Fischers Zeilen im März 2015

Der Nebel lichtet sich langsam aber sicher……….und es treten wieder interessante Neuigkeiten in das Rampenlicht des deutschen Gesundheitsmarktes.

So werden die KVen nun aufgefordert, deutlich strenger und limitierender Nachbesetzungen zu prüfen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Da war es doch normal, dass eine Nachbesetzung beim Zulassungsausschuss eingeläutet wurde und am Ende eine Fortführung der Praxis oder eine Verschiebung des KV Sitzes in ein größeres Konstrukt umgesetzt wurde. Heute, ja heute wird erst einmal überprüft, ob denn der KV Sitz überhaupt noch einmal ausgeschrieben wird………aber selbst das geht den selbst ernannten Politprofis noch zu langsam………jetzt „soll“ – noch nicht „muss“ – die  Überversorgung abgebaut werden. Was bedeutet das im Einzelnen? In der Vergangenheit wollte oder konnte der Zulassungsausschuss die Überversorgung nicht abbauen……….nun soll durch eine strengere Prüfung der Bedarfsnotwendigkeit die Lücke gefunden werden um endlich KV Sitze und damit Lizenzen vom Markt zu nehmen, getreu dem Motto „wenig Lizenzen, wenig Ausgaben“.

Dabei vergessen wir natürlich die Überalterung der Gesellschaft und der Drang nach immer mehr Gesundheitsdienstleistungen durch die Bevölkerung. Das bedeutet letztlich eine weitere Arbeitsverdichtung verbunden mit weniger Einnahmen, da am Ende ja keineswegs die Leistungen alle bezahlt werden, die der arme Kassenarzt alle erbringen muss und dann soll noch eine Lenkungsstelle dafür sorgen, dass die Patienten, die so lange auf einen Facharzttermin warten, diesen endlich im Krankenhaus bekommen. Was hatten wir da unlängst bei der Grippewelle mit biblischen Ausmaßen von den Krankenhäusern gehört……….“man wolle mehr Geld, da die Notfallambulanzen überfüllt seien und die 32.- € Fallwert die Kosten von über 100.- € nicht decken würden“. Da sind wir doch gespannt, für welches Geld und mit welchem Personal die Krankenhäuser dann den Ansturm von vertrösteten Facharztpatienten bewältigen wollen. Es wäre doch schön gewesen, wenn den Politikern der „Linksaußen“ Lafontaine wieder eingefallen wäre:

Wenn wir kein Geld haben, dann brauchen wir wenigstens gute Ideen.

Aber, das hat er ja gesagt, als er noch Finanzminister war……….und nicht in der Fundamentalopposition. Gute Ideen sind – gerade was das Gesundheitswesen angeht doch Fehlanzeige.

Ach du schöne heile Welt………….100.-€ Fallwert, davon träumen fast alle niedergelassenen Fachärzte doch längst, selbst der Radiologe muss froh sein, wenn er immerhin noch 100.- € für eine Kernspinleistung bekommt. Alle anderen Fachärzte liegen da deutlich drunter…….nur wenige – die Strahlentherapeuten gehören auch dazu – bekommen tatsächlich alles bezahlt, was erbracht wird.

Ob das so bleibt……….auch eine berechtigte Frage. Es sieht ja nach einer EBM Änderung aus……die aber trotz vieler Spekulationen wahrscheinlich erst zu Beginn 2016 kommen wird. Darin werden sicher einschneidende Änderungen vorkommen, wie etwa die Reduzierung der MLC Pauschale was die Strahlentherapeuten deutlich tangieren dürfte, aber es wird auch wieder „Licht am Ende des Tunnels“ geben, durch die Berücksichtigung der überfälligen Ziffern bei der IMRT und IGRT.

In meiner täglichen Arbeit bin ich auch regelmäßig vom Wahnsinn bedroht. Da gibt es Krankenhäuser, die über 5 Mio. € über die Station durch die strahlentherapeutischen DRG´s einfahren, wenn es dann aber um die Verteilung geht, so lange herum rechnen, bis die Abteilung ein Defizit von einer Million produziert um dann aber gleich wieder darauf zu bestehen, dass man die Strahlentherapie unbedingt bräuchte (offensichtlich als Verlustbringer)……..und die KV Sitze natürlich kostenfrei erhält. Oder wenn an anderer Stelle, der ambulante Anteil nur desaströs ist, man selbst keinen nachhaltigen Ruf in der Teletherapie hat aber trotzdem im persönlichen Gespräch von der Wichtigkeit im europäischen Rang spricht oder wenn Krankenhäuser schlicht die Ratschläge, die man gibt nicht umsetzen und letztlich dann eine Einrichtung mit großer Tradition profanen Überlegungen von Mehrheiten opfert…………ja, da ist man schon kurz vor der Verzweiflung. Oder wenn junge Strahlentherapeuten – frisch aus der Uniklinik, die bekanntlich nicht wirklich gut zahlt – plötzlich dann von 170.000.- € Gehalt träumen, obwohl man gerade erst Facharzt geworden ist und von der Entwicklung einer Abteilung oder Praxis nicht wirklich eine Ahnung hat, dabei aber dann die Chancen  nicht erkennt, wenn man eine Perle vor sich liegen hat. Oder ein Facharzt, der in einem Bundesland für einen KV Sitz – ohne Praxis tatsächlich einen Preis von 1,05 Mio. € bezahlt hat, obwohl viele größere Einheiten vorher dankbar abgelehnt hatten………natürlich hätte man dann von der ansässigen Standesbank erwarten können, dass man vor solcherlei Geschäfte warnt……….weit gefehlt……Hauptsache man finanziert……….ob das jemals rückzahlbar ist, steht auf einem anderen Blatt.  Eigentlich könnte es uns egal sein, aber so sind mein Team und ich nicht gestrickt………daher leiden wir im deutschen Gesundheitswesen. Daher rate ich meinen Kunden so wie Alan Kay, weiterhin das Heft des Handelns selbst in der Hand zu haben:

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.

Eines wird aber ganz klar immer deutlicher. Der Markt hat sich gedreht, sowohl für die Medizintechnik als auch für die Strahlentherapien. Der Verkauf stockt denn Projekte sind rar und Reinvestitionen werden geschoben. Mal so in eine Praxis einsteigen………..unmöglich; regelhaft werden Probezeiten von 1-3 Jahren vereinbart, die Preise steigen und die Fehlinvestitionen nehmen zu. Ganz besonders sinnlos ist zumeist, wenn man in einem großen Konstrukt mit Radiologen, Nuklearmedizinern oder anderen Fachärzten einsteigt um am Ende festzustellen, dass man mit dem zugesprochenen Gewinnanteil gerade mal den Einstieg finanzieren kann. 

Natürlich ist das alles ein „Jammern auf hohem Niveau“, aber die möglichen Fehlentwicklungen gelten dann immer gleich für mehrere Jahre und werden nicht mehr schnell beseitigt. So konnte und kann niemand die Verhältniszahlen der KBV bei den Strahlentherapeuten nachvollziehen…….ist egal, diese gelten noch. Natürlich haben wir uns bei den Bayrischen Strahlentherapeuten eingebracht und wollten der KVB bei der Planung und Verteilung der KV Sitze helfen……..wurden aber schlicht ignoriert. Ob dadurch das Ergebnis besser geworden ist, darf zumindest bezweifelt werden, da die dort handelnden Personen sicher deutlich weniger vom Markt verstehen als wir. So ist es in allen Bereichen………..die Projekte werden immer schwieriger, komplexer und eigentlich unlösbar; aber Wunder werden immer wieder erwartet. Daher mein klarer Rat: Tun Sie das, was Sie für richtig halten………….warten Sie nicht, die Zeit wird Ihnen später fehlen. Um es mit Molière zu sagen:

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

Insoweit bleiben Sie am „Ball“ und lassen Sie nicht die Chancen aus, die sich Ihnen bieten werden. Die Neuregelung beim MVZ (eine Fachrichtung) wird Ihnen Chancen eröffnen, die Sie als Strahlentherapeut dann ohne Ihr Profil zu verwaschen, nutzen sollten.

