstelligen Betrag „übervorteilt“ und hat
mir dann rotzfrech noch ins Gesicht gesagt – ich könne ihn ja verklagen, man sehe sich dann
frühestens in zwei Jahren vor Gericht. Gut, da waren wir nun schon nach rund fünf Monaten,
aber das auch nur weil ich dem „schlechten Geld“ noch Gutes hinterherwerfen musste, um
überhaupt vor Gericht landen zu können. Als dann mein ehemaliger Mitarbeiter und der
Kunde für mich ausgesagt haben und der jetzige Prokurist des „Geschäftspartners“ der
nachvollziehbarerweise etwas anders geschildert hat („wessen Brot ich ess, dessen Lied ich
sing“) muss man den Satz der Richterin – „…es ist eine Ermessensentscheidung…“ schon als
schwer verdaulich sehen. Wie es ausgeht, werde ich berichten, im Dezember ist Verkündung.
„Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt. Die
Wahrheit steht von alleine aufrecht.“
(Thomas Jefferson)
Dann ist mir noch ein sehr großes Geschäft mit einem Investor geplatzt und ja, die Arbeit ist
an der Stelle sehr anstrengend und langwierig (mehrere Jahre) und es ist sehr schmerzhaft,
wenn es dann nicht umgesetzt wird, da die eingesetzte Zeit nicht doppelt verkauft werden
kann und man dann immer in dieser 0-1 Phase hängt. Himmelhochjauchzend……..oder zu Tode
betrübt. Und glauben Sie mir, nach 30 Jahren Proconcept und 33 Jahren Selbstständigkeit bin
ich sehr viele Rück- und Nackenschläge gewöhnt, aber wenn einem das zentrale Geschäft des
Jahres wegfällt, dann nimmt dies apokalyptische Ausmaße an – ein echtes wirtschaftliches
Armageddon. Jetzt könnten Sie natürlich sagen: „der jammert auf hohem Niveau“, aber selbst,
wenn es so wäre, so habe ich doch mit meinem Einsatz von 60-80 Stunden wöchentlich über
die letzten drei Jahrzehnte – mit weniger Urlaub als der kleinste Angestellte, mit effektiv null
Krankheitstagen – alles investiert was ich zu bieten hatte. Diese Grundtugenden wie Fleiß und
Ehrgeiz, und diese Fähigkeit mit Rückschlägen umgehen zu können – Resilienz – zeichnen den
Selbstständigen aus. Diese fehlen heute fast überall – wohltuende Ausnahmen wie eingangs
beschrieben – ausgenommen.
Daher verwundert es auch nicht, wenn man sieht, dass die Anzahl der Existenzgründer über
alle Branchen hinweg in den letzten 20 Jahren um fast zwei Drittel (!!!) abgenommen hat.
Daher ist die Entwicklung in den Praxen, da eben kaum noch jemand bereit ist mehr als 40
Stunden zu arbeiten, kein spezifisches Problem des Gesundheitswesens oder der Radiologie
oder Strahlentherapie, sondern eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Was kann man
daraus mitnehmen? Der Eintritt der Investoren ist ein Spiegelbild der Unternehmer Ärzte. Je
weniger bereit sind, mehr zu leisten, desto effektiver wird der Zugang der Investoren sein und
diese treffen auf ein williges Volk an angestellten Ärzten, die eben 40 – x Stunden arbeiten,
keine Verantwortung tragen und am Ende nur ordentlich für das lange Studium entlohnt
werden wollen.
„Es gibt nur einen Weg Großartiges zu leisten. Zu tun, was man
liebt.“
(Steve Jobs)
Steve Jobs hat wie viele der Unternehmermediziner seine Arbeit geliebt. Werfen wir den Blick
auf die Politik. Der Ankündigungskanzler wie die TAZ ihn genannt hat, performt nicht wirklich.
Woran liegt es? Sind die Hürden zu hoch, die Probleme zu vielfältig oder – und das kommt
wohl eher ran – versucht man mit alten Pseudo Lösungen und Aussitzen der Krisen die
Schwierigkeiten in Luft aufzulösen. Es war der Sommer der Veränderung, der Herbst der
Reformen nach den schnell auf Pump besorgten Milliarden. Grenzen dicht, Infrastruktur
endlich erneuern, Rüstung mobilisieren, Sozialstaat reformieren…….was wurde uns, dem
dummen Stimmvolk, wieder alles versprochen. Daraus geworden ist effektiv nichts. Die
anstehende und notwendige Rentenreform – die wieder nur optische Korrekturen verspricht
und mit harter Einflussnahme der Altvorderen auf die jüngeren Abgeordneten erzeugt wurde,
stellt keine Lösung dar. Ähnlich in der Pflege- oder Krankenversicherung. Ich habe mich schon
oft gefragt, warum wir nicht in der Lage sind, größere Reformen auf den Weg zu bringen.