Fischers Zeilen im Mai 2014

Viele hatten die Vermutung, dass nach der durchgesetzten Niederlassungssperre keine Bewegung mehr im Markt wäre. Das war aber weit gefehlt. Diejenigen, die bereits gut vertreten sind, wachsen weiter und das nicht immer nur in der angestammten Region.


So wurden neue Einrichtungen von Universitätskliniken als MVZ Ableger in Betrieb genommen wie zum Beispiel in Weinheim durch die Uni Heidelberg, in Reutlingen, Stuttgart Diakonie von der Uniklinik Tübingen und in Mannheim von der dortigen Klinik, in Lörrach von Basel aus eine neue Einheit aufgebaut.


Weitere Einrichtungen der Kliniken sind in Planung oder Bau wie z.B. in Horb (UKT) oder am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart (Marienhospital Stuttgart).


Die Niedergelassenen dagegen haben da eher mit der Kassensitzproblematik zu kämpfen. Dennoch gab es auch dort noch Bewegunghier wurden z.B. in Landau Pfalz oder in Neckarsulm noch  Einrichtungen eröffnet, die Praxis in Hamm wurde von Kollegen übernommen oder die Praxis in Baden Baden auch von einem größeren Konstrukt eingebunden und auch eine Praxis in Duisburg von einem Krankenhaus gekauft. Alles getreu dem Motto von Gerhard Zinser:

Einer muss anfangen, dann gerät der Markt in Bewegung

Was sagt uns das?


Ganz offensichtlich gibt es noch Möglichkeiten Projekte umzusetzen.manche Kliniken haben in den MVZ´s Kassensitze gebunkert um für diese Fragestellungen gerüstet zu sein. Bei den Praxen geht der Trend eher in Richtung Übernahmen. Hin und wieder stehen dann auch Abteilungen zum Kauf an, dies wird sich aber noch deutlich erweitern, wenn die ersten schwierigen wirtschaftlichen Zeiten anbrechen, da die Vielzahl an stationären Einrichtungen eben nicht so wirtschaftlich arbeitet wie die Praxen. Dann könnte es für die moderne Siedlungspolitik der Uniklinken doch noch einmal eng werden..aber hier zahlt ja trotzdem der Steuerzahler die Expansion..auch wenn es am Ende vielleicht nicht gut läuft.


Nur so sind dann ja auch einige Engagements zu erklären, die derzeit noch in der finalen Phase sind.Geld und Wirtschaftlichkeit spielt keine Rolle.pure Größe dagegen schon.


Seitdem ich in der Strahlentherapie tätig bin versuchen wir ausschließlich tragfähige Einrichtungen umzusetzen, da jede Einheit sich selbst rechnen muss. Den Leitspruch würde man sich hin und wieder bei den Kliniken wünschen.


Die Entwicklung ist daher mehrteilig. Da steigen die Preise für Vertragsarztsitze von 0,0 € auf 250.000.- € oder dann auf 600.000.-€ getreu dem Motto.jetzt ist Zahltag und das ist unsere Eintrittskarte in den GKV Bereich. Da Praxiseinstiege dann aber aufgrund der Altersstruktur der Betreiber relativ selten sind – die große Welle der Niederlassungen kam erst ab dem Jahr 2000 – bedeutet das..geringes Angebot..hoher Preis. Das gilt natürlich nicht für jeden Landstrich und jede Einrichtung, aber die Tendenz ist eindeutig.


Sicher darf bezweifelt werden, dass Karl Lagerfeld die Anteilspreise bei den deutschen Strahlentherapien meinte:

Der Höhepunkt des Luxus ist es, nicht nach dem Preis zu gucken.

Das können sich die Einsteiger oder Übernehmer leider nicht erlauben, denn mit Barmitteln hat das in der Regel noch keiner bezahlt. Da steht dann die Bank hinter einem und möchte die zugesagten Rückflüsse haben.


Neben der Preisentwicklung von Kassenarztsitzen oder Praxisanteilen gibt es aber immer die gleichen Unwägbarkeiten.Neuerungen in der Abrechnung, Begehrlichkeiten der lieben umliegenden Nachbarn oder die Versuche von anderen Einrichtungen Sonderbedarfszulassungen umzusetzen. Bisher sicher ein wenig erfolgversprechender Weg, da alle im KV Bezirk (Bundesland) zugelassenen Kollegen gefragt werden..und die erkennen aus durchaus nachvollziehbaren Gründen sicher niemals eine Notwendigkeit für weitere Sitze an.


Jammern hilft da nicht. Jeder von Ihnen ist gefordert mit offenen Augen durch den Markt zu laufen und sich seine eigenen Gedanken zu machen.


Manch einer Ihrer Kollegen wartet wie die Schlange auf den Hasen um im richtigen Augenblick zuzuschlagen, andere wiederum nutzen die Verschnaufpause um strukturell in der Einrichtung etwas zu verändern, wieder andere wachsen in die Fachärzteschaft der angrenzenden Fächer (Urologie, Gynäkologie, Onkologie) hinein. Jeder der Wege hat seine Berechtigung und kann zum Ziel führen, die eigene Präsenz besser auszubauen.


Dabei muss man natürlich selbst ebenso aufpassen, denn die anstehenden Änderungen zur ASV (ambulante spezialärztliche Versorgung) führen immer mehr zu einer interdisziplinären Lösung. Es wird nicht nur darum gehen, die alten § 116 Fälle in ein neues Kleid zu stecken, sondern eher darum in der Zukunft weiter an der Versorgung teilnehmen zu können. Leider wird damit der aktuelle Status der unbudgetierten Abrechnung ebenso gefährdet wie die Einzelabrechnung von Leistungen. Interdisziplinäres Vorgehen bedeutet am Ende eben auch gemeinsame Abrechnungund dann ist da wieder die Frage, wie groß das Kuchenstück der Strahlentherapie sein wird. Mehr wird es automatisch nie, auch wenn man sich das immer wünscht. Aber hier würde der Blick zu den anderen Fachrichtungen aufzeigen, dass wir im Gegensatz zu fast allen anderen Leistungserbringern fast alles bezahlt bekommen was erbracht wird. Bei anderen ist da die Quote schon nur noch bei unter 50 %.


Wilhelm Busch hat uns ja schon gewarnt:

Und wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe

Ich darf Sie in diesem Sinn ermutigen weiter aktiv die Rolle der deutschen Strahlentherapie im Konzert der Fachärzte und in der Versorgung der onkologischen Patienten mit zu gestalten, nicht das wir am Ende nur noch reine Gerätebediener werden und die echten Probleme und Strukturen ohne uns gelöst werden.

Fischers Zeilen im März 2013

Zuerst war der Beschluss vom GBA am 6.9.2012.und es war Geschichte, dass sich die Strahlentherapeuten neben einigen anderen Exoten frei niederlassen konnten.manche wussten schon eher davon, und konnten für sich dadurch den einen oder anderen Vorteil verschaffen. Dass diese internen Informationen – gerade von Universitätskliniken aus dem süddeutschen Raum – genutzt werden konnten, lässt doch am Ende auf eine gute Vernetzung zwischen den Elfenbeintürmen der Forschung und den Niederungen der Praxis vermuten. Der eine oder andere Informierte dachte da wohl an Matthias Claudius:

Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst

Jeder beratend tätige Unternehmer – ob Arzt oder anderer Freiberufler – versucht das Infotainment für sich zu nutzen, denn der spezifische und eklatante Wissensvorsprung in unabänderlichen Dingen – seien diese honorarpolitisch oder KV rechtlich – ist bares Geld wert. Während wir darin unsere tägliche Arbeit sehen ist dies für andere eben eine konsequente Erweiterung ihres eigenen Sprengels, ja dient am Ende der eigenen Ausweitung des Machtbereiches. Wie auch immer, dem „freundlichen Beschluss“ folgte dann kurz vor Weihnachten das Präsent, das aber – aufgrund der Sperrigkeit und dem Inhalt der zuweilen eine gewisse Grundaggressivität auslösen kann – keinen Platz unter dem Weihnachtsbaum gefunden hat.

Auch wenn wir unterstellen dürfen, dass sich die Kollegen des GBA wirklich Mühe gemacht haben.so bleibt am Ende doch die Feststellung, dass eine Verhältniszahl von 1 Arzt auf 173.000 Einwohner nicht die bundesdeutsche Wirklichkeit trifft. Zudem haben wir seit dem Jahr 2011 noch die Freundlichkeit zu ertragen, die unter dem Stichwort „Strahlenschutzrichtlinie“ für einen Beschleuniger grundsätzlich – wenn man diesen wirtschaftlich betreiben will – zwei Fachärzte vorsieht. Nicht, dass wir das jemals in Frage gestellt hätten, aber durch die Bedarfsplanung wird dies sicher in einigen Fällen dann unmöglich werden. Ob es dann wie angemahnt eine Zulassung über Sonderbedarf gibt, die Richtlinie Strahlenschutz höher einzuschätzen ist als die Bedarfsplanung oder ob man noch am Ende Nachbesserungen sehen wird.keiner weiß so recht Bescheid. Eines darf man aber festhalten, die Situation wird sich grundlegend ändern. Dies ist auch gut so!!! Hier wiederhole ich zwar unsere Aussage vom Juni 2012 aber es war nicht zu übersehen, dass eine ganze Reihe an Niederlassungen völlig sinnbefreit von Radiologen oder Krankenhäusern angeschoben wurde, die dann für 20 oder mehr (!!!) Patienten pro Jahr eine deutliche Erleichterung darstellten. Gut, bei den Radiologen hatte dies noch den Charme einer Quersubventionierung, bei Krankenhäusern bzw. den Trägern muss man dennoch den Rückfall in die Siebziger konstatieren, als jeder Landrat sein Krankenhaus brauchte (die meisten würden das heute gerne vergessen) um vom Volk wieder auf den geliebten Posten gehoben zu werden. Bei so vielen „Normalos“, die solch tolle Ideen haben kommt mir George Bernhard Shaw in den Sinn:

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Seht Euch an, was uns die normalen gebracht haben.

Welchen Sinn sollen sonst Niederlassungen in jedem Kuhkaff machen? Naja, abgerechnet wird mal wieder am Schluss. Besonders interessant ist dabei natürlich, dass derzeit nach der Arbeit der Staatsanwaltschaften bei etlichen Abrechnungskünstlern vor allem aus Preußen sich bei den KVen und den Kassen der Eindruck verstärkt hat, dass es den Strahlentherapeuten doch viel zu gut geht und man da gerne mal mit dem Rasenmäher 30 % runterschneiden möchte. Verständlich möchte man sagen, da nach den immer wieder auftauchenden Überschriften in großen Zeitungen zum Thema Abrechnung – Apotheker, Kardiologen und Radiologen nun die Strahlentherapeuten oder betreibende MVZ´s von den ansonsten unterbeschäftigen Sonderkommissionengenau unter die Beamtenlupe genommen werden – die Bezahler und Geldverteiler im System langsam die Nase voll haben.

Was bedeutet das aber für die Strahlentherapeuten. Während die Bedarfsplanung endlich die Sicherheit im Sperrbezirk bringt und man keine großen Schweißperlen mehr auf der Stirn bekommen wird, wenn das Nachbarkrankenhaus oder in der Nachbargemeinde plötzlich die große Rolle in der Onkologie entdeckt wird, werden andererseits die Neuen die Zeche zahlen müssen. Es wird wie vormals bei der Großgeräteplanung kommen, die nur den Altvorderen genutzt hat. Die Praxen werden am Ende noch einmal richtig vergoldet, während das sozialpolitische Umfeld schlechter wird und die Bezahler im System für sinkende Vergütungen sorgen werden. Wie das gelaufen ist, kann man noch heute in der Radiologie ansehen.viele hatten sich in den Neunzigern verkalkuliert und sind entweder untergegangen, knabbern noch heute daran oder aber wurden von großen Dienstleistungsstaubsaugern vom Markt geschluckt. Es ist bedauerlich, dass diese Entwicklung nun ebenso die Strahlentherapie treffen wird.

Wer den täglichen Wahnsinn in der Politik verfolgt, darf sich über die kleinen Überraschungen im Gesundheitswesen aber nicht mehr aufregen. Wenn in Italien ein Clown zum Politiker oder ein selbsternannter Politiker zum Clown wird, wenn man mit Wahlversprechen wie dort Wahlen gewinnen kann, dann darf man in Deutschland doch froh sein nur solche Probleme zu haben.

Das Ergebnis dieser sicher lange durchdachten Bedarfsplanung..eine Sperrung fast über das gesamte Bundesgebietund daher bleibt mir nur zu sagen, jeder der heute eine Praxis hat ist zu beglückwünschen und den Frischlingen wünsche ich dann einen langen Atem. Ich will damit sagen, es macht keinen Sinn voll Wehmut zurück zu schauen, sondern Ärmel hochkrempeln und die neuen Herausforderungen annehmen. Um es mit Albert Einstein zu sagen:

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Fischers Zeilen im Juni 2012

Finanzkrise und kein EndeGriechenlandwahl ohne echtes Ergebnis.was nutzt es, wenn die alten Eliten weiter große Versprechungen machen und am Ende auch nicht bereit sind die Gelder, die die EU Ihnen gegeben hat, wie jeder normale Schuldner zurück zu zahlen. Spanien wackelt und braucht für seine maroden Banken frisches Geld, damit man dort die über Jahre gehegte und gepflegte Immobilienblase weiter aufrecht erhalten und die Bauunternehmer weiter große Fußballclubs großzügig unterstützen können. Die Börsen auf Talfahrt, keiner glaubt so wirklich an eine Sicherheit und der Börsengang von Facebook war dann so etwas wie ein deja vu an die wunderbaren Börsengänge der New economydie am Ende alle in einem Fiasko endeten.

Wenn man da seine Einkommenssteuervorauszahlung am 10.6. geleistet hat, da fragt man sich tatsächlich als deutscher Steuerzahler.wen man noch alles unterstützen soll. Am Ende sollen wir dann auch noch den Zockern von der Börse die erlittenen Verluste ausgleichen, weil man sonst ein Systemrisiko produzieren könnte..fürchterlich!!!