Einfach: Wir haben weder die Ideen noch den Mut, um die Wähler zu verschrecken. Aber es
bringt uns allen nichts, wenn wir weiter mit 200 km/h mit verbundenen Augen auf der
Autobahn fahren – der Aufschlag kommt unweigerlich. Umso später wir reagieren, desto
schmerzhafter wird es sein. Wenn wir uns – diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten –
selbst die Frage stellen, wie wir das Gesundheitswesen reformieren würden…….die Vorschläge
wären überschaubar oder gar nur KI generiert. Gerne stelle ich solche Fragen bei
Neueinstellungen – die Gesichter der Bewerber sind immer gleich…….leer und ratlos.
„Wenn wir kein Geld haben, dann brauchen wir wenigstens
gute Ideen.“
(Oskar Lafontaine)
Auch wenn Hendrick Streeck mit seiner Aussage, ob man Hochbetagten jede denkbare
Medizin noch gönnen wolle, harte politische Prügel bezogen hat……von Kritik der CDU-
Kollegen über die Stiftung Patientenschutz bis hin zur Linken, die es als beschämend
bezeichneten das auszusprechen…….was im Übrigen schon lange in der Medizinethik
diskutiert wird, er hat es ausgesprochen. Ob man das nun gut findet oder nicht sei
dahingestellt. Es muss aber die Frage erlaubt sein, ob wir teure Medizin für jeden
Lebensabschnitt bezahlen wollen und können oder wie andere Länder schon die Frage stellen,
ob beispielweise eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben möglich ist, oder ob man das
Thema eben mit einer extrem verzögerten Terminkette löst. Einfach formuliert, fehlt das
Angebot, geht auch die Nachfrage zurück. Der Umkehrschluss ist ja immer wieder ein
klassischer Vorwurf der Ökonomen, es läge ein angebotsinduzierter Nachfrageüberhang vor.
Fakt ist, dass die Altersgruppe ab 65 Jahren mit im Schnitt 14 TEUR pro Jahr die höchsten
Kosten produziert, ab dem 85 Lebensjahr gar knapp 29 TEUR und im letzten Jahr TEUR 45.
Aber wenn wir nicht mehr diskutieren dürfen, nicht mehr miteinander reden können, weil
man den politischen Weg des anderen nicht mag, wozu treffen sich die Politiker dann in den
Landtagen oder im Bundestag. Früher ging es um das Ringen einer vernünftigen Lösung für
alle, heute beschleicht einen das Gefühl, dass immer erst einmal die Klientelpolitik der derzeit
herrschenden Klasse bedient werden muss. Gehen wir kurz zum größten „Deal Maker“ der
Welt. Ja, ich meine tatsächlich den amerikanischen Präsidenten, der den von Herrn Putin
vorgegeben Diktatfrieden spannend fand und dem ukrainischen Präsidenten gleich ein
Ultimatum gestellt hat……..das er später wieder relativierte. Ohne Umschweife, man hat das
Gefühl, das die Politik im Weißen Haus nur noch aus Geschäften besteht. Wie kann es sein,
dass wir zwischen einem US-Präsidenten, der sich für den „Klügsten aller Zeiten hält“ („Mein
IQ ist einer der höchsten – und ihr alle wisst das! Bitte fühlt euch nicht dumm oder unsicher,
es ist nicht eure Schuld“) und einem Imperialisten wie es Putin ist…….die Europäer wie
willenlose Idioten agieren? Nicht nur, dass wir seit Jahren nach wie vor russisches Öl und Gas
kaufen, parallel die Ukraine im Abwehrkampf unterstützen……….wir schaffen es nicht einmal
eine einheitliche Linie zu erzeugen, sondern versuchen relativ einfältig den Krieg weg reden
zu wollen. Dass das nicht funktioniert, wundert mich an sich nicht.