So schlimm war dann die DEGRO 2012 nicht, auch wenn es durchaus ungewohnt war nur noch mit zwei großen Herstellern auf der Messe zu verkehren. Der Rückzug von Siemens, die Vereinbarung von Siemens mit Varian („Bad News for Elekta“ hieß es in der Presseerklärung) und die beginnende Fußball EM waren dann doch die bestimmenden Themen. Halt!!! Natürlich war auch die bevorstehende Beplanung der Strahlentherapie und die daraus folgende Niederlassungssperre ein Thema auf der DEGRO in diesem Jahr, auch wenn nicht wirklich konkrete oder erhellende Klarstellungen erfolgten. Faktisch kennt jetzt jeder die Deadline, dass ab dem 1.1.2013 bundesweit eine Bedarfsplanung gelten soll. Dazu soll der GBA die Daten und Fakten im Juni 2012 erarbeiten und dann an die örtlichen KVen weiterreichen. Diese sollen dann ab dem 1.1.2013 diese umsetzen.

Selbst wenn der GBA das nun schaffen sollte (was derzeit nicht 100 % sicher ist) hängt es immer noch von den einzelnen KVen ab wie schnell dies dann vor Ort umgesetzt wird. Zudem darf man gespannt sein, wie man mit Projekten umgehen wird, die zwar bereits begonnen wurden aber aufgrund der langen Vorlaufphase in der Strahlentherapie entweder baulich oder von der Gerätetechnik her noch nicht in fertig sind. Wird man dann in Ballungszentren wie München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin dann einfach den Hammer fallen lassen (mit der Konsequenz von vielen Pleiten) oder versucht man dann den mit Sicherheit anstehenden Klagen aus dem Weg zu gehen. Wenn wir uns an die Situation von 1992 zurück erinnern, dann hatten die KVen tatsächlich die Stichtagsbetrachtung glashart umgesetzt. Man wird abwarten müssen. Wahrscheinlich handeln die KVen aber wie Fidel Castro, der anlässlich der Cubanischen Revolution meinte:

Respekt vor fremdem Eigentum ist langweilig und hält nur unnötig auf.

Völlig egal wie es am Ende ausgehen wird, für die bisherigen Einrichtungen wird diese Bedarfsplanung ein Segen sein. Ich  kann nicht leugnen, dass es wirklich an der Zeit ist etwas zu ändern. Alleine die reihenweise überflüssigen Einrichtungen in Ostbayern sind ein beredtes Bespiel welche nachteiligen Entwicklungen möglich werden, wenn allerorts Neugründungen möglich sind. Als Geschäftsführer der bayerischen Radioonkologen habe ich seit Jahren Zurückhaltung gepredigt und wurde von der KVB und den Kassen regelmäßig für die xte Einrichtung in München oder aber für sinnbefreite Umsetzungen im Speckgürtel der Zentren ans Kreuz genagelt. Daher ist aus meiner Sicht eine Bremse für die enorme Expansion durchaus gerechtfertigt und sinnvoll. Wir werden aber mit großer Wahrscheinlichkeit keine sinnvollen Vorgaben bei den KVen erfahren, das würde allem was ich in den letzten 20 Jahren in der Gesundheitspolitik gelernt habe, widersprechen.

Gerade jetzt, wenn wir auf der einen Seite seit November eine neue Richtlinie im Strahlenschutz haben, die deutlich mehr Ärzte und Physiker fordert (diese hatten wir mehrfach offen kritisiert und auch am Ministerium hat man die Lage, in die man die Einrichtungen ohne Not bringen wird nicht erkennen wollen) und dann durch die Bedarfsplanung im neuen Jahr eine Niederlassungssperre erhalten bin ich gespannt, wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann. Abgesehen davon hat mir auch noch kein Politiker erklären können, wie die Einrichtungen in Deutschland den so berechneten Mehrbedarf an Personal decken sollen.denn es gibt diese Leute ja nicht und wenn man heute ausbildet, dann hat man das Problem vielleicht (nicht sicher) in ein paar Jahren gelöst. Aber was ist dazwischen?

Sie merken schon, es bleibt wie immer spannend und wir werden uns nicht langweilen müssen. Vielleicht hatte Karl Valentin doch Recht als er meinte:

Früher war die Zukunft auch besser.

Vielleicht gibt es aber eine Aufklärung zur Niederlassungssperre an der anstehenden Zukunftstagung im Oktober.das Thema wird behandelt werden und bis dahin könnten die örtlichen KVen durchaus erste Umsetzungen erkennen lassen, kommen Sie vorbei und lassen sich informieren.

Fischers Zeilen im Februar 2012

Ich hatte es schon oft in den Seminaren und Tagungen ausgesprochen seit 1977 erfolg- und hirnlose Kostendämpfungspolitik mit immer dem gleichen Ergebnis:

  • Höhere Zuzahlungen für die Versicherten
  • Abschmelzung der Leistungsansprüche
  • Geringere Einnahmen für die Leistungserbringer
  • Steigerung der Verwaltungsausgaben

Wo bleibt da der Sinn? Sehr gute Frage leider kann ich Ihnen nach knapp 20 Jahren in beratender Funktion im Gesundheitswesen diese Frage auch nicht beantworten. Aber jetzt haben wir zum Ende des letzten Jahres doch mal was ganz Neues bekommen. Ein GKV Versorgungsstrukturgesetz (VStG) da hat man sich doch gleich wieder auf die Auswirkungen gefreut. Das Gesetz soll der neue Heilsbringer werden!

Es bringen uns nicht die Dinge um, deren Gefahr wir erkannt haben, sondern das, was wir für sicher gehalten haben!

Mark Twain

Erhaltung der flächendeckenden Versorgung, Behebung des Ärztemangels, frühere Einführung von innovativen Leistungen (mit Bezahlung!!!), Neuregelung des Honorars, Einführung der spezialärztlichen Versorgung, Veränderungen im Zulassungsrecht, die Korruptionsbekämpfung und schließlich auch die Neuordnung der Bedarfsplanung. Was ist dabei in den einzelnen Bereichen zu erwarten?

  • Neuregelung Honorare

Es soll nur noch einen Orientierungspunktwert geben; man will mit Zuschlägen arbeiten um unterversorgte Gebiete oder förderwürdige Leistungen über das Geld attraktiver zu machen; zudem soll mit der Rolle rückwärts wieder mehr vor Ort die Vergütung verhandelt werden und weniger zentral..die Überschrift: Stärkung der Regionalstrukturen

  • Honorarverteilung

Wie immer die eierlegende Wollmilchsau; zuerst wird man die RLV und QZV wieder einstampfen (hatten uns gerade daran gewöhnt), dafür kommt wieder die alte Regelung des HVM; gleichzeitig soll eine Kalkulationssicherheit herrschen, dies jedoch mit einer Beschränkung der Leistungsausweitung; keine Beschränkungen in unterversorgten Gebieten, Förderung der Telemedizin (klar, wenn man keinen Arzt vor Ort findet, dann eben per Videoschaltung); weitere Sprachblase gefällig: „Honorierung kooperativer Behandlungsformen“; auch hier sollte die berechtigte Frage nach dem Ursprung dieser neuen sprudelnden Geldquelle kommen

  • Spezialärztliche Versorgung

Klare Nachfolgeregelung für den § 116 b; allerdings bietet sich hier eine Subspezialisierung für Ärzte und Krankenhäuser an; hier könnte die Vergütung aber direkt von den Kassen kommen auf der Grundlage einer neuen Gebührenordnungviel Spaß kann ich da nur sagen; wer verhandelt denn das im Vorfeld? Die Berufsverbände, die Kassen, die KVen oder die Krankenhäuser?! Es soll zudem zu einer pauschalierten Vergütung kommen; diese Entwicklung war klar, die Einzelleistungsvergütung war den Kassen ein Dorn im Auge; so kann man selbst den komplexesten Fall zu einer einheitlichen Billigwährung abrufenbravo!!!

  • KV Recht, Praxisabgabe und sonstiges

Ein Vorkaufsrecht für die KV; natürlich mit Geld von den Mitgliedern!!! Zulassungen in Planungsbereichen mit einem Versorgungsgrad über 100 % können befristet werden, Abschaffung der Residenzpflicht, leichtere Genehmigung von Filialen, Anstellungs KV Sitze können wieder rückgewandelt werden

  • Korruptionsbekämpfung

Der Arzt ist im Zentrum der Veranlassung von Leistungen; daher wird er von allen Seiten mit ökonomischen Anreizen oder eben auch durch eigene wirtschaftliche Zwänge beeinflusst; hier wird es eine Verschärfung des Strafgesetzbuches geben; diese führt dann zum Tatbestand der Bestechlichkeit mit all den rechtlichen Folgen für die Mediziner

  • Neuregelung der Bedarfsplanung

Alles was man hier sagen kann ist, dass bisher auch unbeplante Fächer wie die Nuklearmedizin oder die Strahlentherapie hier neu geregelt werden; während es bei den bisher beplanten Fachrichtungen um eine präzisere Planung geht zur Förderung der flächendeckenden haus- und fachärztlichen Versorgung geht es in den bisher unbeplanten Fächern um die Einführung einer Niederlassungssperre

Da wir bundesweit aktiv sind, sind uns die Entwicklungen in den verschiedenen Bundesländern bekannt. Man muss daher derzeit davon ausgehen, dass spätestens zum Ende des Jahres 2012 Neuregelungen von Bundesebene vorliegen, die dann im Verlauf des Jahres 2013 auf Landesebene umgesetzt werden. Aus den Ländern Bremen, Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Westfalen Lippe, Mecklenburg Vorpommern, Schleswig Holstein sowie Bayern sind die Zeichen klar; hier stehen Niederlassungssperren für Strahlentherapeuten an. Wer sich daher noch mit dem Gedanken trägt, einen Standort umzusetzen sollte dies in den nächsten Monaten tun; im Jahr 2013 halten wir weitere Standorte bundesweit für unwahrscheinlich oder unmöglich. Ansonsten kann man konstatieren, dass das Gesetz wie immer mehr Nachteile als Vorteile bringt und wieder eine neue Sau (die spezialärztliche Versorgung) durch das Dorf getrieben wird. Für die vorhandenen Bestandseinrichtungen bringt die Neuregelung zumindest die Sicherheit, endlich nicht permanent mit einer Bedrohung einer Neueinrichtung die Hälfte des Einzugsgebietes zu verlieren und die Unwirtschaftlichkeit zu riskieren.

Unsere Hauptaufgabe ist es nicht, zu erkennen, was unklar in weiter Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt.

Thomas Carlyle

Fischers Zeilen zum November 2011

Geht es Ihnen derzeit auch so.ein neuer Rettungsschirm ersetzt den alten und bei jedem Krisentreffen (früher waren das Gipfeltreffen) wird der Schirm größerhalt, Stopp; jetzt gehen wir doch von der so plastisch formulierten Situation weg und sprechen es einfach aus:

„Diese selbstverliebten Versager auf Regierungsstühlen verschleudern das Geld von Generationen, ohne dass man sich rechtzeitig Gedanken über Lösungen macht.“

So, jetzt geht es mir wieder ein bisschen besser, auch wenn ich natürlich weiß, dass ein kleiner Wutanfall nichts an der permanenten Vergrößerung des Schuldenpaktes und der parallel dazu ausufernden Hilflosigkeit der Politiker ändern wird. Seit 2008 wird in immer kürzer werdenden Abschnitten gerettet was das Zeug hält und eine Versprechung: „..eine weitere Erweiterung des Rettungsschirmes ist mit uns nicht zu machen.“ hat mittlerweile die Halbwertszeit von Tagen..das ist auch für die ansonsten mit einem Gummizug als Wirbelsäule versehenden Politiker eine neue Dimension (das Wort Rückgrat möchte ich hier gar nicht mehr verwenden..da geht man ja von Knochen aus) des Lügens, Täuschens und leere Worthülsen verschleudern.

Wahrscheinlich hat Georg Friedrich Hegel da unsere Führungsspitze gemeint:

Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts.

Da kann man nicht mehr an sich halten. Schon gar nicht, wenn man in Ergänzung dass still und leise vor sich hinköchelnde „Versorgungsgesetz“ vorgesetzt bekommt. Da werden auch wieder Worthülsen produziert und gigantische Felder zum beackern aufgezeigt; die Realität wird es wieder zeigen, es wird wahrscheinlich ein Umstechen des 20 qm Vorgartens herauskommen.

In der Übersetzung: Wir werden die Präsenzpflicht aufweichen; ok, das macht auch Sinn; lieber ein Arzt der zur Arbeit in entlegene Regionen fährt als überhaupt keinen Arzt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen; auch schön, aber es ist doch klar, dass wir die vielen Frauen die Kinder erziehen und Ihre Eltern pflegen integrieren müssen, bevor wir wieder die Ärzte aus Polen, der Ukraine, Rußland oder gar China holen. Längst überfällig, höre ich meine Kunden da sagen.richtig, kann ich nur antworten. Natürlich wollen wir weiterhin auch die „bösen Kapitalanleger“ daran hindern, den Gesundheitsmarkt zu entern (denkt man gleich an die Piratenpartei.), gerade darum ermöglichen wir weiterhin großen (privaten) Klinikketten MVZ Gründungen und Erweiterungen hemmungslos voran zu treiben. Die Politiker haben eben immer die richtigen Lösungen parat.

Genau darum suchen wir dann auch nach einer neuen Möglichkeit, den § 116 SGB V wieder über das Hintertürchen einzuführen; dieser hatte ja zu massiven Protesten geführt; jetzt nennen wir die „Sau die durch das Dorf getrieben wird“ eben spezialärztliche Versorgung. Wer dabei in der Niederlassung denkt, es könnte zu einer Verschiebung der Chancengleichheit zwischen dem ambulanten und stationären Sektor kommen, fühlt sich gleich im Anschluss bestätigt. Wer mit öffentlichen Geld in den ambulanten Bereich drängt muss nur einen Investitionsabschlag von 5 % hinnehmen; mehr muss doch der ambulante Anbieter auch nicht finanzieren. Ihre Augen weiten sichSie blättern in Ihren Bilanzen nach und sehen, dass das nicht ganz der Wahrheit entspricht. Spielt alles keine Rolle, die Kollegen im Bundestag und in den Landtagen dann über den Bundesrat werden das schon richtig machen. Ich darf Ihnen liebe Leser aber mit auf den Weg geben, dass ich Sie enttäuschen muss. Anlässlich der Podiumsdiskussion zum Versorgungsgesetz bei der letzten Zukunftstagung Mitte Oktober  in Burgellern wurde allen anwesenden Medizinern klar, dass die sogenannten Volksvertreter über Dinge abstimmen werden, die eben nicht in ihrer Tiefe und Tragweite intellektuell verstanden werden.