„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der
Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“
(John F. Kennedy)
Auch ein amerikanischer Präsident, aber im Gegensatz zum aktuellen………hatte der zumindest
eine klare Leitlinie mit der Strategie des Friedens, nach der er handelte. Über Politik hier
weiter nachzudenken, bringt uns leider nicht weiter. Wir können es ohnehin nicht ändern und
werden uns noch verwundert die Augen reiben. Ich persönlich wünsche mir aber eine Phase
des Friedens auf diesem Planeten, damit wir uns mit anderen Themen beschäftigen können.
Das Gesundheitswesen möchte ich heute nur kurz streifen, zu schnell dreht sich hier der Wind,
als das man noch eine richtige Richtung ausmachen könnte. Krankenhausreformen, die
mindestens bis 2027 noch etliche Kliniken verschwinden lassen, Erhöhung der Ausgaben der
Kassen, die nicht gedeckt sind, die Steigerung der Beiträge bei den gesetzlichen und privaten
Kassen, fehlendes Personal und trotzdem schaffen wir nicht eine zentrale Stelle zur
Anerkennung von ausländischen Fachpersonal,sondern lassen das auf Ebene der Bezirke. Eine
GOÄneu, die für die technischen Fächer generell nicht spannend aussieht……bei der
Diagnostik rund 30 % Abwertung bedeutet – ausgehend von einer Vergütung von 1996.
Investoren, die mittlerweile gemerkt haben, dass der schnelle Zukauf von EBITDA ohne klare
Strukturen nichts anderes ist wie Geldverbrennung auf höchstem Niveau und die nicht
funktionierende Idee, den zusammengekauften Haufen wieder teurer weiterzuverkaufen,
weil einfach die Grundidee fehlt. Doch, erwähnen möchte ich noch das Herbstsymposium des
BVDST. Letzte Novemberwoche, vor durchweg kleiner Kulisse, denn wenn man den Vorstand,
die Referenten und die Kollegen vom VDRO abzieht, war es schon sehr dünn besetzt, obwohl
man ein paar Lücken mit Mitgliedern der jungen DEGRO füllen konnte. Über die Themen kann
man sicher trefflich streiten, ich denke aber der Verband wäre gut beraten das Format
grundsätzlich zu überdenken. Ich betone, aus meiner subjektiven Sicht, die jedoch durch die
Gespräche am Rand mit anderen Teilnehmern gedeckt war, sollte man sich dem fachlichen
Inhalt und der Vergütung und ggf. auch technischen Innovationen mehr zuwenden, als
Referenten vorzustellen, die wenig greifbare oder praktische Themen zu bieten hatten. Es gab
klare Aussagen, dass das Programm ab 17:00 Uhr erst interessant wurde. Das möchte ich nicht
so stehen lassen, kann aber solche Äußerungen durchaus verstehen.
Wie immer haben wir noch Beiträge von Kooperationspartnern. Hier darf ich auf die qualitativ
hochwertige Arbeit eines ehemaligen Mitarbeiters – Herrn Carnarius – hinweisen, der für
Kollegen von Ihnen gute Arbeit geleistet hat und lange genug im Markt ist und Ihre Bedürfnisse
versteht, über Kunst als Anlageform, die FAIG Gruppe, bei der ich die vielen schönen Bilder im
Zolllager in der Schweiz betrachten und eine Vernissage in Berlin erleben durfte, hin zu dem
Gamechanger in der Nuklearmedizin, der RLT (Radioligandentherapie) bei der Herr Dr. Thiel
in der Nähe des Medical Valley bei Forchheim als Muster Start-Up agiert, hin zu Febromed,
der Firma, die ein Haltesystem zur Arbeitserleichterung der MTRA´s entwickelt hat und
vertreibt, bis zu meiner ehemaligen Mitarbeitern Frau Kühne, die mit Ihrer Existenzgründung
positive Energie für Sie und Ihre Mitarbeiter beim Thema mentale Gesundheit und Team
Resilienz vermitteln möchte……alles lesenswert und von Ihnen abfragbar.
„Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man
erst richtig anfangen.“
(Konrad Adenauer)
Bleiben Sie uns treu, fragen Sie gerne nach – wir sind Dienstleister und stehen Ihnen gerne immer mit
Rat und Tat zur Verfügung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören. Sollten Sie unsere Informationen nicht
mehr lesen wollten, darf ich Sie bitten, sich unkompliziert auszutragen. Ansonsten wünschen wir Ihnen
ein gesegnetes Fest und einen guten Übergang ins Jahr 2026. Freuen Sie sich auf unsere Karte!
Ihr
Heinz Peter Fischer





