Wenn man den gesamten Unsinn ertragen muss, dann kann man nicht die Fassung bewahren. Da kann man eben nicht den spröden aber doch irgendwie weltläufigen Hanseaten oder den hemdsärmeligen Rheinländer mimen oder den verschmitzten Sachsen nacheifern und schon überhaupt nicht den lockeren und barock lebensfrohen Oberbayern (der eine Ministerpräsident reicht da völlig) geben; nein, wenn man kein Franke ist, wird man zu einem gemacht. Charaktereigenschaften: bärbeißig, kleinbürgerlich, cholerisch, zumeist unterschätzt aber immer aufgrund des Dialektes für leicht dümmlich gehalten und in der Moderne noch nicht ganz angekommen.

Ich rate Ihnen dringend, beschäftigen Sie sich mit dem Versorgungsgesetz. Auch wenn es wahrscheinlich nur zu Teilen ab dem 1.1.2012 umgesetzt wird, werden einige Bereiche die Märkte völlig neu sortieren und ob dann noch Platz für Sie oder Ihr Vorhaben ist, dass kann Ihnen heute keiner beantworten.

Ach ja, fast hätte ich es ja vergessen oder verdrängt. Die neue Richtlinie zum Strahlenschutz in der Medizin liegt vor. Und natürlich geben wir damit heute den Regierungspräsidien oder Landesämter ein Werkzeug an die Hand wodurch die Eröffnung oder Inbetriebnahme von Strahlentherapien deutlich beeinflusst werden kann. Die Anforderungen an die personelle Ausstattung sind weder in Deutschland oder Europa zu beschaffen. Wir werden daher gespannt auf die neue Runde der Personalabwerbungen achten die über Deutschland rollen wird. Ich hoffe es trifft Sie dabei nicht so hart, denn die Genehmigungsbehörden haben jetzt einen nachvollziehbaren Plan was man von den Einrichtungen fordern kann.

Ob dass die Kollegen, die das mitgetragen haben wirklich bis zum Ende hin durchdacht haben, darf bezweifelt werden.

Manche meinen, sie seinen liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.

meinte Wieslaw Brudzinski. Denken Sie daran, der freie Arzt wird derzeit von niemand vertreten in Deutschland, das müssen Sie Sie selbst tun.

Fischers Zeilen im Mai 2011

Selten war ein Land so im Umbruch wie heute. Allerorten sind Veränderungen im Gange, die man sich vor wenigen Wochen niemals hätte vorstellen können.

Da übertreffen sich die Union – allen voran unser Politiker mit Grundwerten, Horst Seehofer – und die FDP in den Forderungen nach einer Beschleunigung des Ausstiegs aus dem Atomzeitalter.alles vorher harte Befürworter eben des Gegenteils und Freunde der Verlängerung der Nutzungszeiten uralter Anlagen.

Da fällt ein konservatives Stammland – Baden Württemberg – dem erklärten Autogegner wie den Grünen vor die Füße, dann wird da noch zur absoluten Überraschung ein Grüner als Ministerpräsident – auch mit den Stimmen der Gegner – gewählt..was kommt denn da noch?

Ja klar, die Erklärung vom (Ex-) Bundeswirtschaftsminister Brüderle zur besten Sendezeit, dass es bei den Gläubigern der Griechen wohl zu einem „haircut“ kommen muss, zu einem Forderungsverzicht um das Land, das ein Fass ohne Boden zu sein scheint, endlich wieder Bodenfühlung zukommen zu lassen. Wenn dann gleich mal so von 50 % gesprochen wird, dann wissen wir doch wieder wer das bezahlt..ja die Deutschen, hier in der Person der Banken und Landesbanken, die natürlich da ganz gewaltig in die ach so sicheren Griechischen Staatsanleihen investiert hatten. Bei den öffentlichen und den Landesbanken geht dass dann auf das Konto.Sie ahnen es..ja, der Steuerzahler darf dann mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen.

Und ebenso unterhaltsam wie befremdlich war dann noch der Urknall in der FDP.der dazu führte, dass der Lenker des Guidomobils, unser Spaßpolitiker himself Herr Westerwelle von der Führung zurückgetreten wurde. Gleich danach durfte der „liebe Herr Rößler“, der offensichtlich dem Amt des Gesundheitsministers überdrüssig war, das wesentlich minenfreiere Feld des Wirtschaftsministers übernehmen und dem eigentlichen Gesundheitspolitiker Daniel Bahr das Feld überlassen. Der durfte gleich die bösen gesetzlichen Kassen maßregeln, die sich doch tatsächlich hinstellen und den Mitgliedern der anderen insolventen Kassen (hier BKK City) oder der in Schwierigkeiten geratenen BKK Heilberufe den Zugang zur Aufnahme verwehrten. Vor allem die AOK, Barmer und GEK sahen sich nicht in der Lage den Mitgliedern schnell und kompetent zu helfen. Stattdessen versuchte man diese abzuwimmeln oder durch stundenlanges Warten auf der Straße mürbe zu machen.  Man könnte ein solches Vorgehen „asozial“ nennen, grob rechtswidrig ist es allemal.

Genau diese verschiedenen Erscheinungen konnten wir uns vor wenigen Wochen noch überhaupt nicht vorstellen, daher wird es wirklich extrem interessant sein zu sehen, was der Neue im Gesundheitsministerium mit den bisherigen Entwürfen zum Versorgungsgesetz macht. Nicht dass es am Ende wie beim Verteidigungsministerium heißt.“einzige Baustelle“ oder „unaufgeräumter Sauhaufen“. Es gibt genügend Problemfelder für unsere Demokratieverteter, alleine es wird Zeit, dass diese erkennen das es auf eine Leistung und nicht auf das „Absitzen des Mandats“ ankommt.

Wie sagte Bettina von Arnim treffend:

Wer wagt selbst zu denken, der wird auch selber handeln.

Das ist aber genau das Problem, wer denken kann auf der Abgeordneten- oder Ministerbank wäre schon einmal im Vorteil.

In unserer Serie, wie man das Thema der sinnvollen Finanzierung unseres Gesundheitswesens näher kommen könnte, wollen wir hier weiter Stellung nehmen und würden uns wie immer freuen von Ihnen unseren Lesern auch konstruktive Äußerungen zu erhalten. Zuletzt hatten wir über die Leistungsmengenverringerung gesprochen und wollen mit den Strukturen und Prozessen abschließen:

1.) Kontrahierungsfreiheit der Kassen; eine immer wieder angeführte Forderung, diese ist jedoch für die Leistungsanbieter gefährlich, da die Kassen über eine erhebliche Marktmacht verfügen. Dennoch sollte dies für einen überschaubaren Umfang durchgängig eingeführt werden. Nicht jeder Anbieter erfüllt die Mindestvorgaben, die man sich als Patient oder Kasse heute wünschen würde.

2.) Neue Versorgungsformen; dabei muss den Interessierten „Playern“ aber die Möglichkeit gegeben werden, das tatsächlich umzusetzen. Eine Veranstaltung im Konsens mit allen Beteiligten und Nicht-beteiligten ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt (Beispiel: die so hoch gelobte integrierte Ver-sorgung bekam 0,1 % der Gesamtvergütung!!!). 

3.) Pauschalierung und Erfolgsorientierung der Honorare; und glauben Sie mir, man kann Erfolg tatsächlich messen; die angesprochene Pauschalierung muss aber anders laufen als die jetzt be-kannten Regelleistungsvolumen (RLV).

4.) Evidenzbasierte Medizin, Qualitätssicherung und Leitlinien; Qualität ist im Gesundheitswesen trotz gegenteiliger Beteuerungen immer noch Mangelware. Die immer wieder auftretenden Skandale sind nur eine Spitze des Eisberges. Wenn in allen Fächern so durchgängig nach Qualitätsleitlinien wie beispielsweise in der Strahlentherapie gearbeitet werden würde, gäbe es wesentlich bessere Ergebnisse, für die Patienten, die Versicherungen und für die Anbieter.

5.) Abschaffung von Arzneimittelvertriebsprivilegien; was heute schon durch Internetapotheken zum Teil unterlaufen wird, kann sich nicht auf Dauer halten.

6.) Fusionen von Kassen, Krankenhäusern, Ärzteverbänden; hier werden heute noch allzu häufig Posten und überflüssige Zweit- und Drittstrukturen erhalten, oft wider besseren Wissens. Während die Fusionen der Krankenkassen sich sicher noch beschleunigen werden, ist eine schnelle Änderung der Krankenhauslandschaft mit der Rückführung auf das was das Land braucht lange nicht in Sicht.

Wie immer geht es aber darum eine Vision zu haben und nicht ein Brett vor dem Kopf zu haben. Auch hier ein kleiner Hinweis von Thomas von Aquin:

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.

Fischers Zeilen im Januar 2011

Die derzeitige Regierung ist im Stimmungstief aber es werden immer noch keine Konturen erkennbar, wie man eine „Politik aus einem Guss“ umsetzen möchte. Offensichtlich hat man gar keinen Plan, ansonsten würde es neben Kritik am Verteidigungsminister und den Endlosdebatten um die fünf Euro für die Hartz IV Empfänger auch etwas Positives zu berichten geben. Statt dessen hat es die Kanzlerin geschafft immerhin das Unwort des Jahres 2010 zu kreieren auch eine Leistung alternativlos, das ist aber weder die Politik noch die Personen; Gott sei Dank!!!

Zwischenzeitlich haben die Kollegen der Hausärzte in Bayern – was hier sicher bundesweite Beachtung gefunden hat – sich ein blitzsauberes Eigentor eingenetzt. Das „russische Roulette“ des Vorsitzenden leider waren offensichtlich mehr Kugeln im Magazin als gedacht, wurde das Ende einer schillerenden Figur. Ein angedrohter Ausstieg aus dem System mit einer schwachen Abstimmung, dazu die Kündigung des (sehr gut dotierten) Hausarztvertrages lässt eines erkennen, wer viel wagt kann auch viel verlieren. Wenn die Ausgangslage mit Hausarztvertrag über 80,– Euro pro Fall war und durch den Streit und die Kündigung des Vertrages die Vergütung sich nun halbiert hat ist doch die berechtigte Frage zu stellen, wer bekommt jetzt eigentlich die freien Mittel der Kassen, die aufgrund der Einsparung bei den Hausärzten übrig sein werden die Hausärzte oder vielleicht ein Protonencenter wir werden sehen.

Unsere selbsternannten Gesundheitspolitiker sind aber auch nicht untätig geblieben. Da ist die Idee für ein neues Versorgungsgesetz geboren worden.

Die Inhalte? Ja, die Frage ist berechtigt, hat Politik auch Inhalte aber lassen wir die Polemik weg. Unser Bundesgesundheitsminister Rösler will in den kommenden drei Monaten Eckpunkte für ein sogenanntes „Versorgungsgesetz“ festlegen. Ziel soll sein, die medizinische Versorgung in Deutschland zu verbessern. Immer wenn dies das Ziel war wurde es eher schlechter ; erstmals diskutiert wurden diese („sinnvollen“) Veränderungen von den Gesundheitspolitikern von Union und FDP am 24.1.2011. U.a. sollen die Mechanismen, nach denen die ärztliche Versorgung geplant wird, geändert werden. Dazu gehört auch die Überversorgung mit Ärzten in den Ballungsgebieten zu reduzieren. Ein Mittel zum Zweck sei z.B. die Zahl der Praxen künstlich zu verringern, so die Union. Wie das funktionieren soll keine Ansage, aber wahrscheinlich ist man der Meinung, dass man die Kollegen kurzerhand enteignet oder wenn man einer Fachgruppe angehört, in der eine Überversorgung herrscht, dass man eben mal schnell die Hälfte der Vergütung gibt, damit man die Betroffenen gefügig machen kann. Des weiteren stehen auch zeitlich befristete Zulassungen zur Diskussion finde ich wirklich spannend, Strahlentherapie mit Zulassung für fünf Jahre dann mal viel Spaß bei der Abfinanzierung!!! In Gegenden, in denen es jedoch an Ärzten fehlt, will die Union mit finanziellen Anreizen die Mediziner zum Bleiben (die müssen doch erst einmal dort landen) bewegen.

Und jetzt kommt das Beste: Bei der Frage, wo Ärzte gebraucht werden, sollen künftig auch die Krankenkassen, Krankenhäuser als auch die Landesregierungen mitreden. Die „Kompetenzzentren für die niedergelassene Versorgung“ werden befragt. Eine – wie ich finde – wirklich klasse Idee, die zu fragen, die nachweislich einerseits Eigeninteressen und andererseits keine Ahnung haben.

Das große Ziel der Gesundheitspolitik ist die Verbesserung der Leistungen für die Patienten. So soll kein Patient mehr länger als drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten müssen und CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn fordert die Abschaffung der Vierbettzimmer in den Krankenhäusern. Hoffentlich wird dabei nicht vergessen, dass das auch alles Geld kostet.

Um dem Nachwuchskräftemangel entgegenzuwirken, soll der Arztberuf attraktiver werden. Ein Aktionsplan mit dem Motto „Mehr Ärzte braucht das Land“ soll mehr Mediziner aufs Land locken. Den Ansatz finde ich wirklich gut, der Schlüssel zum Erfolg wäre aber ein einfaches und transparentes Vergütungssystem.

Auch das Medizinstudium könnte angepasst werden. Die Union wünscht sich mehr Studienplätze sowie eine Überarbeitung der Inhalte. Für die Zulassung soll nicht mehr nur die Abiturnote ausschlaggebend sein, sondern auch bereits gesammelte Berufserfahrungen im medizinischen Bereich. Studenten, die nach ihrem Studium in unterversorgten Gebieten arbeiten wollen, sollen bei der Zulassung mittels einer sogenannten „Landarztquote“ bevorzugt werden. Es wird wie im Bereich der Lehrerschaft sein: mehr Personal produzieren und denen dann später nach Ausbildungsende sagen: „Jetzt, ja jetzt gerade habe ich keine Stelle oder Platz für euch.“ Das Ganze hat eine Ähnlichkeit mit sozialistischen Systemen, die im Übrigen auch alle gescheitert sind, aber da wollen wir erst mal hin.

Und das schönste für die Kassen: All diese Änderungen sollen jedoch ohne eine Erhöhung der Kassenbeiträge möglich sein. Die Experten aus Krankenhäusern und Kassen sehen das jedoch anders, diese glauben nicht daran, dass dies mit den derzeitigen Beiträgen nicht umsetzbar sein wird.

Wie auch immer es wird nicht besser sondern schlechter und die Unwissenden dürfen weiter ein Chaos nach dem Anderen anrichten.

Wie sagte George Bernhard Shaw einmal:

Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wie in den bisherigen Newsletter, wollen wir weiter das Thema Finanzierung unseres Gesundheitswesens bearbeiten. Das letzte Mal hatten wir über die Kostenreduktion gesprochen, heute wollen wir an der Stelle der Leistungsmengenverringerung (Rationierung) weiter ausführen:

1.) Zulassungsbeschränkungen bei den Leistungsanbietern; müssen aufrecht erhalten werden, da es sonst zu einer Anhäufung von Ärzten in der Stadt und zu einer Entsiedlung auf dem Land kommt >> umsetzbar

2.) Begrenzung der Berechtigung >> muss ein 85 jähriger noch künstliche Hüftgelenke bekommen? Nichts dagegen, dass er sich operieren lässt, aber doch nicht zulasten der Allgemeinheit; in anderen europäischen Ländern ist man hier weiter, hier ist man nicht moralinsauer stehen geblieben >> umsetzbar, auch mit sozialer Komponente zu versehen

3.) Schließung von unwirtschaftlichen und unnötigen Krankenhäusern >> solange wir uns noch die ganzen Millionengräber von früheren Landräten leisten und damit Doppelstrukturen erhalten, kann es nicht besser werden >> umsetzbar

4.) Herausnahme versicherungsfremder Leistungen; Sterbegeld; Infertilität, usw. >> umsetzbar

Klar, zu all dem was wir anführen braucht es Mut und Verstand, von Beidem haben die derzeitigen Politiker nichts vorzuweisen. Auch hier ein kleiner Hinweis von George Bernhard Shaw:

Er weiß nichts und glaubt, alles zu wissen. Das weist deutlich auf eine politische Karriere hin.

Fischers Zeilen zum November 2010

Lange haben wir uns jetzt mit dem Thema: „Richtlinienentwurf zum Strahlenschutz in der Medizin“ beschäftigt. Ein Projekt, das sicher jeden Strahlentherapeuten auf den Nägeln brennt, soll doch die neue Richtlinie die Spielräume für die Landesämter und Regierungspräsidien verringern und klare Vorgaben zum notwendigen Personal definieren.

Nachdem wir in unserer Funktion als Geschäftsführer der bayerischen Strahlentherapeuten hier bereits im November letzten Jahres Ungemach vermutet haben, wurden wir gleich für unsere Mandanten tätig. Bereits Anfang Dezember letzten Jahres hatten wir das BGM in Person des Staatssekretärs angemailt und parallel über alle verfügbaren Kanäle versucht mit Fakten den verantwortlichen Personen aufzuzeigen, das bei einer Umsetzung der im Novemberentwurf vorliegenden Anforderungen mit einem Kahlschlag in der radioonkologischen Versorgung zu rechnen wäre.

Aus dem BGM erhielten wir auf diese Anfrage bis heute keine Antwort!!! Der in Bayern zuständige Minister bzw. seine Staatssekretärin dagegen hatten uns innerhalb von knapp vier Wochen – trotz Weihnachten – geantwortet. Von dort wurde schon im Januar darauf hingewiesen, dass die in den Tabellen genannten Werte nicht direkt anzuwenden wären, sondern eine Richtschnur darstellen würden.

Da jedoch verschiedene Landesämter – darunter auch das in Bayern – dennoch bereits im Hinblick auf die im Richtlinienentwurf genannten Zahlen Gespräche führten, hakten wir auf breiter Basis noch einmal nach und versuchten wieder einen Kontakt in Bayern und im Bund herzustellen. Parallel wurden von besorgten Mitgliedern der DEGRO als auch des Berufsverbandes Anfragen an diese gestellt.

Von der Präsidentin der DEGRO erhielten die Mitglieder dann im September eine Mail. Darin wurde dargestellt, daß die DEGRO sich mit dem Berufsverband bereits im Dezember 2009 an das BUM gewandt und dort ihre Bedenken geäußert hatten. Leider konnte aber das Bemühen der DEGRO nicht die Befürchtungen der Einrichtungen beseitigen, da die geforderte Personalausstattung gerade dann in Betracht kommt, wenn moderne Verfahren und Methoden für mehr als 10 % der Patienten einer Einrichtung zur Anwendung kommen; wir schätzen daher in fast jeder Einrichtung.

Die zwischenzeitlichen Äußerungen sowohl aus Bayern als auch aus dem Bund lassen aber die Vermutung aufkommen, dass dies den handelnden Personen so nicht klar ist. Gerade eine Interpretationsmöglichkeit bei den Ämtern in Verbindung mit einer daraus resultierenden Bremswirkung bei der Einführung neuer Techniken und Methoden sowie der Verweis auf zusätzliches externes Personal aus anderen Abteilungen (aus welchen?) lässt uns daran zweifeln, dass die Einführung der neuen Richtlinie, die nach Beratung im Fachausschuss Strahlenschutz vom Hauptausschuss für Atomenergie voraussichtlich Ende dieses Jahres angenommen wird einen günstigen Einfluss nehmen wird. Vielmehr wird es genau zu den befürchteten Problemen kommen; die Landesämter werden ungewollte Entscheidungsspielräume haben, (unerfüllbare) Forderungen stellen und am Ende wird der Patient der Verlierer sein, da neue schonendere und effektivere Methoden aufgrund von nicht darstellbaren Personalforderungen nicht umgesetzt werden können.

Ein Beleg für die Befürchtung dieser Art ist doch auch, daß bislang niemand an den geänderten Entwurf gekommen ist und daher die „black box“ für die Radiotherapeuten Deutschlands zu einer Osterüberraschung zu Weihnachten wird.

Ich habe die Befürchtung, dass wir uns in die Hände von Beamten begeben. Friedrich von Schiller hat die Haltung – die sich offenbar in den letzten 200 Jahren nicht geändert hat – beschrieben:

Ich hab hier bloß ein Amt und keine Meinung.

Wie in den bisherigen Newsletter, wollen wir weiter das Thema Finanzierung unseres Gesundheitswesens bearbeiten. Nachdem wir bisher über Einnahmesteigerungen innerhalb und außerhalb des GKV Systems gesprochen haben, wenden wir uns dem allzeit beliebten Instrument der Gesundheitspolitiker – der Kostenreduktion – zu.

Kostenreduktion bzw. Kostenverlagerung

1.) Erhöhung der Selbstbeteiligung; ja, das ist sicher immer ein Weg >> umsetzbar, auch wenn die Versicherten sich zurecht über eine Politik ohne System beschweren.

2.) Neue Formen der Selbstbeteiligung; auch das wäre denkbar, z.B. pauschal  5  % von jeder Behandlung selbst zu zahlen, damit auch das Ärztehopping unterbleibt und nicht ganze Heerscharen in Wartezimmern Vormittage verbringen >> umsetzbar, auch wenn der Bürger darin auch noch keinen Plan erkennen kann.

3.) Einführung echter Selbstbehalttarife wie in der PKV und unterschiedliche Leistungsklassen wie in der PKV >> umsetzbar, dafür fehlt aber politisch der Mut.

4.) Senkung der Pharmakosten auf das europäische Niveau; hier immer wieder gerne angeführt die Medikamente, die in Deutschland ein Vielfaches dessen kosten wie im Ausland >> umsetzbar, aber wahrscheinlich aufgrund von Lobbyinteressen nicht an erster Stelle.

5.) Einführung des Systems der reinen Kostenerstattung wie im europäischen Ausland mit Probelauf in einer Modellregion, z.B. Oberfranken >> umsetzbar, auch hier fehlt der politische Mut. Angeboten wurde dies schon von den Vertretern der Ärzteschaft.

Ohne Zweifel bestünde die Möglichkeit, eine klare Linie zu verfolgen und dem Bürger eine gute Versorgung zu steigenden Preisen anbieten zu können, wenn man bei der Politik (endlich) einen Plan entdecken könnte.

Wer Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt.

Lucius Annaeus Seneca